Beim ersten Dorfflohmarkt in Wolterdingen: Elisabeth und Johannes Schilling freuen sich über nette Begegnungen. Foto: Anita Reichart

Die Veranstaltung des Dorfgemeinschaftsvereins ist ein Treffpunkt für zahlreiche Schnäppchenjäger. Die Besucher freuen sich über Begegnungen und Gespräche.

Die Premiere ist geglückt: Der Wolterdinger Dorfgemeinschaftsverein bringt Leben in den Ort.

 

Der erste Dorfflohmarkt im etwas über 1700 Einwohner zählenden und somit noch größten Donaueschinger Ortsteil wurde am Samstag Treffpunkt für viele Schnäppchenjäger und Schatzsucher.

Gut über 50 Haushalte – manche waren im letzten Moment aufgesprungen – luden Interessierte auf ihre Grundstücke ein, wo sie Gegenstände zum Kauf anboten, die sie nicht mehr benötigten, die für den Müll aber zu schade sind.

Händler auf Schnäppchensuche

Dies lockte jedoch nicht nur Sammler an, die Ausschau nach Antiquitäten hielten. Schon am Freitag klapperten Händler die einzelnen Hausnummern ab. Diese waren jedoch nur auf Gold- und Silberschmuck sowie Militärartikel aus, war von vielen Seiten zu hören.

Kinder durften auf dem Hallenvorplatz ihr nicht mehr benötigtes Spielzeug zum Kauf anbieten. Auch Noemi und Annapia haben Spaß daran. Foto: Anita Reichart

„Wolterdingen hat einen Wetterdusel“, freute sich Gemeinderätin Ramona Vogelbacher, die mit ihrem Mann auf ihrem Parkplatz diverse Dinge anbot. „Den Leuten sticht schon einiges in die Augen, was sie gerne haben möchten, aber dies am liebsten geschenkt“, fiel Heiko Bahls auf. Doch er war zufrieden. Dabei ging es nicht nur um den Umweltgedanken, Dinge einer neuen Bestimmung zuzuführen, sondern auch um Begegnungen und Gespräche.

Schlendern und Begegnungen

So wie etwa bei Sabine Schiefelbein, die sich mit einigen Nachbarn zusammengetan hat. Diese Gruppe ist auch der Meinung, man sollte dies gerne wiederholen. Erika und Edgar Schwörer hat es ebenfalls gefallen. Beim Schlendern durch das langgezogene Dorf trafen sie an den diversen Standorten „Leute, die wir schon länger nicht mehr getroffen haben“.

Für Marktbeschickerin Corinna Wetzel fühlte es sich so an wie „in einem Cafè oder in einer Flughafenhalle zu sitzen, und die vorbeilaufenden Leute zu beobachten. Es waren auch viele Fremde unterwegs“, stellte sie fest.

Georg Schrenk, der Kassierer des Dorfgemeinschaftsvereins (von links), der Vorsitzende Armin Maier und sein Stellvertreter Markus Langenbacher verkaufen Grillwürste und freuen sich über den tollen Erfolg. Foto: Anita Reichart

„Ich habe nur positive Meldungen bekommen. Diese Veranstaltung tut dem Ort gut, jeder wertschätzt es auch“, erzählte Ortsvorsteher-Stellvertreterin Christina Suppanz, als sie mit dem Fahrrad vom Kuchenkauf, den die heimischen Landfrauen im Mehrzweckhallen-Foyer anboten, zurückkam. Schon nach vier Stunden meldeten die fleißigen Bienen ausverkauft. „Mit so großer Resonanz haben wir nicht gerechnet. Es war eine gute Erfahrung, hat Spaß gemacht und darf gerne wiederholt werden“, sagte Vize-Vorsitzende Beate Köhler. Ortsvorsteherin Angela Giesin freute sich, dass es im Ort so toll angenommen wurde, doch an den Rändern eher weniger, wie sie selbst feststellen musste.

Gute Laune bei allen

Neben dem Trödelangebot konnte man an manchen Stellen auch sein leibliches Wohl pflegen. Wie zum Beispiel bei Katja und Renè Kraft. 80 Pulled-Pork-Burger und 45 Steak-Wecken wurden in drei Stunden verzehrt, was bei ihnen für Verblüffung sorgte. Für musikalische Unterhaltung, immer wieder an neuen Standorten im Dorf, sorgte die achtköpfige heimische Musikergruppe. Und auf dem Hallenvorplatz durften auch Kinder ihr nicht mehr geliebtes Spielzeug verkaufen, was ihnen sichtlich Spaß machte.

Eine Gruppe Wolterdinger Musiker sorgt für Unterhaltung. Foto: Anita Reichart

„Das war etwas Einzigartiges, alle hatten gute Laune und viele Fremde haben Wolterdingen von seiner guten Seite kennengelernt“, freut sich Dorfgemeinschafts-Vorsitzender Armin Maier. Natürlich gebe es auch Verbesserungspotenzial, fügte er an.

Ruf nach Wiederholung

Der erste Dorfflohmarkt
zeigte sich bei allen Beteiligten als ein großer Erfolg. Ein Großteil der Mitmacher, so zeigte sich bei der Veranstaltung, würde sich über eine Wiederholung im kommenden Jahr freuen. Bis es dazu kommen kann, hat der Dorfgemeinschaftsverein allerdings wohl noch andere Pläne, die er durchziehen möchte.