Rund 50 Helferinnen und Helfer waren am vergangenen Samstagmorgen im Winterlinger Naturfreibad, um das Gelände für die kommende Saison vorzubereiten. Foto: Privat

Rund 50 freiwillige Helferinnen und Helfer kamen zusammen, um das Naturfreibad Winterlingen in nur wenigen Stunden auf Vordermann zu bringen.

„Es war super. Die Leute waren begeistert von der Idee“, schwärmt Wolfgang Bitzer. Der Winterlinger und Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe hatte vor dem diesjährigen Freibadstart am 1. Juni zu einer besonderen Aktion aufgerufen: einer gemeinsamen Putzede im ortseigenen Naturfreibad.

 

Damit wolle er das Wir-Gefühl stärken und erreichen, dass die Winterlinger selbst wieder öfter in ihr Freibad gehen, erklärte Bitzer im Voraus. Normalerweise kümmern sich die Mitarbeiter der Verwaltung darum, das Freibad für die neue Saison startklar zu machen. In diesem Jahr haben das die Badegäste selbst übernommen – ehrenamtlich.

Alles „picobello“​

„Es waren nicht nur Winterlinger dabei, auch aus Straßberg und Bitz sind Helfer gekommen, um bei der Aktion mitzumachen“, berichtet Bitzer. Er kümmerte sich um alles Organisatorische. Zwei Samstage waren für die Putzaktion angesetzt: der 9. und der 16. Mai, jeweils von 9 bis 12 Uhr. „Wir haben das Bad picobello sauber gemacht, wir brauchen den zweiten Tag gar nicht mehr“, erzählt Bitzer hörbar zufrieden. Kein Wunder: Rund 50 Personen kamen am Samstag zusammen, um das Bad auf Vordermann zu bringen, und übertrafen damit sogar die erhoffte Anzahl des DLRG‑Vorstands. Er habe auf etwa 30 Personen gehofft.​

Die anberaumten drei Stunden nutzen die Helferinnen und Helfer voll aus: Sie beseitigten Unkraut und Laub aus dem Schwimmbecken, reinigten das Beachvolleyballfeld und dampften die Pflastersteine und Terrassenplatten ab. Sogar das Wetter spielte mit. „Wir haben bestimmt 10 Kubikmeter Unkraut und Laub zusammengerecht und weggefahren“, berichtet Bitzer. Große Müllcontainer standen bereit, in die der Dreck geworfen werden konnte. Die Container sind schon wieder weg. „Die hat der Bauhof schon abgeholt“, sagt Bitzer.​

Die Gruppe war bunt gemischt. Unter den Helfern waren auch einige Kinder der DLRG‑Ortsgruppe, die mit ihren Müttern gekommen waren, um anzupacken – und sogar Bürgermeisterbewerber Stephan Frickinger war mit von der Partie.

Doppelter Vorteil​

Gekommen war Wolfgang Bitzer die Idee der Putzede, nachdem er in einem Artikel über die rückläufige Anzahl von Freibadbesuchen gelesen hatte. Hinzu kommen zunehmende Schwierigkeiten, mit denen Bäder konfrontiert sind und weswegen sie für Kommunen zu einer großen finanziellen Herausforderung werden, darunter steigende Energiekosten, fehlendes Personal und knappe Haushaltskassen. „Wir haben Angst, dass das Bad irgendwann geschlossen werden muss“, sagt Bitzer.​

Die Putzaktion bringt gleich zwei Vorteile mit sich: Erstens: So spart die Verwaltung das Geld für die Mitarbeitenden, die sich sonst darum kümmern müssten. Zweitens: Die Helferinnen und Helfer können sich besser mit dem Bad identifizieren. Immerhin haben sie selbst ihren Teil dazu beigetragen, ihr Freibad wieder startklar zu machen.

Schülerdauerkarte wird angeboten

„Mir liegt das Schwimmen am Herzen“, betont der DLRG‑Vorstand. Sein Ideengehirn läuft schon wieder auf Hochtouren. Vor allem Kinder und Jugendliche sollten die Möglichkeit bekommen, das Freibad nutzen zu können, betont Bitzer. Er ist seit 50 Jahren in der Jugendarbeit der DLRG tätig. „Ein Freibad ist ein super Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche unter einer gewissen Aufsicht“, betont Bitzer. „Sie haben sozialen Kontakt, es gibt ein Beachvolleyballfeld, Tischtennisplatten und die Eltern wissen genau, wo ihre Kinder gerade sind.“

Diese Saison gibt es sogar eine eigene Schülerdauerkarte – perfekt für die langen Sommerferien.​