Ein Ziel der Biotopverbundplanung ist es, zerschnittene Lebensräume wieder miteinander zu vernetzen, um Tieren sichere Wanderungen zu ermöglichen. Foto: Kathy Büscher/Pixabay

Für knapp 90 000 Euro hat der Gemeinderat den Auftrag für das Planwerk vergeben – der Großteil wird über Fördermittel finanziert. 2028 soll der Maßnahmenkatalog vorliegen.

Einen Schritt weiter ist Bad Bellingen bei der kommunalen Biotopverbundplanung. Der Gemeinderat hat in der jüngsten Sitzung den Auftrag zur Erstellung des Planwerks an das Büro Frinat/IFÖ/WWL vergeben.

 

Die Kosten belaufen sich auf knapp 90 000 Euro – wobei fast die ganze Summe über Fördergelder des Landes finanziert wird. Die Gemeinde hat lediglich zehn Prozent, also 9000 Euro, zu tragen.

Insgesamt wird mit einer Bearbeitungszeit von rund zwei Jahren gerechnet, hieß es in der Sitzung. Die Fertigstellung ist somit für Anfang 2028 geplant.

Zeitplan

Vivien von Königslöw vom Landschaftserhaltungsverband Landkreis Lörrach erläuterte den Zeitplan. So sind in diesem Jahr Begehungen geplant, um den aktuellen Zustand der Flächen beurteilen zu können. Zudem soll ein Abgleich mit den bereits vorliegenden Daten erfolgen.

Begehungen und Maßnahmenkatalog

Basierend auf den daraus gewonnenen Erkenntnissen soll im kommenden Jahr ein Maßnahmenkatalog ausgearbeitet werden, erklärte von Königslöw das Prozedere. Begleitend zur Planung kündigte die Biotopverbund-Botschafterin öffentliche Veranstaltungen an, über die sich interessierte Bürger und Gruppen informieren und beteiligen können.

Von Königslöw hatte das Konzept der Biotop-Verbundplanung im Mai vergangenen Jahres im Gemeinderat vorgestellt. In ihrem Vortrag hatte sie auf das weltweit massive Artensterben verwiesen.

Für biologische Vielfalt

Mit der Biotop-Verbundplanung soll dem Rückgang von Pflanzen- und Tierarten, der auch in Baden-Württemberg alarmierend sei, entgegengewirkt werden, hieß es. Ziel des Ganzen ist die Verbindung von Lebensräumen (Biotopen), so dass Tiere und Pflanzen sich dazwischen hin und her bewegen, sich ausbreiten sowie genetisch austauschen können.

Bürgermeister Carsten Vogelpohl wies in der Sitzung darauf hin, dass die Biotop-Verbundplanung auch hinsichtlich einer vorausschauenden Bauflächenentwicklung hilfreich sei, da sie potenzielle Ausgleichsflächen aufzeige, welche die Gemeinde sich dann frühzeitig sichern und entsprechend aufwerten könne.

Preis und Erfahrung

Eine kritische Nachfrage aus dem Ratsrund gab es hinsichtlich des Vergabeprozederes und der Kosten. Die Angebote der vier Bieter, die auf die Ausschreibung hin bei der Verwaltung eingegangen waren, bewegten sich zwischen knapp 70 000 und 95 000 Euro. Für Tim Wessel (SPD) war hierbei nicht ersichtlich, warum der Auftrag an ein Büro vergeben werden sollte, das rund 20 000 Euro mehr für die Planung verlangt als der günstigste Anbieter. Wessel monierte, sich nicht ausreichend informiert zu fühlen, um darüber abstimmen zu können – „ohne genau zu wissen, wer da mitbietet und wer da hinter den einzelnen Büros steckt“.

Verschiedene Kriterien

Die Verwaltung verwies auf etwa 15 verschiedene Kriterien, die bei der Vergabe eine Rolle gespielt hätten. Neben dem Preis sei auch die entsprechende Erfahrung ein wichtiger Aspekt, erläuterte Bauamtsleiter Marc Braun.

Der Gemeinderat stimmte der Auftragsvergabe mehrheitlich zu – bei einer Gegenstimme von Tim Wessel und insgesamt vier Enthaltungen.