Die Schopfheimer SPD-Stadträte Peter Ulrich und Thomas Gsell kritisieren die Kampagne der Naturbad-Gegner.
Die Naturbad-Debatte schwappte – obwohl nicht auf der Tagesordnung stehend – gleich in der ersten Sitzung nach der Sommerpause auch in den Gemeinderat.
Peter Ulrich war es, der sich als erster Luft machen musste. Der SPD-Stadtrat, sonst eher einer der ruhigen Bürgervertreter am Ratstisch, knöpfte sich mit Ulrich Rammelt einen Wortführer der Naturbad-Gegner vor, weil der in einem Leserbrief seiner Meinung nach „unvollständige und falsche Behauptungen“ verbreitet habe.
In Gemeinden erkundigt
Rammelt habe namentlich drei Naturbäder (Georgenschwaige, Bingen, Herrenberg) aufgelistet, die „gerade in der Sommerhitze“ mit Problemen bezüglich Algen und Filtertechnik zu kämpfen hätten und deshalb sogar „oft tagelang“ hätten schließen müssen.
Er habe sich daraufhin persönlich in den genannten Kommunen erkundigt, so der SPD-Stadtrat. Ergebnis: Das Bad in Georgenschwaige habe nach langem Umbau und Komplettsanierung in diesem Jahr erst ab Juni geöffnet, der Betrieb sei ohne Probleme verlaufen.
„Falsche Behauptungen“
Beim Bad in Bingen habe es früher tatsächlich Schwierigkeiten gegeben, seit der Sanierung 2009 laufe der Betrieb aber „einwandfrei“. Lediglich in Herrenberg seien bis Mai Schließtage aufgetreten, mittlerweile funktioniere aber alles reibungslos. „Hier wird also mit falschen Behauptungen Stimmung gemacht“, so dass Fazit von Peter Ulrich.
„Große Wissenslücken“
Sein Fraktionskollege Thomas Gsell hielt ebenfalls eine „Klarstellung“ für nötig. Er sei von dem einen oder anderen Naturbadgegner im Zusammenhang mit den Unterschriftensammlungen für das Bürgerbegehren – die im Übrigen mit einer „fragwürdigen Fragestellung“ verknüpft sei - sogar „in die Mangel genommen“ worden, berichtete er. Bei der Gelegenheit habe er den Eindruck gewonnen, dass bei den Naturbad-Gegnern „große Wissenslücken“ herrschen, unter anderem hinsichtlich der Finanzen.
Sparzwänge statt Ideologie
Tatsächlich müsse „jedem klar sein“, so der SPD-Stadtrat, dass für die Sanierung des Freibads im Oberfeld ein Kostendeckel von sieben Millionen Euro festgeschrieben sei. Für dieses Geld könne man das Freibad in konventioneller Weise nicht sanieren, den Kinderbereich und das Innenbecken schon gar nicht.
Mit dem Beschluss für ein Naturbad vertrete der Gemeinderat „keine Ideologie“, so Gsell. Der großen Mehrheit gehe es vielmehr allein um die Kosten. „Das Naturbad“, so betonte Gsell, „erfüllt alle Voraussetzungen für Sportler und Familien.“
Auch Bürgermeister Dirk Harscher brach abschließend eine Lanze fürs Naturbad. „Diese Variante ist auf dem Vormarsch“, meinte er und war sich sicher, dass mit einer „guten Planung alles machbar“ sei.