Die Haushaltszahlen für das vergangene Jahr liegen nun in Seewald vor und weisen ein deutliches Defizit auf.
Mit einem satten Negativergebnis von rund 785 000 Euro schließt das vergangene Jahr 2024 ab. Diese bittere Kröte mussten die Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats schlucken. Klar wurde dabei, dass es um die Finanzen der Kommune nicht gut bestellt ist.
Dennoch machte Kämmerer Erik Beckmann Hoffnung auf bessere Zeiten, auch weil man die entsprechenden Weichen gestellt habe. „Wir haben durch verschiedene Gebührenerhöhungen den Abwärtstrend erstmal gebrochen, aber auch für das laufende Jahr rechnen wir mit einem Negativergebnis“, sagte der Kämmerer. „Jetzt wird es deutlich, warum wir gewisse Maßnahmen ergreifen mussten, wir müssen den Trend durchbrechen“.
Beckmann sagte, dass man noch ein Jahr mit Verlust abfedern könne, er gehe aber durch die Bemühungen davon aus, dann wieder bessere Zahlen vorlegen zu können. Als Hauptgrund für das schlechte Vorjahresergebnis nannte er die deutlich schlechteren Gewerbesteuereinnahmen.
Verdienen die Bürger wirklich mehr?
Gemeinderätin Annelie Keck von der Frauenliste wehrte sich dagegen, pauschal zu sagen, dass die Gehälter der Einwohner steigen würden und daher auch Gebührenerhöhungen zu tragen seien. „Sie sagen immer die Leute verdienen mehr, wir haben da doch gar keine Vergleichszahlen, das finde ich nicht gut“, sagte sie.
Auf die Nachfrage von Monika Stelzer-Podschwadt (FL) nach den Gründen für das hohe Minus, sagte Kämmerer Beckmann, dass einfach die Aufwendungen deutlich mehr gestiegen seien als die Einnahmen. „Wir können die Erträge in vielen Bereichen gar nicht steuern, wir haben aber viele Pflichtaufgaben, die wir wahrnehmen müssen“, so Beckmann.
Als größte Investition nannte er Kosten in Höhe von rund 2,8 Millionen Euro für den Breitbandausbau. Gemeinderat Jochen Bier (VS) wollte wissen, ob sich diese Investitionen amortisieren würden. „Wir haben eine hohe Förderung bekommen, trotzdem wird es einige Jahrzehnte dauern, bis sich das amortisiert“, erklärte Bürgermeister Damrath. „Das Ergebnis ist kein schönes Ergebnis, aber wir haben unserer Hausaufgaben für die kommende Jahre gemacht.“