Ganz schön was los: Die Müllsammelaktion des Schulverbunds Deutenberg in Schwenningen war wieder ein voller Erfolg. Foto: Moritz Schütz

Die Schüler der fünften bis achten Klassen am Schulverbund Deutenberg in Schwenningen zeigen wie’s geht: Im Rahmen ihres Aktionstages räumen sie mehrmals im Jahr den Neckar auf. Weitere Schulen wollen sich künftig daran beteiligen.

Laptops, Kinder- und Einkaufswagen und unzählige Vape-Hülsen: Entlang des Neckars findet sich alles mögliche.

 

„Die Schüler erschrecken, was die Leute alles wegwerfen und dann in der Natur herumliegen lassen“, erzählt Moritz Schütz.

Er ist als Lehrer am Schulverbund Deutenberg in Schwenningen tätig und hat das Projekt ins Leben gerufen. „Viermal im Jahr räumen die Schüler im Rahmen des Aktionstages das Flussufer auf.“

Normalerweise sei dafür die Stadt zuständig, für das Projekt setze diese die Aufräumarbeiten aber für ein bis zwei Wochen aus. „Das reicht auch schon, damit die Schüler jede Menge Müll finden“, so das Fazit des Lehrers. Pro Klasse finden sich etwa vier bis sechs Kilo Müll, dieser werde dann von der Abfallfirma abgeholt und entsorgt.

Pädagogik im Vordergrund

Im Vordergrund des Projekts stehe weniger das Mülleinsammeln, sondern mehr das Pädagogische, erklärt Schütz. „Die Schüler sollen etwas für sich mitnehmen und ihr eigenes Handeln hinterfragen“, erklärt Schütz. „Für viele meiner Schüler ist das der Schulweg und ein Ort, an dem sie sich in ihrer Freizeit aufhalten. Ich möchte mit der Aktion erreichen, dass sie sich mit ihrer Heimat etwas stärker verbunden fühlen.“

In der fünften und sechsten Klasse sei die Motivation meist kein Problem, erzählt der Lehrer, bei den älteren Schülern ist die Freude dagegen etwas verhalten. „Mit der Zeit sind sie dann aber dich eifrig bei der Sache, vor allem, wenn sie von Passanten angesprochen und gelobt werden.“

Workshops zum Thema Umweltschutz

Nach etwa ein bis zwei Stunden Müllsammeln stehen verschiedene Workshops auf dem Programm. Im Umweltzentrum lernen die Schüler über die Wichtigkeit von Mülltrennung und den Gefahren von Mikroplastik für die Umwelt.

Das Fischmobil des Landesfischereiverbands kläre vor Ort darüber auf, was eigentlich alles im Neckar lebt und bei der „Moos-Rally“ können die Schüler das Schwenninger Moos besser kennen lernen. Bei einer Kunstaktion mit der städtischen Galerie haben die Schüler den gefundenen Müll regelrecht in Kunstwerken verwandelt. „Die sind toll geworden, wir wollen sie noch im Schulgebäude aufhängen“, lobt Schütz seine Schüler.

Diese Kunstwerke haben die Schüler aus dem Müll gemacht den sie zuvor am Neckarufer gefunden haben. Foto: Jessica Müller

Das große Ziel sei es, möglichst viele weitere Schulen mit ins Boot zu holen und irgendwann den ganzen Neckar aufräumen, ist Schütz motiviert. Dabei sollen vor allem Haupt-, Real- und Sonderschulen im Fokus stehen.

Lehrermangel macht Situation schwierig

Der vorherrschende Lehrermangel macht die Organisation jedoch recht schwierig. „Der mit dem Projekt verbundene Arbeitsaufwand wirkt für andere Schulen erst mal abschreckend“, so Schütz. Mit zwei Schulen – in Sulz und Epfendorf – sei er aber hinsichtlich des nächsten Neckartages am 12. April derzeit im Gespräch. Eine Zusage sei bereits sicher.