Anders als die Albstädter Kollegen öffnet die Gemeinde Winterlingen ihr Naturfreibad am Mittwoch – früher als geplant. Foto: Roth

Anders als die Albstädter Kollegen öffnet die Gemeinde Winterlingen ihr Naturfreibad am Mittwoch – früher als geplant. Dann dürfen sich maximal 280 Wasserratten am kühlen Nass erfreuen. Eile ist geboten: Es gilt das Windhund-Prinzip.

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Winterlingen - Dem Rasen auf der Liegewiese den finalen Schnitt verpassen, die letzten Algen aus dem Wasser fischen und den Sand von lästigem Unkraut befreien: Im Winterlinger Naturfreibad wird kräftig geschuftet. Der Startschuss für die Badesaison 2021 fällt am morgigen Mittwoch, 23. Juni, und somit früher als ursprünglich geplant. Die Öffnung des Naturfreibades war für den 1. Juli vorgesehen.

Ludwig Maag, Hauptamtsleiter der Gemeinde Winterlingen, erklärt: "Durch die andauernde Sieben-Tages-Inzidenz unter dem Schwellenwert 35 können wir schneller als gedacht Badegäste empfangen." Von den jetzigen Corona-Fallzahlen hätte man im Zollernalbkreis lange nur Träumen können, und mit Neid auf andere Landkreise und deren Öffnungsschritte geblickt. Vor vier Wochen war der Zolleralbkreis mit einer Inzidenz über der 200er-Marke kurzzeitig gar bundesweiter Spitzenreiter. Die positive Entwicklung habe man nicht ahnen können – umso schöner für die Gemeinde Winterlingen. "Wäre die Corona-Situation angespannter, hätten wir Security-Personal einstellen müssen", berichtet Maag. "Das wäre für uns nicht zu schultern gewesen." Weil die Testpflicht und das Vorzeigen eines Impfpasses oder Genesenen-Nachweis nun nicht mehr nötig ist, steht dem Badespaß nichts mehr im Wege.

Ohne Einschränkungen kommt auch das Naturbad nicht aus

Einige Einschränkungen müssen die Besucher allerdings hinnehmen: Im Eingangsbereich des Bades müssen Kontaktdaten hinterlassen werden, maximal 280 Besucher dürfen gleichzeitig in das Naturfreibad und die Badezeit ist auf den Zeitraum von 13 bis 19 Uhr beschränkt – Einlassschluss ist um 18 Uhr und montags bleibt das Naturfreibad geschlossen.

Wer an heißen Sommertagen eine Chance auf das kühle Nass haben will, muss schnell sein: "Es gilt das Windhund-Prinzip – wer zuerst kommt, mahlt zuerst", sagt Maag. "Einige müssen wir wohl enttäuscht wieder nach Hause schicken. Aber wir sind froh, überhaupt öffnen zu dürfen." Der Leiter des Hauptamtes der Gemeinde Winterlingen hält nicht viel von Online-Registrierungen, wie es andere Freibäder im Kreis vormachen. Stichwort Minimalaufwand: "Wir wollen alles so einfach wie möglich gestalten." Deshalb habe man auch gewartet, bis der Mehraufwand mit den "Drei G´s" wegfalle.

Dass das Bad nun früher als geplant öffne, sei mit den Saison-Vorbereitungen vereinbar gewesen. "Wir haben schon lange vor der Aussicht auf eine baldige Öffnung alle Vorbereitungen getroffen. Jetzt geht es an den Feinschliff", so Ludwig Maag. Dazu gehöre, Verbots- und Gebotsschilder aufzustellen und eine abschließende Wasserreinigung zu vollziehen.

Chlor komme trotz der Coronavirus-Pandemie im Winterlinger Naturbad nicht zum Einsatz. "Das schätzen viele unserer Gäste und das soll auch so bleiben." Es gebe keine gesetzliche Auflage Chlor zur Virenabtötung zu verwenden. Das war aber die Begründung der Tailfinger Kollegen, dass dortige Naturfreibad in diesem Sommer geschlossen zu halten. "Eine Ansteckung beim Baden ist nahezu ausgeschlossen. Unsere Wasserfläche ist groß", begründet Maag den Sachverhalt. Er wisse nicht, warum in Tailfingen anders entschieden wurde. Auf den 10 000 Quadratmetern Wasser- und 2800 Quadratmetern Liegefläche seien Kontakte der 280 Besucher unwahrscheinlich. "An Spitzentagen in normalen Jahren sind sogar über 1000 Schwimmer möglich", so der Hauptamtsleiter. Für die 280 Privilegierten werde es also ein entspanntes Baden.

Kein Kioskbetrieb

Verzichten müssen die Wasserratten aber auf einen Kioskbetrieb. Maskenpflicht herrsche zudem im Umkleide- und Sanitärbereich. "Diese Auflagen sind selbstverständlich."

Genügend Personal stehe zur Verfügung. Anfang Juni sei dieses aus der Kurzarbeit zurückgekommen und greift ab Mittwoch wieder voll ins Geschehen ein. Für den Badespaß in Winterlingen bleibt also nur zu hoffen, dass die Temperaturen und das Wetter sich weiter von ihrer Sonnenseite zeigen.

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