Erst kürzlich hat Tobias Kammerer (rechts) den Besucherraum auf dem Stadtfriedhof künstlerisch ausgestaltet. Oberbürgermeister Christian Ruf hat sich „das kleine Café am Friedhof“ angeschaut und sich das Konzept erläutern lassen. Foto: Stadtverwaltung /Hermann

Seit kurzem lädt „das kleine Café am Friedhof“ zur Begegnung ein. Künstler Tobias Kammerer gestaltete den Besucherraum – und zwar umsonst.

Nachdem die Stadt Rottweil den Nebenraum der Friedhofskapelle bereits mit einem Kaffee-Automaten ausgestattet und für Besucher zugänglich gemacht hat, hat nun der Rottweiler Künstler Tobias Kammerer den Besucherraum auch künstlerisch neu ausgestaltet. Außerdem wartet der Raum nun auch mit einem besonderen Angebot auf, einer „Einraumgalerie“.

Die Aussegnungshalle auf dem Ruhe-Christi-Friedhof hatte Tobias Kammerer bereits im Jahr 2014 künstlerisch neu ausgestaltet. Seit gut zwei Jahren ziert zudem seine Glasskulptur „Engelsflügel“ den Vorplatz. Um das „kleine Café am Friedhof“, das Kammerer erst kürzlich ausgestaltet hat, wurde das Ensemble nun ergänzt. Bunte Farben an Wänden und Möbeln wirken einladend. An der großen blauen Wand hängt ein Gemälde des Künstlers Arno Löbbe – einem Studienkollegen Kammerers.

„Matthias Graf-Hetzler und ich hatten die Idee, hier nicht nur einen ansprechenden Besucherraum zu schaffen, sondern zugleich eine Einraumgalerie einzurichten“, erklärt Tobias Kammerer. So ist das Kunstwerk immer nur über einen bestimmten Zeitraum zu sehen, dann wird es ausgetauscht. „Uns ist wichtig, dass hier regionale und lokale Künstler die Möglichkeit haben, eine Arbeit zu präsentieren“, sagt der Künstler.

Ergänzung zur Kapelle

Dieser Tage hat sich Oberbürgermeister Christian Ruf den Raum angeschaut und sich das Konzept ausführlich erläutern lassen. Auch ihm gefällt’s, wie er sagt. „Der neu gestaltete Besucherraum ist eine gute Ergänzung zur Friedhofskapelle und bietet einen Raum für Gespräche oder einfach zur Begegnung. Durch die Gestaltung passt nun beides auch farblich und stilistisch sehr gut zusammen.“

Und Kammerer betont: „Mir war es wichtig mit diesem kleinen Paradiesgarten eine positive Kraft zu vermitteln und aufzuzeigen, dass der Tod keine Endstation, sondern vielmehr Neubeginn ist. Ich bin sehr dankbar, dass ich meine Idee hier realisieren konnte.“

Geschenk des Künstlers

Der Besucherraum eröffnet Menschen in ihrer Trauer eine Begegnungsmöglichkeit. Hier kann man verweilen, zur Ruhe, oder ins Gespräch kommen und sogar auch Kaffee trinken. Für 50 Cent gibt es am Automaten Kaffee, Cappuccino, Milchkaffee, heiße Schokolade und mehr. Eine kleine Büchergalerie ergänzt das Angebot. Die Ausgestaltung hat Tobias Kammerer kostenlos und als Geschenk für die Stadt ausgeführt.

Das „kleine Café am Friedhof“ ist montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr geöffnet.