Die Tage der Wehranlage nahe dem ehemaligen Sägewerk Trudel in Bergfelden sind gezählt. Bald soll der Mühlbach durchlässiger werden. Foto: Daniel Schneider

Der Abbruch eines alten Wehres am Mühlbach bei Bergfelden soll den Fischen eine bessere Wanderroute und der Stadt Tausende Ökopunkte bringen.

„So können wir ein kleines Naherholungsgebiet generieren – ganz ohne Gartenschau“, freut sich Bürgermeister Jens Keucher im Ausschuss Technik und Umwelt.

 

Die Absage für das grüne Großevent 2031 hatte zwar den schon in der Schublade liegenden Plänen für ein – dank zusätzlicher Fördermittel – blühendes Sulz einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber dafür gibt es ja immer noch den Mühlbach bei Bergfelden.

Schlehe und Holunder

Dort steht nämlich das Wehr zwischen dem ehemaligen Sägewerk Trudel und der Kläranlage Bergfelden. Einst hat das Betonbauwerk mit einer absenkbaren Schwelle durch die so erzeugte Wasserkraft eine Pumpe am nahe gelegenen Salzbohrhaus angetrieben, die Salz nach Sulz pumpte.

Damit der Mühlbach wieder ein durchlässiges Fließgewässer wird, in dem Fische und Kleinstlebewesen wieder „wandern“ können, soll das inzwischen ungenutzte Bauwerk abgebrochen werden. Das dann neugestaltete Ufer soll mit Hasel, Weißdorn, Schlehe, Holunder und verschiedenen Weidenarten bepflanzt werden.

Kosten von 126.000 Euro

Und Reiner Wössner, Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen, sieht jenseits des höheren Freizeitwerts noch weitere Vorteile.„Die Ökopunkte schlagen sich nicht in Flächenverbrauch nieder“, betont er. Denn für den ökologischen Aufwertungsgewinn werden 150.000 Ökopunkte generiert – direkt in dem fließenden Gewässer.

Die Vergabe der Bauarbeiten soll an die Tübinger Firma Heim erfolgen, wobei die Auftragssumme knapp 90.000 Euro brutto beträgt. Die Gesamtkosten für die Stadt Sulz belaufen sich mit den Gewässerbauarbeiten, Wasserrechtsverfahren, Ingenieurhonorar, sonstigen Kosten und Mehrwertsteuer auf rund 126.000 Euro.

Ökopunkte weiterverkaufen

Zur Finanzierung der Projektkosten sind im Haushalt 2026 100.000 Euro eingeplant. Die überplanmäßigen Baukosten wurden in der ATU-Sitzung im Februar beschlossen und freigegeben. Die Baumaßnahme soll in der Fischschonzeit von Juli bis September ausgeführt werden.

Doch was hat es noch einmal mit den Ökopunkten auf sich? „Die können für einen Euro pro Punkt weiterverkauft werden – etwa an den Abwasserzweckverband für dessen Erweiterung der Kläranlage“, erklärt Wössner. Die Stadträte stimmen der Vergabe einstimmig zu.