Der Kindergarten „Kleine Wölfe“ bei Wolfenhausen könnte nach den Sommerferien 2027 tatsächlich so menschenleer dastehen wie auf diesem Foto. Foto: Johanniter

Die Belegung im Naturkindergarten „Kleine Wölfe“ sei stabil, sagen die Betreiber. Damit widersprechen sie dem Gemeinderat, der den Kindergarten schließen will.

Der Neustetter Gemeinderat will den Naturkindergarten „Kleine Wölfe“ bei der Wolfenhausener Grillstelle schließen. Wie berichtet, hat das Gremium den Betreibervertrag mit der Johanniter Unfallhilfe auf Ende August 2027 gekündigt. Gleichzeitig will die Gemeinde im kommunalen Kindergarten eine zusätzliche Kleingruppe aufbauen.

 

Ann-Marie Kugler, die Kita-Koordinatorin der Johanniter mit Sitz in Tübingen, meldete sich daraufhin in der Redaktion. Aktuell kommen täglich 14 „Kleine Wölfe“ in den Kindergarten (8 bis 14 Uhr), die Hälfte davon aus Wolfenhausen. Im Gemeinderat war von „nur etwa zehn Kindern“ die Rede gewesen. Laut Kugler war die Belegung seit der Gründung im Herbst 2021 „immer stabil“. Dass derzeit nur drei oder vier neue Anfragen vorliegen, liege auch daran, dass schon länger „Gerüchte“ über eine Schließung kursierten.

Keine Gespräche

Kugler wäre gerne eine Kooperation mit dem Gemeindekindergarten eingegangen – zumal dieser eher überbelegt ist. Auch Bürgermeister Gunter Schmid habe diese Lösung zunächst favorisiert, sagt sie. „Wir haben auch Konzepte dafür vorgelegt.“ Aber vor Ort seien keine vertiefenden Gespräche zustande gekommen.

Hoffnung auf Öffnung einer neuen Natur-Kita

Die Johanniter Unfallhilfe betreibt derzeit noch vier weitere Naturkindergärten in der Region: einen in Dußlingen und drei in Sindelfingen. Kugler hofft, dass sie bis Herbst 2027 irgendwo eine neue Natur-Kita öffnen kann – auch, um ihre Fachkräfte weiterbeschäftigen zu können. In Wolfenhausen stellen die Johanniter das Personal und das pädagogische Konzept. Die Gruppenräume (zwei große Bauwägen) hatte die Gemeinde angeschafft. Sie sollen erstmal stehen bleiben.