Hochschieben: Teils halb, teils ganz schafften es Schafe oder Ziegen das Schutzgitter hochzuschieben. Reges Arbeiten war am Sandarium angesagt. Quelle: Unbekannt

Biotop: In der neuen Pflanzung am Unteren Heubelsteinweg in Margrethausen regt sich Leben aller Art

Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf dem Unteren Heubelsteinweg in Margrethausen unterwegs ist, sieht sofort, dass dort Gärtner am Werk waren. Sträucher und Bäume sind gepflanzt worden, und einige davon werden von Netzen geschützt – offenbar gegen Verbiss.

Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf dem Unteren Heubelsteinweg in Margrethausen unterwegs ist, sieht sofort, dass dort Gärtner am Werk waren. Sträucher und Bäume sind gepflanzt worden, und einige davon werden von Netzen geschützt – offenbar gegen Verbiss.

Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf dem Unteren Heubelsteinweg in Margrethausen unterwegs ist, sieht sofort, dass dort Gärtner am Werk waren. Sträucher und Bäume sind gepflanzt worden, und einige davon werden von Netzen geschützt – offenbar gegen Verbiss.

Albstadt-Margrethausen. Bereits Ende März hatten an die 30 Helferinnen und Helfern, darunter etliche Jugendliche und Kinder, im Rahmen des von den Albstadtwerken finanzierten albstrom-regio-Projektes mehr als 40 heimische Feldgehölze und mehr als 30 Wildrosen gepflanzt. Feldahorn, Roterle, Wildapfel, Pfaffenhütchen und Hainbuche waren darunter, dazu stachelbewehrte Rosensorten wie Hunds-, Samt- und Zimtrosen. Bei anhaltend feuchtem Wetter entwickelten sich die Jungpflanzen prächtig, trieben wunderbar aus und machten Hoffnung, dass sie in den nächsten Jahren viele Blüten und Früchte an stabilen Zweigen und Ästen tragen und Nahrungs für Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer, Spinnen und auch Kleinsäuger bieten würden.

Doch jäh kam der Rückschlag: An einem verregneten Julitag passierte eine Schafherde die Pflanzungen, und unter den Schafen waren auch einige Ziegen, die schnell herausfanden, dass sich die Schutzgitter mit dem Kopf hochschieben ließ. Dank einer aufmerksamen Margrethausenerin gelang es den Verantwortlichen vom Naturschutzbund (NABU) zu verhindern, dass alles ratzekahl gefressen wurde: Trotz des rigorosen Rückschnitts, richtiger: Rückfraßes, werden die meisten Pflanzen wieder austreiben und nur einige ersetzt werden müssen. Der selbst gemachte Schutzengel der neugepflanzten Flora, den die achtjährige Lea im Frühjahr neben einer Zimtrose aufgestellt hatte, hatte gerade noch rechtzeitig eingegriffen.

Ein zweites Mal soll so ein Malheur nicht passieren. Beim jüngsten Arbeitseinsatz haben die Einsatzkräfte der NABU-Ortsgruppe Albstadt mit Unterstützung von Ortsvorsteher Thomas Bolkart und Ortschaftsrätin Claudia Heinemann die Schutznetze mit Eisenhaken im Boden verankert – das nächste Mal wird es gefräßigen Vierbeinern nicht mehr so leichtfallen, die Gitter anzuheben.

Das Hauptaugenmerk galt jedoch diesmal dem Sandarium. Was das ist? Eine mit ungewaschenem Sand gefüllte Mulde, in der Sandbienen nisten können – mehr als zwei Drittel aller Wildbienen leben am oder im Boden. Doch Sand allein tut es nicht – unterhalb des Sandbeetes wurden Steine zu einer kleinen Trockenmauer aufgeschichtet, in der Eidechsen, Blindschleichen und vielleicht auch Schlangen Unterschlupf finden werden, und das Beet decken zwei mächtigen Baumstämme ab, ein willkommenes Domizil für Käfer und weitere Bienenarten.

Eine Bleibe für Wildbienen und Käfer

Etwas weiter außerhalb war schon zuvor ein Totholzhaufen aufgeschichtet worden, und zwar mit durchschlagendem Erfolg: Unter einem halb verrotteten Holzklotz hat sich ein Feuersalamander angesiedelt. Die pyramidenförmig aufgestellten Stämme und starken Äste sind aber nicht nur als Biotop für ihn gedacht, sondern auch für die Spezialisten unter den Wildbienen und Käfern, die nicht mit jeder Bleibe und Nahrungsquelle zufrieden, sondern etwas wählerischer sind. Die meisten präferieren stehendes Holz, doch manchen ist liegendes lieber, etwa den Bock- und Prachtkäfern, deren Larven nur in Rinde und Holz von Bäumen gedeihen, die vor kurzer Zeit abgestorben sind.

Die Schröter wiederum, zu denen der bekannte Hirschkäfer gehört, entwickeln sich nur in mehrjährigem Totholz; die Feuerkäfer und die Buntkäfer leben räuberisch unter der Rinde von abgestorbenen Bäumen und lauern dort auf andere holzbewohnende Insekten. Nirgendwo fühlen sich solche Käfer so wohl wie in den Eichenholzstämmen, die in und vor der Pyramide liegen. Was unter anderem bedeutet: Wer Eichenholz zur Verfügung hat und abgeben kann, ist dem NABU willkommen und wird gebeten, sich bei Mathias Stauß unter der Rufnummer 07431/72176 zu melden.

Das rege Leben im Biotop darf gerne beobachtet werden, jedoch wäre es gut, wenn das Sandarium nicht betreten würde. Und ganz wichtig: Normalerweise stechen Wildbienen nicht, wenn sie in Ruhe gelassen werden. Sie leben auch meist solitär, das heißt, sie bilden keine Staaten wie etwa die Honigbienen.