Die fleißigen Aktiven der Dornhaner Bürgerinitiative beim Brunnenputz. Foto: Bürgerinitiative Foto: Schwarzwälder Bote

Naturschutz : Dornhaner Bürgerinitiative Loch/Hochwiesen hat sich für Kulturlandschaftspreis beworben

Preiswürdig ist ein besonderes bau- und kulturgeschichtliches Ensemble bei Dornhan. Das finden die Anwohner und bewerben sich für den Kulturlandschaftspreis.

Dornhan. "Vor der mittelalterlichen Silhouette der Altstadtansicht von Dornhan, einer ursprünglich kleinbäuerlich geprägten Kleinstadt auf einem Plateau direkt über den hier abfallenden ersten Schwarzwaldtälern gelegen, breitet sich ein kulturlandschaftlich wie auch städtebauhistorisch und naturschutzrelevantes Kleinod in Gestalt des Zitzmannsbrunnenbachtales aus". Mit diesen Worten beginnt die Bewerbung der Bürgerinitiative Loch/Hochwiesen für den Kulturlandschaftspreis 2021.

Den Preis verleiht der Schwäbische Heimatbund bereits seit 30 Jahren. Seit 1995 wird der Preis in Zusammenarbeit mit dem Sparkassenverband Baden-Württemberg vergeben.

Leonhard Bader, aktives Mitglied der Initiative, informierte jüngst über den Entschluss, die Bewerbung für den Kulturlandschaftspreis einzureichen. Bader: "Da die Kulturlandschaft mit Streuobstwiesen im Zitzmannsbrunnenbachtal von den anwohnenden Familien seit Jahrzehnten liebevoll gepflegt wird, haben wir uns in diesem Jahr gemeinsam dazu entschlossen, uns für den Kulturlandschaftspreis des Schwäbischen Heimatbundes zu bewerben." Ziel der Verleihung ist es, die Erhaltung und ­Pflege der Kulturlandschaften zu würdigen und den Verlust der traditionellen Kulturlandschaften zu verhindern.

Die Aufgaben und Ziele, die sich die Anwohner gesetzt haben, sind vielfältig, wie aus dem Bewerbungsschreiben an den Heimatbund hervorgeht: "Wir Anwohner und weitere Interessierte haben uns in einer Initiative Loch/ Hochwiesen zusammengefunden, um dieses einmalige Ensemble von Altstadtidylle und Streuobstwiesenbiotop zu erhalten, zu pflegen und, wo erforderlich, wiederherzustellen oder qualitativ aufzuwerten." Und weiter: "Wir pflegen die Altbaumbestände und belassen Totholz als Nistgelegenheit, Nahrungsquelle und Lebensraum für Käuze, Gartenschläfer, Kleiber, Gartenbaumläufer, Grünspechte, Wildbienen und viele weiteren Höhlenbrüter sowie unzählige Kleinlebewesen."

Durch Pfropf- und Veredelungsmaßnahmen wollen die Naturschützer das Erbgut alter absterbender Streuobstbäume erhalten. Außerdem wurden junge Hochstämme gepflanzt, Feldhecken angelegt und die bestehenden zurückgeschnitten. Durch den späten Erstschnitt im Sommer und den zweiten im Herbst gedeihe auf den Wiesen eine artenreiche Flora und Fauna. Diese werde durch zusätzliche Aussaat von heimischen Wiesenkräutern und -gräsern noch unterstützt.

Zudem hat die Bürgerinitiative Loch/Hochwiesen eine Patenschaft im Programm "Blühender Naturpark" des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord zur Pflege und Wiederansiedlung standortspezifischer Wildblumen und -kräuter übernommen.

Die Preisverleihung findet im Herbst 2021 statt. Der Bewerbungsschluss war bereits Ende April.

Leonhard Bader ist hoffnungsfroh: "Da erst im März diesen Jahres der Streuobstanbau in die deutsche UNESCO-Liste des "Immateriellen Kulturerbes" aufgenommen wurde und unser Naturlehrpfad auf positive Resonanz stieß, hoffen wir auf ein gutes Ergebnis."

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