Feierten die Eröffnung des neuen Gebäudes in Kehl (von links): OB Wolfram Britz, Dezernentin Ulrike Karl, Alt-Landrat Frank Scherer, Landrat Thorsten Erny, Projektleiter Benjamin Reis, Architekt Heiko Bartle, Geschäftsführer Carsten Kipper (alle Firma Vollack). Foto: Landratsamt

Landrat Thorsten Erny hat das neue Kehler Verwaltungsgebäude seiner Behörde offiziell eröffnet. Insgesamt investierte der Kreis 23 Millionen Euro am neuen Standort.

Der viergeschossige Neubau in der Hafenstraße vereint erstmals alle Kreisdienststellen am Standort Kehl unter einem Dach. Es schaffe so eine zentrale, gut erreichbare Anlaufstelle für Bürger in der Grenzstadt, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamts. Zugleich setze der Landkreis mit dem als KfW-Effizienzhaus 40 konzipierten Gebäude ein deutliches Signal für Klimaschutz und moderne Verwaltung.

 

Im neuen Verwaltungsgebäude in der Hafenstraße finden Bürger künftig das Ortenau Jobcenter, das Amt für Soziales und Versorgung, das Jugendamt, die Psychologische Beratungsstelle sowie das Kfz-Bürgerbüro an einem Ort. Der Neubau ist barrierefrei zugänglich und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

Bislang waren die rund 90 Mitarbeiter in Kehl auf drei angemietete Gebäude in der Richard-Wagner-Straße, der Rheinstraße und am Rathausplatz verteilt. Die bisherigen Standorte waren laut Verwaltung für viele Menschen schwer zu finden, nicht gut angebunden und nur eingeschränkt barrierefrei.

Kreis investiert 23 Millionen in neues Gebäude

Mit der Investition von rund 23 Millionen Euro bekenne sich der Ortenaukreis erneut klar zum Standort Kehl, betont das Landratsamt. Der Neubau biete auf rund 3500 Quadratmetern Bruttogeschossfläche eine moderne Arbeitsumgebung mit viel Tageslicht, offenen Strukturen und klarer Orientierung. Die Büroflächen seien so angelegt, dass sie sowohl konzentrierte Einzelarbeit als auch Teamarbeit und bereichsübergreifende Zusammenarbeit ermöglichen.

So sieht der neue Verwaltungsbau in Kehl aus der Luft aus. Foto: Landratsamt

„Unser neues Verwaltungsgebäude in Kehl ist ein Vorzeigeprojekt für eine nachhaltige Verwaltung. Es schafft Bürgernähe durch die Zusammenführung unserer Dienststellen und setzt wichtige Impulse für den Klimaschutz“, betonte Landrat Thorsten Erny bei der Einweihung. „Als größter öffentlicher Dienstleister in der Region brauchen wir gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die uns langfristig erhalten bleiben.“ Dazu gehörten attraktive Arbeitsbedingungen, flexible Bürostrukturen und eine Umgebung, in der Kollegen für die Bürger beste Leistungen erbringen können – „so wie hier in Kehl“.

Neubau kommt ohne fossile Brennstoffe aus

Der Neubau reiht sich ein in ein kreis- und grenzüberschreitendes Netzwerk aus den Beruflichen Schulen, der Hochschule, dem Generalsekretariat des Eurodistrikts, der „Infobest“ und dem Europäischen Zentrum für Verbraucherschutz. „Ich freue mich sehr über das klare Bekenntnis des Ortenaukreises zu Kehl, das sich in diesem schönen und nachhaltigen Neubau ausdrückt. Ein klarer Gewinn für Kehl! Der Standort für dieses Dienstleistungshaus für unsere Einwohnerinnen und Einwohner ist optimal gewählt: in Rheinufernähe, mit Blick nach Straßburg und mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr“, erklärte Kehls Oberbürgermeister Wolfram Britz.

Das Verwaltungsgebäude kommt vollständig ohne fossile Energieträger aus und setzt zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien. „Die Versorgung erfolgt über Geothermie mit 13 Erdsonden, die jeweils rund 105 Meter in den Boden reichen. Wärmepumpen der neuesten Generation wandeln die Energie in Heiz- und Kühlleistung um. Die thermische Speicherfähigkeit des Betons wird aktiv genutzt; verbaut wurde regionaler Recyclingbeton.

Zusätzliche Energie liefert eine Photovoltaikanlage auf dem Dach“, erläuterte Julian Siefert, Amtsleiter Gebäudemanagement im Landratsamt. Die Konzeption als KfW-Effizienzhaus 40 und die angestrebte Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit dem Prädikat „Silber“ unterstreichen laut Kreisverwaltung den hohen energetischen Standard des Gebäudes. Davon profitierten Umwelt und Klimaschutzziele des Ortenaukreises ebenso wie die laufenden Betriebskosten.

„Generalübernehmermodell“

Der Ortenaukreis hat den Neubau erstmals im Rahmen eines Generalübernehmermodells realisiert. Nach einem europaweiten Wettbewerb erhielt die Firma Vollack aus Karlsruhe den Zuschlag für Konzeption, Generalplanung und schlüsselfertige Ausführung. Entscheidend waren neben der architektonischen Qualität vor allem ein schlüssiges Sicherheitskonzept, eine überzeugende Projektorganisation und Kostensicherheit. „Vom ersten Spatenstich bis zur Einweihung vergingen weniger als zwei Jahre. Vollack konnte den Neubau damit schneller fertigstellen als vertraglich vereinbart. Mit Vollack hatten wir einen erfahrenen Partner an der Seite, der uns von Beginn an kompetent beraten und begleitet hat“, so Landrat Thorsten Erny. „Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Vertreterinnen und Vertretern des Ortenaukreises war ein wesentlicher Erfolgsfaktor“, erklärte Benjamin Reis, Partner und verantwortlicher Projektleiter bei Vollack. „So ist ein Gebäude entstanden, das flexibel nutzbare Flächen, hohe Aufenthaltsqualität und maximale Energieeffizienz miteinander verbindet.“