Wer entdeckt ihn? Während die Sonne hinter Rottweil untergeht, verspannt ein gesicherter Spezialist der Brückenbau-Firma die ersten Seile der Hängebrücke „Neckarline“. Foto: Otto

Bei diesem Anblick hält jeder kurz den Atem an: Bei der ersten Baustellen-Führung an der Hängebrücke in Rottweil ist sogar „Spiderman“ live zu erleben. Wir waren dabei.

Es ist die perfekte Kulisse : Die Sonne steht tief über Rottweil, als Projektleiter Roland Haag am Donnerstag erstmals seit Baubeginn interessierte Bürger über die spektakuläre Baustelle der neuen Hängebrücke „Neckarline“ führt. Für die rund 60 Teilnehmer – weitere Führungen werden folgen – gibt es spektakuläre Einblicke und allerhand Wissenswertes aus dem Nähkästchen.

 

Treffpunkt ist am neuen Parkplatz auf dem Berner Feld, der derzeit extra für die Hängebrücken-Besucher gebaut wird. Und Roland Haag liefert auch gleich ein wichtiges Detail: „Preislich haben wir uns an der Stadt orientiert, eine Stunde wird einen Euro kosten, der ganze Tag acht Euro.“ Hier sollen die Besucher ankommen, um dann über die Brücke in die Stadt spazieren zu können. Es geht freilich auch andersrum, betont Haag auf Nachfrage eines Teilnehmers.

Tüfteleien und Denkmalschutz

Der Projektleiter gibt zum Start tiefe Einblicke in die – durchaus lange – Planungsphase und betont: „Es lag nicht an der Stadt.“ Bebauungsplan-Prozedere und Denkmalschutz seien dennoch herausfordernd gewesen, man habe die Neckarline dann nochmal umgeplant, weil man Rottweil eben nur das Beste bieten wolle. An der „Blackforestline“ in Todtnau, die schließlich noch vor der Neckarline gebaut wurde, habe man wertvolle Erfahrungen gesammelt.

Über den Fußweg, über den künftig Tausende Besucher laufen werden, geht es dann für die Teilnehmer direkt auf die Baustelle. Alle sind von Standortleiterin Nicola Bax mit Sendern und Kopfhörern ausgestattet worden, damit Roland Haag gut zu verstehen ist.

Präsident der VSAN schlägt mehrere Brücken

Und zu berichten hat er einiges. Am Brückenpylon informiert er über das künftige Besucherzentrum, die tonnenschweren Seile, die Spanntechnik, die besondere Stahlkonstruktion und schlägt als Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) auch die ein oder andere „Brücke“ zur Fasnet.

In schwindelerregender Höhe

Vor dem Sonnenuntergang über der Rottweil Stadtkulisse sorgt derweil ein Fachmann der österreichischen Spezialfirma HTB in schwindelerregender Höhe für Staunen. Der klettert und hangelt sich „Spiderman“-ähnlich an den ersten gespannten Seilen der Neckarline überm Neckartal entlang – ein Arbeitsplatz, der seinesgleichen sucht.

Ticketvorverkauf läuft

Wie der Projektleiter ankündigt, wird es noch viele derartiger Szenen zu bestaunen geben – alles unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen natürlich. Auf die fertige Brücke, so Haag schmunzelnd auf die Frage eines Teilnehmers, dürften dann ab Ende April „alle, die keine Angst haben“. Der Ticketvorverkauf hat bereits begonnen.

Weitere Baustellen-Führungen werden am 15. Januar, 29. Januar, 19. Februar und 5. März angeboten. Weitere Infos dazu gibt es hier.