Hansjürgen Köhler ist seit Jahrzehnten mit der Erforschung von Himmels-Phänomenen beschäftigt – und erhält auch Meldungen aus dem Kreis Rottweil. Foto: CENAP/Köhler

Ein Forschernetzwerk meldet ein Rekordjahr an Ufo-Sichtungen. Und siehe da: Es gibt etliche Meldungen aus dem Kreis Rottweil. Was dahinter steckt? Wir haben es herausgefunden.

Was leuchtet und schwebt denn da am Himmel? Während mancher das einfach mit einem „Wird schon ein Flugzeug sein“ abtut, nehmen andere die Sache ernst. Wer ein vermeintlich „unbekanntes Flugobjekt“, Ufo genannt, sichtet, kann dies an ein zentrales Forschernetzwerk melden. Und auf Nachfrage, ob zuletzt auch Sichtungen aus dem Kreis Rottweil gemeldet wurden, erfahren wir erstaunliche Details.

 

Der Mann für Ufo-Sichtungen aller Art heißt Hansjürgen Köhler. Er ist Leiter und Mitgründer von CENAP – was „Centrales Erforschungs-Netz außergewöhnlicher Himmels-Phänomene“ bedeutet. Das Netzwerk mit vielen internationalen Kontakten wurde 1976 in Mannheim gegründet – seit den 90ern wird eine bundesweit tätige Ufo-Meldestelle betrieben.

Forscher mit kritischer Einstellung

Das Entscheidende: Hier sammeln nicht etwa Ufo- und Alien-Fans Belege dafür, dass es „Ufos“ gibt – die Ausrichtung geht eher in die gegenteilige Richtung. Himmelsphänomene werden kritisch hinterfragt und erforscht – um verschiedenste Beobachtungen letztendlich klären zu können.

„Unser Arbeitsfeld umfasst die Ufo-Historie, Fallanalysen, aktuelle Ereignisse und entmystifizierende Tatsachen. Wir haben eine skeptische und kritische Einstellung gegenüber den Ufo-Vereinen, welche ein Ufo-Weltbild vermitteln wollen, das es so nicht gibt“, so Hansjürgen Köhler.

Der Mensch ist leicht zu täuschen

Fakten statt Vermutungen also. Menschen, die bei CENAP eine Sichtung melden, wollen eine Erklärung, sagt Köhler. Um diese geben zu können, brauchen die Forscher genaues Datum und Uhrzeit, Beobachtungsort samt Straße, Beobachtungsrichtung und wenn vorhanden Fotos. Der Mensch sei leicht zu täuschen in Sachen Wahrnehmung, sagt der Forscher. Es kämen Meldungen von überall her, quer durch alle Gesellschaftsschichten.

Tatsächlich haben auch im Kreis Rottweil im vergangenen Jahr einige Menschen Ufo-Sichtungen gemeldet, wie wir auf Nachfrage von Köhler erfahren. Er kann diese Beobachtungen genau benennen – und natürlich auch, was letztlich dahinter steckte.

So wurde laut Köhler am 9. Januar 2024 aus Schramberg eine Ufo-Sichtung gemeldet. Identifiziert wurde das Himmelsobjekt von den Forschern daraufhin klar als „Planet Venus“.

Elon Musks Satelliten sind oft vertreten

Starlink-Satelliten des Tech-Milliardärs Elon Musk werden laut Meldestelle CENAP immer wieder fälschlicherweise für Ufos gehalten. Foto: Gene Blevins/ZUMA Press Wire/dpa

So auch am 27. August bei einer Meldung, die aus Oberndorf beim Forschernetzwerk einging. Identifiziert wurde dieses vermeintlich Ufo als „Starlink-Satelliten ReEntry/ Verglühen bei Wiedereintritt in Atmosphäre“. Genau die selbe Antwort erhielt demzufolge zwei Bürger aus Rottweil, die unabhängig voneinander am selben Tag eine Ufo-Sichtung an CENAP gemeldet hatten. Seit 2019 landen Elon Musks Starlink-Satelliten immer wieder ganz oben im Ranking der Meldungen.

Und manchmal ist es auch eine Drohne

Von knapp hinter der Kreisgrenze ging außerdem am 6. September eine Meldung bei den Forschern ein. Aus Hornberg wurde ein Ufo gemeldet – es war laut Erkenntnis der Forscher eine Drohne. Leider, so Köhler, liegen aus diesen Fallmeldungen keine brauchbaren Fotos zur Veröffentlichung vor. Das Archiv von CENAP ist allerdings voll davon.

Insgesamt 1084 Ufo-Meldungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren es 2024. „Üblicherweise verzeichnet man im Schnitt 600 bis 800 Meldungen pro Jahr“, sagt Köhler.

Das Forschernetzwerk gibt seine Erkenntnisse auch weiter: Bei Vorträgen an Sternwarten, Planetarien und Volkshochschulen wird über die jahrzehntelangen Untersuchungen des Ufo-Phänomens berichtet.

Wer für eine eigene Beobachtung Klarheit schaffen will, findet unter www.hjkc.de weitere Informationen. Übrigens: Wie Köhler betont, seien „kleine grüne Männchen“ noch nie gemeldet worden.