Wildtierbeauftragter Peter Daiker sagt, warum er den Biberdamm in Horb-Mühlen eigenhändig eingerissen hat.
Der Schutz und das Management des Bibers – eine der Aufgaben von Peter Daiker im Landkreis Freudenstadt. Und den acht ehrenamtlichen Biberberaterinnen und Biberberatern.
Doch jetzt musste der Wildtierbeauftragte des Landkreis Freudenstadt den Biber verjagen. In Horb-Mühlen. Daiker: „Der Biber hatte in Mühlen einen Bau und einen Damm gebaut. Dadurch drohte bei Hochwasser die Überschwemmung des Gartengrundstücks, möglicherweise sogar eines Wohngebäudes. Wegen der Hochwassergefahr musste das Tier vergrämt werden.“
Denn – so der Tierexperte: „Wenn Schaden an der Infrastruktur droht, dann ist das erlaubt. Natürlich nur, wenn das Regierungspräsidium Karlsruhe als oberste Naturschutzbehörde das erlaubt.“ Diese Konstruktion – Damm und Bau – sorgt auch für kleine Teiche, die als eine Art Biotop für Amphibien und Pflanzen dienen. Der Naturschutz gab die Genehmigung für den Damm-Abriss in Horb-Mühlen.
Daiker: „Ich habe den Biber-Damm eingerissen“
Wildtierexperte Peter Daiker: „Ich habe den Damm des Bibers eigenhändig entfernt. Das hat den Biber massiv gestört.“
Er erklärt, warum: Der Biber baut den Damm, damit sein Bau am Ufer geschützt ist. Der Eingang liegt ungefähr 80 Zentimeter unter der Wasseroberfläche – durch das gestaute Wasser schützt sich der Biber vor Feinden und sichert auch seinen Nachwuchs.
Als Daiker den Damm – gut 75 Zentimeter hoch – weggerissen hatte, entfernte er später noch die Äste über dem Biberbau. Der Wildtierbeauftragte: „Zwei Mal hat der Biber versucht, einen neuen Damm zu bauen. Wir wissen das, weil wir Wildtierkameras aufgebaut haben.“
Jetzt baut der Biber seinen Damm woanders
Doch der Wiederaufbau des Bibers von Horb-Mühlen war vergeblich. Der Wildtierbeauftragte des Landkreis Freudenstadt: „Ohne den Schutz des Biberbaus ist es innen nass und zugig. Da geht es dem Biber wie dem Menschen – wenn es in der Wohnung zieht und kalt ist, hat er keine Lust mehr.“
Und jetzt ist der Biber weg. Daiker: „Die Wildtierkameras zeigen: Seit einer Woche gibt es keine Aktivität mehr in Horb-Mühlen am Talbach. Ich vermute, das Tier ist dahin weiter gezogen, wo er niemanden stört. Entweder den Bach hoch oder zum Neckar hin.“