Ein besonderes Augenmerk wird auf die Verbesserung der Lebensräume wie Beispielsweise für die Feldlärche gelegt. Foto: © VOLODYMYR KUCHERENKO –stock.adobe.com

Naturschutz: Dunninger Nabu zeigt in Führungen wie schützenswert der Artenschatz der Gemeinde ist

Etwa 70 Teilnehmer informierten sich bei Führungen des Nabu Dunningen über verschiedene Naturschutzaktivitäten in der Gemeinde.

Dunningen. Im Rahmen von acht Führungen im Laufe des Sommers mit den Schwerpunktthemen Vögel, Biber, Blumen und Landschaftspflege konnten die Teilnehmer die positiven Auswirkungen der Naturschutzaktivitäten vor Ort besichtigen.

Besonders begeistert waren viele über die zahlreich vorkommenden, teilweise sehr seltenen Blumenarten, auf den vom Nabu betreuten Flächen. Hierzu zählen verschiedene Knabenkräuter, Bienenragwurz, Pyramidenförmige Hundswurz, Kreuzenzian, Kartäusernelke, Silberdistel oder die letzten Trollblumenbestände auf der Gemarkung.

Seit fast 25 Jahren ist die Nabu Ortsgruppe in Dunningen und Umgebung aktiv. Besonderer Stellenwert wird auf die Erhaltung der noch vorhandenen Lebensräume in unserer Kulturlandschaft, die Reduzierung des Flächenverbrauches und falls erforderlich die sinnvolle Umsetzung der notwendigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für Wohn- oder Gewerbegebiete gelegt. Hierdurch soll auch die Biotopvernetzung in verschiedenen Bereichen wieder hergestellt werden. Neben den über acht Hektar Flächen, welche direkt im Eigentum des Nabu sind, werden weitere 24 Hektar nach ökologischen Gesichtspunkten gestaltet und bewirtschaftet. Hier handelt es sich oft um Ersatzmaßnahmen der Gemeinde, welche vom Nabu Dunningen vorgeschlagen und im Rahmen von Landschaftspflegeverträgen dauerhaft betreut werden.

Zwischenzeitlich werden aber auch immer mehr Flächen von Privatpersonen übernommen, welche Wert auf eine nachhaltige Bewirtschaftung legen. Wichtig hierbei sei die Zusammenarbeit mit inzwischen vier Landwirten, die circa 17 Hektar Fläche extensiv im Rahmen von Landschaftspflegeverträgen mit dem Nabu bewirtschaften. Für die Erhaltung artenreicher Wiesen sei eine späte Mahd mit Heugewinnung im ersten Schnitt und der Verzicht auf eine Düngung zu beachten.

Seltene Insekten- und Vogelarten angesiedelt

Der Nabu Dunningen bewirtschaftet selbst circa 6,5 Hektar und ist als einer von wenigen Naturschutzgruppen als landwirtschaftlicher Betrieb anerkannt. Auf den Flächen konnten in den vergangenen Jahren teilweise sehr seltene Tier-, Insekten- und Pflanzenarten erhalten beziehungsweise wieder angesiedelt werden. Sie dienen auch seltenen Vogelarten als Brut- und Durchzugsgebiet. Ein besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Verbesserung der Lebensräume für "Offenlandarten" gelegt, wie zum Beispiel Feldlerche, Braun-, Schwarzkehlchen oder Grauammer.

Im Rahmen der Führungen wurde auch auf das dringend erforderliche Engagement von Privatbürgern und Unternehmen hingewiesen. Es gebe immer größere Wohn- und Gewerbegebiete, und die Hausgärten und Firmengrundstücke seien oft viel zu aufgeräumt, sodass sich Insekten, Schmetterlinge und Singvögel nicht wohlfühlen, schreibt der Nabu. Dies trage genauso zum Artenrückgang bei, wie eine zu intensive Landwirtschaft. Ein Ansatz sei, dass zumindest Teilflächen von Rasenmäher und Roboter verschont bleiben und der Heckenschnitt auf der Fläche verbleibt.

Der Nabu Dunningen berät und unterstützt Privatbürger und Unternehmen bei der Neuanlage von Wildblumenwiesen, und auch die Gemeinde hat in den vergangenen Jahren einige Flächen bereits eingesät. Wichtig sei der Einsatz von heimischem, mehrjährigem Saatgut und dass diese Flächen als Rückzugsgebiet teilweise auch über den Winter stehen bleiben, so der Nabu. Informationen können auf der Homepage des Nabu Dunningen abgerufen oder per E-Mail unter info@nabu-dunningen.de erfragt werden.

Die jährliche Pflegeaktion findet am Samstag, 18. September statt. Wer den nabu dabei unterstützen möchte, kann sich bei Familie Fischinger, Telefon 07403/74 77, oder per E-Mail beim Nabu melden.