Haugg Industriekühler ist ins Gewerbegebiet Kastell umgezogen. Foto: Steinmetz

Produktion der Haugg Tochtergesellschaft musste aufgegeben werden. Schutzschirmverfahren erfolgreich abgeschlossen.

Sulz/Triberg/Aachen - Die in Aachen beheimatete Haugg Group hat die 2016 eingeleitete Neuausrichtung mit dem dritten Schutzschirmverfahren ihrer süddeutschen Tochtergesellschaften in Sulz und Triberg erfolgreich abgeschlossen, teilt die Kanzlei "Mönning Feser Partner" mit.

Produktion in Triberg und Sulz vollständig eingestellt

Im Zuge der frühzeitig eingeleiteten Konsolidierung sei zunächst die in Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähige Produktion von Standardkühlern nach China verlagert worden. Dort sei Haugg seit Jahren mit einem chinesischen Partner in einem Joint Venture verbunden. Im zweiten Schritt wurde die Produktion in Triberg und Sulz vollständig eingestellt.

Die notwendigen Anpassungsmaßnahmen und die damit einhergehende Schließung der Fertigung mit einem Abbau von nahezu 150 Arbeitsplätzen in Triberg und Sulz sei mit Hilfe von drei Schutzschirmverfahren bewältigt worden. Die jeweils vorgelegten Insolvenzpläne hätten die Gläubiger angenommen. Wie es in der Mitteilung weiter heißt, hat das Amtsgericht Rottweil als zuständiges Insolvenzgericht die Pläne zuletzt am 23. Oktober bestätigt.

Produktion am Standort Aachen konzentriert

Haugg ist weltweit als Thermomanagementspezialist für Fahrzeuge und Industrie bekannt, entwickelt und produziert Spezialkühler für Landmaschinen, Baumaschinen und Hochgeschwindigkeitszüge in allen Variationen. Die Töchter Schwarzwälder Metallwarenfabrik Haugg und Haugg Industriekühler konzentrieren sich mittlerweile auf Entwicklung, Konstruktion, Logistik und Qualitätsmanagement, während die Produktion am Standort Aachen konzentriert wurde. Die "in-house" Fertigungsmöglichkeiten bieten eine sehr hohe Fertigungstiefe und wurden ganz auf den Bau von hochwertigen Spezialkühlern und komplexen Kühlanlagen ausgerichtet, um den Kunden maßgeschneiderte Lösungen zu bieten.

Wolfgang Haugg, der das Unternehmen durch die schwierige Phase geführt hat, sieht seinen Kurs bestätigt und die Gruppe Insgesamt jetzt auf einem sehr guten Weg: "Wir haben uns konsequent den Herausforderungen der Globalisierung gestellt. Auch einschneidende Änderungen in der Antriebstechnologie der Fahrzeuge rufen nach neuen technologischen Lösungen, die Haugg in Kooperation mit den örtlichen Hochschulen und einem hochklassigen Engineering bewältigt."

Geplant und durchgeführt wurden die Sanierungsverfahren von Rechtsanwalt Rolf-Dieter Mönning als Sanierungsberater und Rechtsanwalt Michael Pluta als Sachwalter.

In Sulz beschäftigt Haugg noch 15 Mitarbeiter. Die Firma ist von der Bahnhofstraße ins Gewerbegebiet Kastell umgezogen.

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