„Lisa ist erwachsen geworden“, sagt Lene Klenke, die in „How to Sell Drugs Online (Fast)“ die Ex-Freundin von Moritz spielt, die jetzt als Journalistin arbeitet. Foto: Netflix/Pau Hepper

Lena Klenke freut sich über die treuen Fans von „How to Sell Drugs Online (Fast)“ und darf sich als Lisa in der vierten Staffel der Netflix-Serie endlich von der Jungs-Clique emanzipieren.

Mit der Rückkehr von „How to Sell Drugs Online (Fast)“ hatte selbst Lena Klenke, einer der Stars der Serie, nicht gerechnet. Die vierte, finale Staffel, die jetzt bei Netflix startet, erzählt davon, dass Moritz (Maximilian Mundt), der als Schüler einen Online-Drogenversand aufgebaut hat, nach vier Jahren aus dem Knast entlassen wird, und von Lisa (Lena Klenke), die an ihrer Karriere als Journalistin arbeitet.

 

Frau Klenke, ist „How to Sell Drugs Online (Fast)” eigentlich immer noch eine Coming-of-Age-Serie?

Na ja, in der ersten Staffel waren wir ja wirklich noch Kinder. Und inzwischen sind unsere Charaktere älter geworden, haben Jobs und ihr eigenes Leben. Aber so richtig erwachsen sind sie, glaube ich, immer noch nicht.

Seit der dritten Staffel sind vier Jahre vergangen.

Auf der einen Seite hat sich das gar nicht wie vier Jahre angefühlt, auf der anderen Seite ist krass viel passiert in der Zwischenzeit. Wir hatten ja auch gar nicht damit gerechnet, dass wir noch mal so zusammen spielen dürfen, und wurden völlig davon überrascht, als es hieß, wir machen noch eine weitere Staffel.

„How to Sell Drugs Online (Fast)“ist bis heute eine der ersten deutschen Netflixserien. Woran könnte das liegen?

Ich glaube, die Serie hat es geschafft, nicht zu deutsch auszusehen. Wir haben nie dem entsprochen, was man früher so mit dem deutschen Fernsehen assoziiert hat. Ich kenne Leute aus meinem Umfeld, die sonst immer sagen: Ne, deutsche Sachen schau ich nicht. Ich glaube aber, wir haben einen Nerv getroffen, was die Themen und was den Look angeht. Die Serie hat ein hohes Erzähltempo, ist schnell geschnitten und sehr nah dran an der Generation, um die es geht. Bei Netflix hast du immer nur ein sehr kleines zeitliches Fenster, in dem sich entscheidet, ob du die Zuschauer packst oder nicht. Das haben wir irgendwie ganz gut geschafft. Und die Fans sind treu: Ich finde es erstaunlich, wie viele Menschen jetzt sagen: Ach, endlich kommt die neue Staffel! Ich dachte eigentlich, die hätten uns längst vergessen.

Welche Figur aus „How to Sell Drugs Online (Fast)“ hat Ihrer Meinung nach das Beste aus ihrem Leben gemacht?

Von außen würde man wahrscheinlich sagen, dass es bei Dan am besten läuft, der Chef von Bonus Life ist und dieses coole Office hat. Aber wenn man genau hinschaut, sieht man, dass der Schein trügt. Und andersrum würde man von außen wahrscheinlich sagen: Oh Gott, der arme Moritz, der saß vier Jahre im Knast. Aber der hatte, glaube ich, eigentlich trotz allem eine ganz gute Zeit und hat sich im Gefängnis sogar ziemlich gemacht.

Und was ist mit Lisa, die jetzt als Journalistin arbeitet?

