Das DRK baut eine neue Rettungswache in Bad Dürrheim. Rund zwei Millionen Euro werden in einen Neubau investiert, der gleichzeitig Synergieeffekte mit der Feuerwehr bilden soll.
Seit Jahrzehnten rückt der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes von der Friedrichstraße zu Notfalleinsätzen aus. Das soll sich nun aber bald ändern. Denn die DRK Rettungsdienst Schwarzwald-Baar gGmbH investiert in die Sicherheit von Bad Dürrheim und der Ostbaar und realisiert eines der größten Neubauprojekte der Kurstadt im laufenden Jahr.
DRK-Kreisgeschäftsführer Stephan Niggemeier erläutert im Gespräch mit unserer Redaktion die Hintergründe, die zu der Entscheidung geführt haben. Derzeit sei der DRK-Rettungsdienst als Mieter im Gebäude des DRK-Ortsvereins untergebracht – die Rahmenbedingungen seien jedoch sowohl aus Sicht der heutigen Anforderungen als auch für die Mitarbeiter nicht mehr zeitgemäß.
„Wir müssen 60 Sekunden nach dem Alarm ausrücken – da die Sozialräume nicht auf dem selben Level sind wie die Garage, ist das nicht optimal“, erklärt Niggemeier mit Blick auf die gesetzlich festgeschriebenen Hilfsfristen. Das Treppensteigen aus den Obergeschossen sorge für unnötige Verzögerungen. Zudem entspreche das Gebäude allgemein nicht mehr den heutigen Standards. Eine Notwendigkeit zu handeln, sah man deshalb bereits seit längerer Zeit. „Das hatte eine hohe Priorität.“
Die Suche nach einer Fläche, auf der die neue DRK-Wache realisiert werden kann, gestaltete sich jedoch schwierig. Denn in Bad Dürrheim gibt es für Vorhaben dieser Art kaum geeignete Flächen – insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Helfer auf eine gute Verkehrsanbindung angewiesen sind. Auch der Unterstützung von Bürgermeister Jonathan Berggötz sei es zu verdanken, dass das DRK fündig wurde und sich nun auf ideale Bedingungen freuen kann, wie Niggemeier erklärt.
Perfekte Verkehrsanbindung
Die gemeinnützige GmbH wird von der Stadt ein 1200 Quadratmeter großes Grundstück in direkter Nachbarschaft zum Gerätehaus der Feuerwehr in der Salinenstraße kaufen. „Das ergibt auch eine Symbiose mit der Feuerwehr“, ist der DRK-Kreisgeschäftsführer überzeugt. Zudem sorge die Verkehrsanbindung dafür, dass sowohl das Stadtgebiet als auch die Ostbaar sowie wichtige Verkehrswege wie die B 27, die A 864 und die A 81 schnell zu erreichen sind.
In die Quere mit der Feuerwehr komme man sich aufgrund getrennter Höfe und Grundstücke nicht. Dies war befürchtet worden, als der Arbeitersamariterbund (ASB), der in Bad Dürrheim die Nachtwache übernimmt, vor sechs Jahren seine provisorische Wache in Containerbauweise an der Südeinfahrt der Feuerwehr platzieren wollte.
DRK setzt auf Förderung durch das Land
Die Planungen für das DRK-Projekt laufen bereits seit Monaten, nun liegen die Entwürfe des Neubaus mit einer geplanten Nutzfläche von 460 Quadratmetern vor. Realisiert werden sollen zwei Garagenplätze – ein regulärer Rettungswagen sowie ein Ersatzfahrzeug – sowie ein angrenzender Sozialtrakt. Dort werden Räume für Technik, Material, Umkleiden, Küche und Schulungen untergebracht. Alles entsprechend der Vorschriften für den Neubau von Rettungswachen.
Das ist auch deshalb notwendig, damit das DRK auf Fördergelder zugreifen kann. Ein vom Land zur Verfügung gestelltes Sondervermögen in Höhe von 80 Millionen Euro sorgt dafür, dass rund 90 Prozent der förderfähigen Kosten durch Landesmittel abgedeckt sind. Von den veranschlagten zwei Millionen Euro Investitionskosten muss die gGmbH am Ende voraussichtlich eine halbe Million Euro selbst stemmen.
Bodengegebenheiten besonders im Blick
Ein besonderes Augenmerk beim Neubau – das letztlich auch Mehrkosten verursacht hat – liegt auf den örtlichen Bodengegebenheiten. So führte der moorige Boden an der stillen Musel dazu, dass das Gerätehaus der Feuerwehr absackte und teils zentimetergroße Risse entstanden. „Wir haben deshalb ein Bodengutachten in Auftrag gegeben“, so Niggemeier. Die Folge: Ein Spezialbohrunternehmen werde für eine spezielle Pfählung sorgen, um eine bestmögliche Stabilität zu gewährleisten.
Nach vielen Vorbereitungen gehe der Neubau nun die notwendigen behördlichen Wege. Die Stadtverwaltung befinde sich in der Vorbereitung des Kaufvertrags, gleichzeitig liege den Behörden auch das Baugesuch vor. Nach dem Winter, so hofft das DRK, soll der Spatenstich erfolgen. Bereits im Frühjahr könne das DRK dann vom neuen Standort zu Notfalleinsätzen ausrücken – ins Stadtgebiet Bad Dürrheim und darüber hinaus.
DRK-Rettungsdienst gGmbH
Organisation
Die DRK Rettungsdienst Schwarzwald-Baar gGmbH, als hundertprozentige Tochter des DRK Kreisverbands Villingen-Schwenningen e.V., ist eine Rettungsdienstorganisation mit insgesamt sechs Rettungswachen, drei Notarzt-Standorten und dem Luftrettungsstützpunkt „Christoph 11“. In Bad Dürrheim deckt das DRK die 12-stündige Tagschicht ab, nachts rückt der ASB zu den Notfalleinsätzen aus.
Neubaupläne
Neben dem Neubau in Bad Dürrheim plant das DRK in Villingen-Schwenningen auch eine neue Krankentransportwache in der Nähe des Schwarzwald-Baar-Klinikums (wir werden berichten).