„Zehn Jahre Netzwerk Solidarität Friesenheim“ – das wurde auf der Wiese bei der Kirche gefeiert. Foto: Bohnert-Seidel

Zum zehnjährigen Bestehen des Friesenheimer Netzwerks gab es ein großes Fest auf der Wiese zwischen Kirche und Rathaus.

„Was vor zehn Jahren begann, war kein gewöhnliches Vereinsprojekt“, betonte der Vorsitzende Eberhard Braun in seiner Ansprache und fügte an: „Das Netzwerk Solidarität Friesenheim ist kein Verein, der seinen Mitgliedern ein Freizeitangebot oder besondere Vorteile verspricht.“ Ganz im Gegenteil. Wer in diesem Verein mitmache, wisse von Anfang an, hier wird nicht genommen, hier wird gegeben. Verlangt werde nicht im Sinne von Pflichten, als vielmehr im Sinne von Haltung, sozialer Empathie, Verantwortung und Zivilcourage. Das Netzwerk lebe von Menschen, die bereit sind, Flüchtlingen mit offenem Herzen und klarem Kompass zu begegnen. Hinschauen sei gefragt, Verständnis und Begleitung – oft über viele Jahre. Dafür brauche es einen langen Atem, was jedes einzelne Mitglied bewiesen habe. Braun dankte allen Mitgliedern, Unterstützern und Mitstreitern für deren Geduld, Kraft und Menschlichkeit. Es brauche Mut weiterzumachen, selbst wenn es unbequem wird, Missverständnisse entstünden oder Rückschläge kämen.

 

Großer Dank an Eberhard Braun, der seit zehn Jahren den Vorsitz inne hat

Dank galt jedem, der sich einsetze für dessen Entschlossenheit, auch in Zukunft für die Belange der Flüchtlinge einzustehen. Es sei ein Miteinander getragen von christlichen, freiheitlichen und demokratischen Grundwerten. Diese Werte seien kein abstraktes Ideal – sie lebten durch tägliches Handeln, in Besuchen, Gesprächen, Unterstützung bei der Integration, bei Behördengängen, bei der Begleitung von Hausaufgaben, einfach beim Ankommen in einer neuen und fremden Welt.

In Friesenheim stand folglich das Fest unter dem Motto: das Miteinander feiern. Unsere Arbeit wird auch in Zukunft gebraucht. Wir freuen uns auf die nächsten Jahre in Solidarität mit Zuversicht, Offenheit und dem festen Willen, dass Solidarität mehr ist als ein Wort“, erklärte Braun.

Aber auch Braun galt ein ausgesprochener Dank von Seiten der Unterstützen, den Nina Elsäßer von Seiten des Vorstands schenkte: „Ohne dich lieber Eberhard würde es das Netzwerk sicher nicht mehr geben.“ Seit zehn Jahre leitet er mit Ruhe und Souveränität den Verein.

„Worlderers“ begeistern mit ihrer Musik

Charlotte Schubnell, erste Bürgermeisterstellvertreterin, erkennt in Braun das kämpferische und verlässliche Gesicht des Netzwerks Solidarität Friesenheim. Sie erinnerte an das Jahr 2014, als dunkle Wolken am politischen Horizont aufgekommen seien, die Zahl der Asylsuchenden und Flüchtlingen explodierte. Gott sei Dank gelang es – dank der sehr rasch geschaffenen effizienten Strukturen, aus denen final die Gründung des Netzwerks Solidarität hervorgegangen sei, so Schubnell. Vor dem Hintergrund, sich immer stärker eskalierender Krisenherden, himmelschreiendes Beispiel sei hier der Krieg in der Ukraine und ihre Flüchtlinge, die auch in Friesenheim eine Unterkunft und professionelle Unterstützung gefunden hätten. Integration durch Kommunikation sei ein gewaltiges Anliegen, in direkter Begegnung von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur. Dafür brauche es auch die passenden Einrichtungen wie die „Schublade 10“ oder die Arbeiterwohlfahrt sowie die zielgerichtete Kooperation von Schulen und Kindertagesstätten.

Gefeiert wurde gemeinsam bei viel Musik. Die „Worlderers“ spielten unter der Leitung von Herbie Wickertsheim und auch der Musikzug spielte auf – auch er begleitet seit vielen Jahren Veranstaltungen des Netzwerks Solidarität.

Unterstützung

Das Netzwerk Solidarität trifft sich einmal im Monat zum gegenseitigen Austausch. Aktuell zählt es 68 Mitglieder. Wer das Netzwerk unterstützen möchte, meldet sich beim Vorsitzenden Eberhard Braun unter Telefon 07821/3 29 83 43 oder per E-Mail an netzwerk@solidaritaet-friesenheim.de.