Angelehnt und abgeschlossen: Auch in der Hochbrücktorstraße werden die – hier um drei Exemplare aufgestockten – Bügel gut angenommen. Foto: Otto

Rottweil will zum Rad-Paradies werden. Die vielen neuen Radständer und auch die Ladebox für E-Bikes gefallen aber nicht jedem in der Stadt. Doch wie werden diese Neuheiten überhaupt angenommen? Wir schauen genauer hin.

Rottweil - Mittwochmittag in Rottweil. Wir machen uns bei schönstem Wetter auf zum Fahrradständer-Kontrollrundgang. Werden sie genutzt? Oder sind sie unnötig, wie mancher vor deren Aufstellung unkte? Vor rund drei Wochen wurden die neuen "Fahrrad-Parkplätze" installiert. An insgesamt 24 großen Edelstahl-Bügeln, die gruppiert in der Innenstadt verteilt wurden, lassen sich die Räder nun anlehnen und sicher abschließen. Dabei wäre manch einem in der öffentlichen Diskussion der ein oder andere weitere Autostellplatz lieber gewesen.

In der Fußgängerzone ist der Radständer rappelvoll

Der Praxistest zeigt allerdings: Der Bedarf ist da. In der Fußgängerzone ist der neue Radständer an der Ecke zur Hohlengrabengasse rappelvoll. Ein Ehepaar aus Ingolstadt schließt gerade die E-Bikes an einem der Bügel fest. "Sehr gute Sache", meinen sie. Viele haben ihre Rad zudem gerne im Blick, während sie im Eiscafé sitzen. Auch in der Hochbrücktorstraße, wo die Zahl der Bügel aufgestockt wurde, sind viele der Radständer belegt. Gähnende Leere herrscht dagegen im "Charger-Cube", der Ladestation für E-Bikes. Das ist freilich nicht immer so. Kurz nach der Aufstellung letzten Sommer war die Box gut genutzt – wobei der Standort an der Kapellenkirche so manchem Rottweiler ein Dorn im Auge ist. Bei kleinen Pannen kann übrigens daneben an einer "Rad-Reparaturstation" Abhilfe geschaffen werden.

Am Neuen Rathaus geht nicht so viel

Im Zuge des Mobilitätskonzepts soll Rottweil zunehmend für Radfahrer attraktiv werden. Bei den neuen Abstellmöglichkeiten wurden auch die Vorschläge des Arbeitskreises Radkultur der Lokalen Agenda aufgegriffen. Das Ergebnis scheint nun zu fruchten. Nur der Fahrradständer gegenüber des Neuen Rathauses scheint nicht so gut anzukommen. Wo bislang gerne mal ein Auto für kurze Stopps abgestellt wurde, sind nun mehrere Bügel aufgestellt. Unsere Redaktion hat dort allerdings bislang noch kein Rad gesichtet.