Statt zu fällen entschieden sich Experten für eine ungewöhnliche Rettungsmaßnahme. Foto:  

Abgestorbene Kronen und ein hohler Stamm bedrohten die Weidfichte in Tennenbronn. Statt zu fällen entschieden sich Experten für eine ungewöhnliche Rettungsmaßnahme.

Bei der Weidfichte in Tennenbronn wurde Hand angelegt: Die älteste Fichte Baden-Württembergs, ein Naturdenkmal mit beeindruckendem Stammumfang, hat durch eine gezielte Maßnahme noch ein paar Jahre Lebenszeit geschenkt bekommen.

 

Die Napoleonfichte, wie sie im Raum Tennenbronn mit Blick auf ihr hohes Alter genannt wird, war stark vom Borkenkäfer geschädigt, ihr hohler Stamm teilweise von Pilzen befallen. Ein großer Ast ragte in Richtung Straße – und hätte bei einem Sturm Fahrzeuge oder Menschen gefährden können.

Gutachten bestätigt den schlechten Zustand

Bereits vor drei Jahren hatte ein Gutachter eine Kronensicherung empfohlen, um den Baum zu stabilisieren. Für die aktuelle Maßnahme wurde erneut ein Gutachten eingeholt, das den schlechten Zustand des Baumes bestätigte: abgestorbene Kronen, hohler Stamm und Pilzbefall. Trotz der Schäden bezeichnete der Gutachter die Weidfichte als „eindrucksvolle Baumgestalt“ – und schlug eine besondere Lösungsmöglichkeit für das Thema Verkehrssicherheit vor.

Markanter Blickfang

Vor Ort begutachteten Baumexperten der ausführenden Firma und Mitarbeitende der Unteren Naturschutzbehörde den Stamm aus nächster Nähe.

Zunächst entfernten sie die abgestorbenen Ständerlinge, kürzten den Stamm und sicherten ihn zusätzlich, damit er nicht in Richtung Straße kippt. Ein verbleibender Starkast, der von der Straße abgewandt in Richtung Wiese zeigt, wird der Fichte nach Einschätzung des Gutachters noch einige Jahre Lebenszeit schenken. Mit dieser ungewöhnlichen Rettungsaktion bleibt die Weidfichte nicht nur ein markanter Blickfang, sondern auch ein Symbol für behutsames Handeln zwischen Natur und Verkehrssicherheit, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes.