Davon werden nicht nur Gemeinschaftsschüler, sondern auch Unternehmen aus der Region etwas haben, die auf potenzielle Azubis treffen: Am 14. Oktober gibt es an der Althengstetter Gemeinschaftsschule von 17 bis 21 Uhr die erste MINT-Nacht, mit der in den Klassenstufen 4 bis 10 die Begeisterung für Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft sowie Technik geweckt werden soll – mit finanzieller Unterstützung der Vector Stiftung.
Althengstett - Zum Auftakt der Veranstaltung mit Messecharakter wird es einen großen Knall geben, wenn die Experimentiershow startet, die durch finanzielle Unterstützung von außen überhaupt möglich wird. Ziel der Vector Stiftung im Bildungsbereich ist es nach eigenen Angaben, mehr Menschen in technische Berufe zu bringen und Bildungschancen zu verbessern. Dabei hat sie allgemeinbildende, weiterführende Schulen wie die Hengstetter GMS im Fokus, die sich wie zahlreiche andere um die Förderung beworben hatte. Mit 5000 Euro wird das Projekt im Herbst unterstützt. Geplant ist, dass auch die Gemeinschaftsschulen in Neubulach, Nagold und Ebhausen an der MINT-Nacht teilnehmen.
Unkomplizierte Unterstützung
Zur symbolischen Übergabe des Betrags kam am Freitagvormittag Christina Luger, Projektmanagerin Bildung bei der Stiftung, in die Bildungseinrichtung. "Es ist toll, wenn man sieht, wie sich eine Schule so für MINT engagiert", sagte sie. 80 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel verwende die Stiftung für die MINT-Forschung und -Bildung. Man wolle Schulen einfach und unkompliziert helfen. Die Bildungseinrichtungen hätten viele Aufgaben, die immer komplexer würden. Mit der Förderung wolle man die Bildungsarbeit wertschätzen.
Sichtbare Anerkennung
"Die Gemeinschaftsschule fördert Schüler in besonderer Weise", sagte Bürgermeister Clemens Götz in seiner Funktions als Vorsitzender des Nachbarschaftsschulverbands Althengstett. Die Förderung durch die Vector Stiftung sei als sichtbare Anerkennung zu werten: "Hier wird sehr gute Arbeit gemacht". Dass die GMS 5000 Euro für die erste MINT-Nacht bekomme, sei "wie die Kirsche auf der Torte".
Geringe Zahl von Frauen im IT-Bereich
"Wir sind sehr froh über die Förderung", äußerte sich Schulleiterin Elke. Man wolle Schüler frühzeitig für Naturwissenschaften begeistern, weshalb die MINT-Nacht bereits ab Klasse 4 gedacht sei. "Wir wollen vor allem noch mehr Mädchen dahin bekommen, sich für Technik und Informatik zu interessieren, so eine Veranstaltung kann dazu motivieren", betonte die Rektorin. "Trotz zahlreicher Aktivitäten, junge Frauen für die Informatik-Berufswahl zu gewinnen, zeigt die geringe Zahl von Frauen in diesem Bereich, dass sich die Situation bisher kaum verbessert und Mädchen für Informatik zu begeistern weiterhin viel Potenzial bietet", heißt es beispielsweise dazu vonseiten der Stiftung.
Mitmachstationen und Berufsorientierung
Elena Keppler ist die Lehrkraft an der GMS, die die MINT-Nacht federführend verantwortet. "Bei der messeähnlichen Veranstaltung wird es Beiträge von regionalen Firmen, Eltern und MINT-Lehrkräften geben", erläuterte sie am Freitag bei der Übergabe des Förderbetrags. In den Klassenzimmern, den Fachräumen, in der Aula und im Außenbereich werden laut Keppler Stände aufgebaut. Die jeweiligen Firmen präsentieren sich mit Mitmachstationen, Infoständen, Experimenten und halten Informationen zur Berufsorientierung bereit. Unternehmen haben an diesem Tag die Chance, potenzielle Auszubildende zu gewinnen. Die Schüler aus allen vier Gemeinschaftsschulen sollen aus unterschiedlichen Perspektiven Einblicke die Themen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik beziehungsweise Handwerk bekommen. Und werden ganz nebenbei vielleicht ihren zukünftigen Ausbildungsbetrieb näher kennenlernen.
Samira und Angelique freuen sich jedenfalls schon jetzt auf die MINT-Nacht, "sie ist für Jungs und Mädchen", betonen die beiden Achtklässlerinnen, die eh ein Faible für Technik und Naturwissenschaft haben. Sehr gespannt sind sie auf den großen Knall zum Auftakt und was dann folgen wird. Aber auch jede Menge Mitmachangebote und weitere Experimente warten auf die beiden Mädchen und ihre Mitschüler.
Info: Vector Stiftung
Die Vector Stiftung will den Wirtschafts- und Hochtechnologiestandort Baden-Württemberg mitgestalten und dem MINT-Fachkräftemangel entgegenwirken. Sie konzentriert ihr Tun auf die Förderbereiche Forschung, Bildung und Soziales Engagement, mit dem beispielsweise Wohnungslosigkeit bekämpft und die Integration chancenarmer junger Erwachsener in die Gesellschaft gefördert wird.