Auf den Gewässern in Donaueschingen ist derzeit ein besonderes Naturphänomen zu sehen. Ein imposanter weißer Blütenteppich breitet sich aus.
Donaueschingen – Auf den Oberflächen der Gewässer in der Region vollzieht sich derzeit teilweise ein Naturschauspiel, das einen tollen optischen Hingucker bietet. Wer dieser Tage etwa den neu gestalteten Donauzusammenfluss besucht, der wundert sich sicher über einen imposanten weißen Blütenteppich, der sich dort über Brigach und Donau gelegt hat: Der flutende Hahnenfuß breitet sich aus.
Ein typisches Gewächs solcher Gewässer
Aber was hat es mit dieser Pflanze auf sich? Gerhard Bronner Donaueschinger Umweltbüro des Gemeindeverwaltungsverbandes (GVV) erklärt: "Bei der Pflanze handelt es sich um den flutenden Hahnenfuß, ein typisches Gewächs solcher Gewässer." Ranunculus fluitans, so der lateinische Name der Pflanze, blüht besonders stark von Juni bis August.
Für die Flüsse ist sie keine Gefahr: "Solche Gewässerabschnitte sind sogar nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt", so Bronner weiter. Der flutende Hahnenfuß "stellt also einen Wert da, und beherbergt eine reiche Fauna."
Versteck für verschiedene Wassertiere
In seinen bis zu sechs Meter langen Stängeln bietet sich Platz und Versteck für verschiedene Wassertiere. Außerdem sorgt er für eine Anreicherung des Wassers mit Sauerstoff – gut für das Leben im Fluss. Und wenn man im Wasser mit ihm in Kontakt kommt? "Da er in fließenden flachen Gewässern wächst, gibt es kaum Konflikte mit Schwimmern. Aber auch bei Berührung oder darin herumwaten besteht keinerlei Gefahr", sagt der Umweltberater. Eine Eigenschaft hat er allerdings, die Auswirkungen haben kann. Sehr eindrücklich war das etwa 2002 zu beobachten. Damals verwandelte die Pflanze den Rheinfall bei Schaffhausen in eine überdimensionale Waschmaschine. Die Pflanze produziert sogenannte Tenside, die in Waschmitteln für den Schaum sorgen. Wird das Wasser kräftig geschüttelt – was die Fälle übernehmen – dann schäumt es stark. Das soll allerdings weder für Schwimmer noch für Organismen ein Problem sein. Der Hahnenfuß gedeiht am besten bei bester Wasserqualität. Kommt es im Frühjahr zu Starkregen oder Hochwasser und es ist lehmig, kann es nicht zur Blüte kommen.