Ja, man sieht: Lisa hat ihr eigenes Leben, sie hat es rausgeschafft. Sie klebt den Jungs nicht an den Hacken, sondern bekommt es nur wegen einer Geschichte als Journalistin, an der sie dran ist, wieder mit ihnen zu tun. Sie ist erwachsener geworden, und sie macht jetzt ihr eigenes Ding. Wir durften unsere Charaktere in der Serie von Anfang an auch ein wenig mitentwickeln oder Input geben. Mir war schon wichtig, dass Lisa nicht nur Anhängsel der Jungs-Clique ist, und ich habe dafür gekämpft, dass Lisa ihre eigene Story bekommt und nicht nur mal die Freundin von Moritz und mal die Freundin von Dan ist oder so.

Und was ist mit Ihrer eigenen Karriere? Träumen Sie noch von einer Rolle in Hollywood? Oder ist Ihnen angesichts der Nachrichten, die täglich aus den USA kommen, die Lust vergangen?

Ich beobachte mit großem Schrecken, was gerade in den USA passiert. Und ich finde es ziemlich gruselig zu beobachten, wie schnell dort Dinge umgesetzt werden. Ich habe ja mal ein Jahr in den USA gelebt und bin immer wieder dort gewesen. Seit der Corona-Zeit allerdings nicht mehr. Und jetzt frage mich schon: Will ich da jetzt überhaupt noch hin? Kann ich mir vorstellen, an so einem Ort zu leben? Andererseits bin ich weiterhin ein großer Fan der Filmwelt dort. Als ich mir zum Beispiel die Oscarverleihung angeschaut habe, dachte ich die ganze Zeit: Wow, wie viele großartige Filmemacher es in Hollywood doch gibt! Ich möchte schon sehr gerne für internationale Produktionen vor der Kamera stehen. Auch wegen der vielen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.

Maximilian Mundt als Moritz, der vier Jahre wegen seiner Drogengeschäft im Gefängnis saß Foto: Netflix/Paul Hepper

„How to Sell Drugs Online (Fast)“ lehnt sich ja an die wahre Geschichte von Maximilian Schmidt an, der als Teenager eine illegale Drogenplattform aufbaute. Haben Sie ihn eigentlich mal kennengelernt?

Ja, tatsächlich hatte die Produktion mal Kontakt zu ihm aufgenommen, und er hat uns dann am Set besucht. Wir waren alle zunächst sehr ehrfürchtig, haben dann aber gemerkt, dass er einfach nur ein Typ von nebenan ist, dem gar nicht so bewusst war, was er da gemacht hat. Er selbst war auf der anderen Seite sehr beeindruckt, dass da quasi sein Leben verfilmt wird. Wir mussten bei der Serie ein bisschen aufpassen, dass wir ihn nicht zu sehr auf ein Podest stellen. Er ist ja auch inzwischen wieder im Knast. Oder war es zumindest noch einmal.

Das heißt, die vierte Staffel müsste gar nicht die letzte sein.

Er liefert uns auf jeden Fall genug Stoff, um weiterzumachen.

Und wenn Hollywood stattdessen beschließen würde, das Leben Lena Klenkes zu verfilmen: Wer sollte Sie spielen?

Oha. Ich glaube mein Leben bietet dafür nicht genug Stoff. Das würde sich nicht lohnen. Aber Jennifer Lawrence fände ich schon sehr cool.

„How to Sell Drugs Online (Fast)“ und ihre Stars

Serie
 „How to Sell Drugs Online (Fast)“ war 2019 nach „Dark“ und „Dogs of Berlin“ die dritte deutsche Netflixserie. Sie erzählt von Moritz, der in seinem Kinderzimmer einen Online-Drogenversand aufbaut. Bis 2021 erschienen drei Staffeln. Am Dienstag, 8. April, startet die vierte Staffel bei Netflix.

Stars
 Maximilian Mundt (29, „Buba“) spielt den Nerd Moritz, Lena Klenke (29, „Fuck ju Göhte“) ist Lisa, die (Ex-)Freundin von Moritz, Danilo Kamperidis (25, „Buba“) spielt Lenny, den besten Freund von Moritz, Damian Hardung (26, „Maxton Hall“, „Love Sucks“) ist Moritz’ Rivale Dan.