Freiwillige beim Einsatz in Lenzkirch Foto: Herdenschutzprojekt Südschwarzwald

Die Freiwilligeneinsätze leisten einen wichtigen Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Verantwortung für die Weidetierhaltung im Südschwarzwald.

Mit Beginn der Weidesaison steigt für viele landwirtschaftliche Betriebe im Südschwarzwald der Arbeitsdruck spürbar an. Weidezäune müssen überprüft, repariert oder erneuert, Gelände vorbereitet und Schutzmaßnahmen angepasst werden. Mit der Rückkehr des Wolfs hat sich diese Arbeit weiter intensiviert: Der zeitliche, körperliche und organisatorische Mehraufwand für wolfsabweisende Zäune und weitere Herdenschutzmaßnahmen stellt viele Betriebe vor große Herausforderungen. Genau hier setzt die Weidehilfe Südschwarzwald an, wie der Naturpark Südschwarzwald in einer Mitteilung schreibt.

 

Bei den dazugehörenden Einsätzen, im Rahmen des Herdenschutzprojektes Südschwarzwald, konnten etliche Meter Zaun und einige Hektar Weidefläche für Rinder, Ziegen und Schafe zum Weidebeginn vorbereitet werden.

Sowohl der Zinggehof in Lenzkirch als auch der Schneiderhof in Elzach-Yach engagieren sich beide als Projektbetriebe im Herdenschutzprojekt Südschwarzwald. Insgesamt nahmen an beiden Einsätzen 30 Freiwillige teil, welche in Kleingruppen von Mitgliedern des Organisationsteams angeleitet wurden.

Dazu zählten neben den Familien der Betriebe das Herdenschutzprojekt Südschwarzwald, die forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) sowie die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Die Einsätze brachten nicht nur praktische Entlastung, sondern schufen auch Raum für Begegnung auf Augenhöhe, Austausch und gegenseitiges Verständnis.

Vielfältig zusammengesetzt

Die Gruppen der Freiwilligen waren dabei vielfältig zusammengesetzt. Menschen unterschiedlichen Alters, aus verschiedenen Regionen und mit ganz unterschiedlichen beruflichen Hintergründen arbeiteten Seite an Seite.

Einige waren zum ersten Mal dabei, andere hatten bereits im Vorjahr beim ersten Freiwilligeneinsatz des Herdenschutzprojekts unterstützt. Was sie verband, war der Wunsch mit anzupacken und einen konkreten Beitrag zum Herdenschutz und für die Weidetiere zu leisten.

Arbeiten auf der Weide

Zu den Arbeiten auf der Weide zählten unter anderem das Freischneiden der Zäune (Entfernung von Gras und Büschen entlang des Zaunes), Erneuern von Weidepfählen und Isolatoren und Aufrüstung eines Weidetores mit elektrischen Leitern.

Ergänzend zur praktischen Arbeit erhielten die Teilnehmer bei beiden Einsätzen einen informativen Einblick der FVA zum Thema Wolfsmonitoring. Dabei wurden Informationen zum aktuellen Wolfsvorkommen in Deutschland geteilt sowie Entwicklungen rund um das Wolfsmonitoring im Schwarzwald erklärt.

Raum für Fragen

Der fachliche Input bot Raum für Fragen und trug zu einem besseren Verständnis der Hintergründe bei. Für Vincent, einem der freiwilligen Helfer, ist genau dieser Austausch entscheidend: „Ich engagiere mich, weil mir der Austausch zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft wichtig ist. Als Student beschäftige ich mich viel mit theoretischen Zusammenhängen, mir ist es aber auch wichtig, anzupacken und in den direkten Austausch zu gehen.“

Beide Freiwilligeneinsätze waren laut Mitteilung innerhalb kurzer Zeit restlos ausgebucht. Die große Nachfrage zeige das hohe Interesse der Bevölkerung, sich aktiv am Herdenschutz zu beteiligen, wie es abschließend heißt.