Bleibt’s dabei? Von neun untersuchten Standorten hatte sich die Waldsägmühle an der Lauter im Herbst als am geeignetsten erwiesen. Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer sagte im November, die Verwaltung werde mit diesem Gebäude weiterplanen. Foto: Ade

Die Trägerschaft des Naturwaldkindergartens, der in Glatten gegründet werden soll, geht an den Kirchenbezirk Freudenstadt und die evangelische Kirchengemeinde Glatten. Dieser Beschluss des Gemeinderats vom Dienstagabend entspricht dem Vorschlag der Verwaltung.

Glatten - Die Elterninitiative um Jasmin Schmieder und Anita Kohler, durch die das Projekt ins Rollen kam, hatte eine Trägerschaft durch die Kinderwerkstatt Eigensinn in Freudenstadt beantragt. Schmieder und Kohler waren genauso in die Sitzung gekommen wie Hans-Martin Haist von "Eigensinn", Pfarrer Reinhard Sayer, Kindergartenleiterin Beatrix Rack mit Mitarbeiterinnen sowie einige Eltern. Beide Institutionen – Kirche und "Eigensinn" – hatten ihre Konzepte dem Gemeinderat bereits bei der Klausurtagung im Februar im Detail vorgestellt.

 

Pfeifer: flexiblere Betreuungsformen

"Das Thema geht jetzt erst richtig los, wir haben jetzt einen Träger", stellte Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer nach der Abstimmung fest. Er betonte, dass die Überlegung der Gemeindeverwaltung bei ihrem Vorschlag auch gewesen sei, dass man mit der Lösung durch den Kirchenbezirk gleichzeitig Luft für den bestehenden Kindergarten Himmelszelt bekomme und so flexiblere Betreuungsformen schaffen könne.

Die Gemeinderäte Christoph Eisenbeis und Gunter Eberhardt hatten zuvor beantragt, den Tagesordnungspunkt zu vertagen. Es solle geprüft werden, ob eine Auslagerung der nur mit drei Kindern besetzten Tagespflege der Kinderkrippe aus dem Kindergarten Himmelszelt an eine private Einrichtung möglich sei und dann dort die frei werdende Kapazität für den Naturwaldkindergarten genutzt werden könne. Dieser Antrag wurde mit neun zu sechs Stimmen abgelehnt. Der Antrag für den Naturwaldkindergarten sei schlüssig, und er beantrage die Abstimmung über den Träger an diesem Tag, sagte Friedrich Weigold. Ralph Wilding sah dies genauso, zumal man einst stark in die Kleinkindgruppe investiert habe und diese beibehalten solle. Er sprach sich für das Konzept von "Eigensinn" aus, letztlich funktionierten aber beide.

Sie glaube, dass eine schweigende Mehrheit mit dem bisherigen Kindergarten und dessen Träger zufrieden sei, warf Anneliese Bach ein und plädierte für den Träger des Kindergartens, also die Kirchengemeinde. Friedrich Weigold machte deutlich, dass man sich nun zwar für einen Träger entscheiden müsse, dies aber nicht bedeute, dass man gegen den anderen sei.

Bei der Abstimmung bekam der Kirchenbezirk als Träger mit acht Stimmen knapp die Mehrheit. Sechs Gemeinderäte stimmten für die "Eigensinn"-Trägerschaft, ein Ratsmitglied enthielt sich.

Bürgermeister Pfeifer dankte der Elterninitiative für ihr Engagement und ergänzte, er würde sich freuen, wenn sie das Thema weiterhin positiv begleite. Hans-Martin Haist und seinem Team von "Eigensinn" dankte Pfeifer für das Angebot. Pfarrer Sayer bat er, den Beschluss weiterzugeben. "Ich denke, wir werden das Projekt hinbekommen", gab sich Pfeifer zuversichtlich.