Gelbe Beinenden, schwarze Brust und ein dunkler Hinterleib: Die Asiatische Hornisse ist in St. Georgen angekommen. Ein Nest wurde gesichtet. (Symbolfoto) Foto: dpa/Boris Roessler

Die Asiatische Hornisse ist auf dem Vormarsch – nun wurde auch in St. Georgen ein Nest gesichtet. So lauten die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Sie kommt aus Südostasien, breitet sich rasant in Baden-Württemberg aus und ist der Schreck vieler Imker: Die Asiatische Hornisse gilt bereits seit 2025 als etabliert in Deutschland. Nun ist die invasive Art auch in St. Georgen angekommen.

 

Wie die Stadtverwaltung am Freitagmorgen mitteilt, wurde aktuell ein Nest der Asiatischen Hornisse in St. Georgen gesichtet. Schon in den vergangenen Tagen und Wochen waren in einigen Orten rund um St. Georgen Tiere und Nester der invasiven Art entdeckt worden.

„Die Bevölkerung wird gebeten, die Augen offenzuhalten und mögliche Sichtungen mit Foto zu melden“, appelliert Tabea Epting, bei der Verwaltung fürs Stadtmarketing zuständig, daher. Das sollte man dazu wissen.

Wie erkennt man die Asiatische Hornisse?

Das Tier ähnelt der hierzulande heimischen Hornisse, ist jedoch mit einer Größe von etwa 1,7 bis 2,4 Zentimetern etwas kleiner, informiert die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg. Darüber hinaus, heißt es weiter, erkenne man die Asiatische Hornisse an ihrer schwarzen Grundfärbung: schwarze Brust, dunkler Hinterleib mit wenigen gelben Binden und schwarz-gelb gefärbte Beine.

Was macht die Asiatische Hornisse gefährlich?

„Die Asiatische Hornisse gehört zu den invasiven Insekten, mit hohem Schadpotenzial für die heimische Biodiversität“, informiert die Stadtverwaltung St. Georgen in einer Mitteilung; „verifiziert von der Wespen- und Hornissenbeauftragten Miriam Wahr und dem Imkerverein St. Georgen“.

Demnach verursache die Asiatische Hornisse insbesondere Schäden an Bienenvölkern, aber auch im Obst- und Weinbau. Sie ernährt sich hauptsächlich von anderen Insekten, darunter Honigbienen, Wildbienen, Fliegen und Wespenarten – angesichts der rasanten Ausbreitung der invasiven Art kann das zum Problem für die Biodiversität werden.

Wie und wo nistet die Asiatische Hornisse?

Zwischen März und Juli – also in der aktuellen Jahreszeit – können Embryonal- oder Primärnester der Asiatischen Hornisse gesichtet werden. Sie werden im Frühjahr von der Königin gebaut. Die etwa Handballen großen Primärnester befinden sich an geschützten Orten, etwa in Hecken, Schuppen oder unter Dachvorsprüngen – oft in für Menschen gut erreichbaren Höhen.

Bei den Sekundärnestern sieht das anders aus: Sie sind etwa zwischen August und Dezember zu finden, haben ein seitliches Flugloch, beherbergen ganze Hornissen-Völker und hängen in Bäumen, Hecken oder an Gebäuden – oft in zehn bis 30 Metern Höhe. Sie sind daher und wegen ihrer Größe – Sekundärnester erreichen eine Höhe von bis zu einem Meter – deutlich schwerer zu erreichen als Primärnester.

Tier gefunden oder Nest entdeckt – was nun?

Wer ein Nest der Asiatischen Hornisse entdeckt, sollte vor allem Abstand halten. Kommt ein Eindringling ihrem Nest zu nahe, stechen die Tiere, die sich ansonsten – analog zu heimischen Arten – wenig aggressiv verhalten, um sich zu verteidigen. Aus diesem Grund raten Experten auch davon ab, Nester selbst zu entfernen: „Das Entfernen der Nester gilt als wirksamste Methode der Bekämpfung, sollte aber von Spezialisten mit Fachkenntnis und Schutzausrüstung durchgeführt werden.“

Die Stadtverwaltung ruft stattdessen dazu auf, das Nest an die Landesanstalt für Umwelt zu melden. Das geht online unter www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/asiatische-hornisse-melden. Benötigt werden ein Foto des Tiers beziehungsweise des Nests sowie der Standort der Sichtung.

Und dann heißt es warten: „Die Landesanstalt für Bienenkunde prüft die eingehende Meldung, gibt weitere Instruktionen und unterstützt bei der Vermittlung von sachkundigen Personen für die Nestentfernung“, erklärt die Stadtverwaltung. Auf die Rückmeldung sollte unbedingt gewartet werden, heißt es aus dem Rathaus, „damit eine Verwechslung mit geschützten einheimischen Arten vermieden wird“.