Imkerin Bianka Treiber aus Bad Herrenalb kämpft verzweifelt gegen die Asiatische Hornisse. Doch diese breitet sich rasant aus. Jetzt fordern Politiker wie Klaus Mack Förderregelungen.
Der Schock sitzt tief bei Bianka Treiber: Vergangenes Jahr zerstörte die asiatische Hornisse ihre Bienenvölker in Bad Herrenalb. „Es wird jedes Jahr schlimmer. Ich traue mich kaum noch in den Urlaub“, sagt Treiber.
Ihre Worte spiegeln die Verzweiflung vieler Imker wider, die mit den Folgen der invasiven Art kämpfen und sogar aufgeben, da die Schäden untragbar sind, teilt das Büro Mack in einer Pressemitteilung mit.
„Die Ausbreitung der asiatischen Hornisse bedroht nicht nur die Imkerei und Landwirtschaft, sondern auch die biologische Vielfalt und menschliche Gesundheit“, sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Mack. Als Mitglied des Umweltausschusses befasst er sich intensiv mit invasiven Arten und ihren Auswirkungen auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Er weiß, wie sehr die Hornisse durch ihre Fressjagd auf Bienen und andere Bestäuber das ökologische Gleichgewicht gefährdet.
Rasante Ausbreitung
Seit der ersten Sichtung der asiatischen Hornisse in Baden-Württemberg 2004 breitet sich die Art rasant aus. 2025 gab es in Bad Herrenalb 35 Nester, in Bad Wildbad zählte Hornissenfachberater Michael Gues insgesamt 22 Nester. Ein Großteil davon konnte entfernt werden.
Experten schätzen, dass sich aus einem Nest im Folgejahr fünf bis zehn neue Nester bilden. Diese sind oft schwer zu entdecken, da sie in hohen Bäumen oder an Gebäuden gebaut werden.
Erschwerte Bekämpfungsmöglichkeit
Die Imker kritisieren die erschwerten Bekämpfungsmöglichkeiten: Seit der Einstufung der Hornisse als „weit verbreitet“ im März 2025 entfällt die Pflicht zur sofortigen Nestbeseitigung. Die Beauftragung zur Nestentfernung und die hierfür entstandenen Kosten müssen durch den Eigentümer oder die Kommune erfolgen und getragen werden.
„Es ist unglaublich, was da passiert“, sagt Hornissenfachberater Gues, der bereits im Landtag Stellung nahm. Er wünscht sich vom Land Baden-Württemberg eine langfristige Finanzierung der professionellen Nestentfernung und einen stärkeren Fokus auf die Weiterentwicklung der Methoden.
Kein Randthema
Das Ministerium für ländlichen Raum fördert nun mit 95 000 Euro über 1500 Nestentfernungen bis Ende Juli 2026, sodass die Entfernung für die betroffenen Bürger kostenlos bleibt. „Die asiatische Hornisse ist sehr aggressiv, besonders in der Nähe ihres Nests. Das macht die Entfernung gefährlich“, erklärt Gues. In Bad Herrenalb wurden über 10 000 Flyer verteilt, um das Wissen über die invasive Art zu schärfen.
„Die Asiatische Hornisse ist kein Randthema. Sie ist ein wachsendes Umwelt- und Wirtschaftsproblem, das wir nicht länger ignorieren dürfen“, sagt Mack. Die CDU-Landtagsfraktion ist bereits dran. Es gehe um landesweite Förderregelungen sowie stärkere Unterstützung für Kommunen und Ehrenamtliche.
Mehr politische Unterstützung
Zudem will Mack mit parlamentarischen Nachfragen an das Umweltministerium die politische Aufmerksamkeit erhöhen.
„Es ist an der Zeit, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Schäden zu begrenzen und betroffene Akteure wie Imker und Landwirte zu unterstützen. Wir müssen unsere Biodiversität, die Menschen und die Landwirtschaft schützen“, so Mack.