Die „Wurzelkinder” der städtischen Naturkita Rossberg pflanzen einen Mammutbaum – ihren neuen Freund.
Die Aufregung im städtischen Naturkindergarten Rossberg war groß am letzten Tag vor den Osterferien: Nicht nur, dass die Eltern und der Osterhase zum Grillen, Singen und Tanzen erwartet werden.
Gemeinsam mit ihren Eltern und den pädagogischen Fachkräften wollen die Kinder auch einen Mammutbaum auf dem Gelände des Rossberg- Freizeitvereins pflanzen. „Ich wünsche mir, dass, wenn ich groß bin, Du mir erzählst, wie es war, als ich klein war“, sagt Anton. Er ist drei Jahre alt und darf als eines von derzeit 23 “Wurzelkindern“ einen Wunsch am frisch gesetzten Mammut-Baum aufhängen. Groß soll er werden, viele Vögel als Bewohner, schöne Äste und Wasser ohne Eis bekommen, wünschen ihm andere Kinder.
Der Baum wird mit Liedern, Tänzen, Wasser und Boden bedacht und von den Jungen und Mädchen auch künftig emsig gehegt und gepflegt werden, wie sie versprechen. Auch einen Namen hat der kleine Mammutbaum schon bekommen: Manni. Noch wirkt er klein, aber mit der richtigen Unterstützung und unter förderlichen Umgebungsbedingungen wird er schon bald groß und stark werden. Das wissen die Kinder, und dass Menschen und Bäume auch sonst noch einiges gemeinsam haben.
Können Bäume Geräusche machen?
Die Gruppe ist mit den Erzieherinnen und Bufdi Kim spannenden Fragen nachgegangen: Wie unterscheiden sich Bäume voneinander? Wie heißen sie? Können sie Geräusche machen? Riechen sie unterschiedlich? Alle Bäume sind auch Lebewesen, sie atmen, sie ernähren sich und benötigen Licht, um existieren zu können — das haben die Wurzelkinder in den vergangenen Wochen gemeinsam erforscht.
Der große Bagger kommt – für die Kinder eine Schau
Besonders interessant war die Vorbereitung des Pflanzlochs am 16. April, denn dafür rückte Michelle Zielke als Helfer extra mit dem Bagger an.
Am Anfang der lehrreichen Nachhaltigkeitsaktion stand die Initiative von Einrichtungsleiterin Chris Müller-Hultsch, die etwas bekümmert beobachtete, wie zum Ende des Winters mancher schwach gewordene Baum weichen musste. „Wenn alte Bäume gefällt werden, braucht es neue Lebensräume“, überlegte sie mit ihrem Team. Die Idee, gemeinsam mit den Kindergartenkindern und ihren Familien einen Baum zu pflanzen, war geboren.
Die Zusammenarbeit mit dem Rossberg-Freizeitverein klappt
Dank der Unterstützung der Eltern, der Stadt Albstadt und der guten Kooperation mit dem Rossberg-Freizeitverein – vertreten durch Jürgen Gottschling – konnte das Projekt Mitte April umgesetzt werden.
Mit einem gut gefüllten Spendensäckchen holte Müller-Hultsch den kleinen Mammutbaum in der Baumschule von Christian Schlegel in Laufen ab, wo der Setzling sein erstes Jahr verbracht hat. Eingepflanzt wurde er am Tag darauf dann gemeinsam mit den Eltern und Kindern. Die Kleinen schaufelten, gruben und gossen ihren neuen Baumfreund „Manni” mit großer Ausdauer und Begeisterung.
Jetzt kann das Bäuchen Wurzeln schlagen
Rund um die Pflanzaktion herum wurden Ostereier gesucht, Würstchen am Stecken gegrillt, gesungen und getanzt. Nun kann das Bäumchen endlich Wurzeln schlagen und in eine Zukunft wachsen, in der die Ur-Ur-Enkel der aktuellen Wurzelkinder in seinem Schatten spielen und sich Geschichten von ganz, ganz früher anhören könnten.