Die Hängebrücke in Rottweil soll im Frühjahr zur neuen Touristenattraktion werden. Jetzt erfahren wir, was ein Ticket kosten wird.
Der Testturm in Rottweil bekommt aktuell einen kleinen Bruder – oder sagen wir besser, einen Cousin: Während der Turm mit seinen 246 Metern Höhe weithin eine sichtbare Landmarke setzt, ragt der neue Pylon für die Hängebrücke nun auch schon beeindruckend weit in die Höhe.
Mit 60 Metern wird er zwar deutlich kleiner ausfallen, doch schon jetzt zeigt sich, dass er die Landschaft verändern wird. Und er ist auch Zeichen dafür, dass der Brückenbau voranschreitet und die Fertigstellung langsam in greifbare Nähe rückt.
Mit 606 Metern Länge wird sich die Hängebrücke in einer besonderen S-Form über das Neckartal spannen. Doch was wird das Erlebnis für die Besucher denn nun eigentlich kosten?
Beim Zug des ersten Seils per Helikopter über das Tal fragen wir bei Projektleiter Roland Haag nach: Steht der Ticketpreis fest? Ja, sagt er und verrät: „13,50 Euro wird ein Ticket kosten.“ Ermäßigungen für Kinder und weitere gibt es natürlich auch.
Für die 13,50 Euro kann man natürlich hin und zurück spazieren. Also vom Berner Feld aus – wo ein großer Parkplatz entsteht – hinüber über die Fußgängerbrücke in die Innenstadt und nach dem Stadtbummel wieder zurück. Oder man startet den Hängebrücken-Nervenkitzel von der Innenstadt aus.
Tickets vor Weihnachten?
Das große Besucherzentrum entsteht auf dem Berner Feld, aber auch im Bockshof in der Innenstadt wird man Tickets kaufen können, so Haag. Ganz bequem erfolgt die Reservierung online – derzeit ist man an der Freischaltung des Portals, womöglich können schon vor Weihnachten Tickets erworben werden.
Wir schauen nach, wie es sich mit dem Preis für die Neckarline im Vergleich zu den anderen beiden Brücken von Investor Günter Eberhardt, Chef der Firma Eberhardt Bewehrungsbau, verhält: Über die 380 Meter lange „Wildline“ in Bad Wildbad kann man für 9,50 Euro spazieren, bei der 450 Meter langen „Blackforestline“ in Todtnau werden für das „Kombiticket Brücke und Wasserfall“ 12 Euro fällig.
Teuerster Preis – aber doch günstig
Das heißt: Die „Neckarline“ in Rottweil hat zwar den teuersten Ticketpreis, ist aber dann immerhin die günstigste, wenn man den Preis auf den Meter umlegt.
Anzunehmen ist jedenfalls, dass die Rottweiler Brücke den Planern durch ihren Andockpunkt in der Innenstadt, den statisch herausfordernden Pylon und die Tücken im Tal mit Bahngleisen und Neckar das meiste Kopfzerbrechen bereitet haben dürfte – und zwar zehn Jahre lang.
Kosten von rund zwölf Millionen
Vorgestellt worden war das Projekt erstmals im Jahr 2016, damals noch mit einer Gesamtlänge von 950 Metern und geschätzten Baukosten von rund sechs Millionen Euro, inzwischen liegen diese laut Investor bei rund zwölf Millionen Euro. Die Stadt rechnet mit 100 000 Besuchern pro Jahr. Und die sind mit etwas mehr als zwei Cent pro Meter dabei – einfach gerechnet.