„Nemo“, das Netzwerk für nachhaltige Mobilität Kandertal/Oberrhein, soll als „Nemo 2.0“ fortgeführt werden. Ob die Gemeinde Schallbach weiterhin mit dabei bleibt, ist fraglich.
Für die Nemo-Fortführung waren seitens der Energieagentur Südwest für die Haushaltsjahre 2026 bis 2029 zusammen knapp 31 800 Euro angesetzt, für insgesamt 30 Arbeitstage individueller Beratung zu Mobilitätsthemen.
Das sei deutlich zu teuer, fanden die Schallbacher Gemeinderäte und fordern laut einstimmigem Beschluss ein besseres und auf die Zahl der Einwohner bezogenes Angebot, das auch Schallbachs künftige Bedürfnisse berücksichtige. Die Fortführung ist über den Projektzeitraum vom 1. April 2026 bis 31. März 2029 vorgesehen.
Viele ihrer Bedürfnisse in Sachen Mobilität seien nämlich bereits gestillt worden, sagte Bürgermeister Christian Iselin: „Ich sehe nicht, für welche großen Projekte wir das in Anspruch nehmen können.“ Des Weiteren kritisierte er, die Kosten seien für jede Gemeinde gleich hoch – also hätte Schallbach so viel zu zahlen wie beispielsweise das deutlich größere Efringen-Kirchen. Zudem sei es derzeit fraglich, ob es im Rahmen von „Nemo 2.0“ tatsächlich zu einem Carsharing-Standort in Schallbach komme.
Bisherige Kosten
Michael Sütterlin störten die Kosten. Er fand, wenn die Gemeinde Beratung für ein konkretes Projekt benötige, könne man stattdessen einen Berater engagieren, das sei voraussichtlich günstiger.
Im Juli 2022 hatte die Gemeinde Schallbach die Teilnahme an „Nemo“ beschlossen. Dem Netzwerk gehören derzeit zehn Kommunen an, die Energieagentur Südwest agiert als Netzwerkmanagerin. In Schallbach, wo durchgehend Tempo 30 gilt und es keine großen Gewerbebetriebe gibt, wurde seinerzeit für den Ort ein Aufwand von 29,8 Arbeitstagen ermittelt, das machte für drei Jahre 26 600 Euro. Nach Abzug der Förderung und unter Voraussetzung weiterer Zuschüsse seitens Agglo Basel und des Landkreises betrug Schallbachs Eigenanteil knapp 6400 Euro, also pro Jahr gut 2100 Euro.
Anliegen verwirklicht
Damals dachte man im Gemeinderat im Rahmen von „Nemo“ auch an Carsharing mit ein bis zwei E-Autos samt Ladestation und an abschließbare Fahrradboxen, eventuell mit E-Bike-Ladestation. Zwei große Anliegen gab es, die mittlerweile dank der Unterstützung von „Nemo“ bei der Beantragung von Fördergeldern verwirklicht wurden: der Bau zweier barrierefreier Bushaltestellen in der Dorfstraße und der Lückenschluss des Radwegs entlang der Kreisstraße von Rümmingen her bis in den Ort hinein.
Hintergrund
„Nemo“:
Der Verkehr verursacht rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen in der Region, davon entfallen 70 Prozent auf den motorisierten Individualverkehr. Rümmingen, Binzen, Kandern, Schallbach, Wittlingen, Bad Bellingen, Efringen-Kirchen, Eimeldingen, Fischingen und Schliengen schlossen sich daher unter Federführung der Energieagentur Südwest zusammen, um zukunftsweisende Mobilitätslösungen zu erarbeiten. Fuß- und Radverkehr, Bike & Ride, E-Mobilität, Sharing- und Mitfahrangebote sollen untereinander und mit anderen Mobilitätsformen verknüpft werden.