Foto: Kieser

Wasser unterm Kornbühl bietet Fotomotiv. Bieber fängt an zu bauen. Modellschiff Helgoland unterwegs.

Rund um den Märzensee schreibt Burladingen gerade seine schönsten Geschichten. Da geht es um bepackte Baumeister und eingepackte Badehosen und viel ungebremstes Wasservergnügen sommers wie winters.

Burladingen-Salmendingen - Der Märzensee unterhalb des Kornbühls bei Salmendingen entwickelt sich derzeit wieder – schon im Februar – zum vielbeachteten Naturphänomen. Er lockt, vermutlich gerade wegen des Lockdowns, zahlreiche Spaziergänger und Freizeitsportler an. Und jetzt sogar einen bauenden Nager. Der kleine See, in dem sich meist im Frühjahr, der Salmendinger Hausberg so traumhaft spiegelt, ist eines der In-Motive für Fotografen, wenn sie die Naturschönheiten Burladingens dokumentieren wollen.

Stand-up-Paddler im Neopren-Anzug

Eine Ringingerin erinnert sich im Gespräch mit unserer Zeitung, dass der See sich einmal auch in einem warmen Sommer bildete. Zuvor habe es tagelang stark geregnet, und so habe sich der Märzensee in der Schulferienzeit gefüllt. Die Mutter von zwei Kindern habe die Badehosen gepackt und sei mit Kind und Kegel und Picknickkorb im August an den Märzensee zum Baden gefahren. Heute, ihre Kinder sind längst erwachsen, lacht sie über das Planschvergnügen von damals.

Zum Baden ist es derzeit natürlich viel zu kalt. Trotzdem, selbst Stand-up-Paddler im Neopren-Anzug gehen derzeit ihrem Hobby auf dem Märzensee nach und wurden von unserem Leser Dieter Habernickel dabei fotografiert.

Mit zum Kuriosesten, was sich derzeit an dem kleinen, künstlichen See tummelt, gehört wohl auch die Ausrüstung des 54-jährigen Modellbauers Ingo, der aus Melchingen stammt und seine schönsten Kindheitserinnerungen mit dem Märzensee und dem Himmelberg verbindet.

Durchbeißen – durch den Lockdown oder das Holz

Der technikbegeisterte Ingo hat unlängst – und das erregte wirklich Aufsehen – zahlreiche seiner Modellbauten mitgebracht. Unter anderem das Polizeiboot Helgoland hat er maßstabsgetreu nachgebaut und hatte es im Gepäck. Und auch jenes berühmte Wasserflugzeug, mit dem die US-Armee im Zweiten Weltkrieg Aufklärungsflüge gegen deutsche U-Boote flog.

Es wird immer noch eingesetzt, erzählte uns Ingo, mittlerweile aber als Rettungsflugzeug. Denn es kann auf dem Wasser starten und landen. Der 54-Jährige wollte das auf dem Märzensee ausprobieren. "Ich gucke aber, dass ich unter der Woche gehe und möglichst um die Mittagszeit, wenn nicht so viele Naturliebhaber und Spaziergänger unterwegs sind", berichtet er. Denn weil er so viele Modelle im Gepäck hat, muss er auch möglichst nahe rankommen, an den See. "Die meisten finden es toll", berichtet er über die Reaktionen der Menschen und freute sich, dass ein Hobbyfotograf ihm gleich anbot, ihm seine Bilder zu senden.

Über die Woog und die Lauchert ist wohl irgendwie auch ein anderer Holz-Modell-Bauer in den Märzensee gelangt. Ein Biber, der schon eifrig seiner Bautätigkeit nachgeht und den die Naturschutzbehörden im Auge behalten müssen. Immerhin gibt es den Märzensee, damit die Straße nicht überschwemmt wird. Das wird man wohl auch einem unter Naturschutz stehenden vierbeinigem Baumeister nicht durchgehen lassen.

Und wer weiß, wie sich die Temperaturen noch entwickeln. Vom Eislaufen auf dem Märzensee sollte man aus Sicherheitsgründen aber absehen. Einen Rettungseinsatz will dort keiner fotografieren müssen.

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