Der Parkplatz zwischen Neckarhalle und Neckartower ist laut Schild eigentlich privat. Dennoch wird er regelmäßig genutzt – vornehmlich von Studenten und Autoposern. Foto: Mareike Kratt

Der Parkplatz an der Neckarhalle wird fleißig genutzt – aber nicht regelkonform. Um dagegen anzugehen, will die Stadt jetzt ein neues Parksystem einführen.

Das Parken rund um die Neckarhalle war schon immer ein großes Streitthema seit der Eröffnung der Veranstaltungshalle im Jahr 2019. Vor allem bei den Anwohnern des gegenüberliegenden Neckarstadtteils war die Befürchtung groß, dass die Stellplätze rund um Halle bei Großveranstaltungen nicht ausreichen und die Besucher auf den Neckarstadtteil ausweichen würden. Als Folge wurde in einigen Straßen des Neckarstadtteils Anwohner-Parken eingeführt.

 

Der damals befürchtete Besucheransturm beziehungsweise der Parkplatzmangel ist allerdings nicht das Problem, mit dem die Stadt laut Verwaltungsvorlage, die als Information in die kommende Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 23. Juli, kommt, zu kämpfen hat.

Das Problem

Vielmehr geht es um die „ordnungsgemäße Nutzung“ des Parkplatzes zwischen Neckarhalle und Neckartower, gegen die immer wieder verstoßen werde. Der Parkplatz, der rund 100 Stellplätze umfasst, ist nicht bewirtschaftet, wird aber als „Privatparkplatz Neckarhalle“ ausgeschrieben. An der Einfahrt steht ein Parkverbotsschild mit Abschleppwarnung bei Missachtung.

Doch scheinbar zeigt das Schild keine Wirkung: Die Stellflächen würden wild beparkt, vor allem durch Studenten. „Dabei werden Halteverbotszonen, unter anderem für den Brandschutz, sowie Fahrgassen blockiert und markierte Stellflächen missachtet“, heißt es vonseiten der Verwaltung.

Außerdem verwandele sich der Parkplatz regelmäßig zum Treffpunkt der Autoposer. Das Verhalten beeinträchtige „in erheblichem Maße“ die eigentliche Nutzung für städtische Veranstaltungen, Gremiensitzungen sowie externe Tagungs- und Kulturveranstaltungen in der Neckarhalle. Die Folge: Oftmals sei die ursprüngliche Nutzung der rund 100 Parkplätze aufgrund des Parkdrucks aus dem Umfeld nicht mehr möglich.

Die Konsequenz

Und die Stadt zieht schon bald, nach den Sommerferien ab Mitte September, entsprechende Konsequenzen. Denn dann soll ein sogenanntes digitales Parkraumbewirtschaftungssystem auf dem bisher unbewirtschafteten Parkplatz greifen. Das heißt: Die beauftragte Firma Park Service Hüfner GmbH, die bereits mehrere Parkhäuser in der Doppelstadt betreibt, wird ein bargeldloses Bezahlsystem mit Terminal und kamerabasierter Kennzeichenerfassung installieren.

Der Tarif

Der Parktarif wird laut Verwaltung gestaffelt sein: Zwischen 6 und 15 Uhr, wenn hauptsächlich Studenten und Touristen den Parkplatz nutzen, wird eine Pauschale von zwei Euro erhoben.

Zwischen 17 und 6 Uhr gilt im Falle einer städtischen Veranstaltung – ähnlich wie beispielsweise beim Parkhaus am Theater am Ring in Villingen – ein Kulturtarif in Höhe von vier Euro. In der übrigen Zeit müssen Autofahrer künftig zwei Euro pro Stunde fürs Parken zahlen.

Die Ausnahme

Für Gremiensitzungen oder interne Veranstaltungen der Stadt ist aber eine andere Regelung vorgesehen: Dann nämlich soll über eine sogenannte Whitelist, in der die Kennzeichen der Berechtigten erfasst werden, eine kostenfreie Ein- und Ausfahrt auf dem Parkplatz möglich sein.

Das Ziel

Die Stadt hofft, dass das neue, „smarte“ Bewirtschaftungssystem ab Mitte September reibungslos in Betrieb gehen und somit die Verfügbarkeit der Parkplätze für bestimmte Nutzergruppen sowie die Einhaltung der Parkordnung endlich sichergestellt werden können – nicht zuletzt auch durch regelmäßige Vor-Ort-Kontrollen, wie angekündigt wird.

Das Parken rund um die Neckarhalle

So ist die Situation bisher
An der Neckarhalle gibt es zwei Parkplätze: Auf der Seite des Halleneingangs stehen rund 46 Parkplätze zur Verfügung, für die via Parkscheinautomat bezahlt werden muss. Der größere Parkplatz mit rund 100 Plätzen befindet sich auf der Hinterseite der Halle. Hier suggeriert ein „Privatparkplatz“-Schild: Das Parken ist für die Öffentlichkeit eigentlich verboten. Ursprünglich war für diesen Platz eine Einfahrtsschranke geplant, die während Veranstaltungen in der Neckarhalle offen sein sollte.

So soll die Situation in Zukunft sein
Klare Einstellbedingungen, digitale Überwachung und eine differenzierte Tarifstruktur: Laut Stadt wird mit der neuen, „smarten“ Variante für den bisher nicht bewirtschafteten Parkplatz ein modernes und rechtskonformes Bewirtschaftungsmodell eingeführt, das den Bedürfnissen städtischer Nutzergruppen als auch dem öffentlichen Interesse an einer geregelten Nutzung gerecht werde. Übrigens: In Sachen Datenschutz werden die Kennzeichendaten 48 Stunden gespeichert und nach Bezahlung anschließend anonymisiert.