Der Vorstand (Dreiergestirn: Bettina Kaltenbach, Florian Lowinski, Hermann Merz), der Hauptausschuss und die Kassenprüfer. Vordere Reihe von links: Benjamin Diechle, Fanny Kobel, Bettina Kaltenbach, Florian Lowinski, Michael Röhrle. Mittlere Reihe von links: Hermann Merz, Frank Kobel. Hintere Reihe von links: Dietmar Schwarzer, Martin Kammerer, Marcus Maier. Auf dem Foto fehlt Uwe Kaltenbach. Foto: Stöhr

Zuletzt gab es einige Turbulenzen um die Ortsgruppe des Albvereins Epfendorf. Doch nun gründen die Verantwortlichen einen eigenständigen Verein.

Im Sportheim Epfendorf fand die Gründungsversammlung des neuen Vereins „Natur- und Wanderfreunde Epfendorf“ statt. Zwar müssen noch die bürokratischen Hürden genommen werden, doch der entscheidende Schritt ist nun gemacht.

 

Entscheidungen von „oben herab“

Was hat die Verantwortlichen der Epfendorfer Ortsgruppe dazu bewogen, sich von ihrem Hauptverein, dem Schwäbischen Albverein, abzuspalten? Über die (Hinter-)Gründe informierte Florian Lowinski neulich in einer sehr gut besuchten Infoveranstaltung, bei der auch zur Gründung des neuen Vereins eingeladen wurde.

Nach Jahrzehnten im Schwäbischen Albverein bestehe seit einigen Jahren eine Unzufriedenheit mit der Vereinsführung des Hauptvereins in Stuttgart. Beklagt wurden fehlende Transparenz, mangelnde Kommunikation und dass Entscheidungen von „oben herab“ gefällt wurden.

Die neue Vereinssatzung

Auch die aus Sicht der Ortsgruppe hohe Abgabe der Mitgliedsbeiträge an den Hauptverein wurde bemängelt und dass nur ein geringer Anteil davon bei der Ortsgruppe verbleibe. Der Gauvorsitzende des Albvereins hingegen befürchtete unter anderem, dass durch den Schritt der Abspaltung der Naturschutz und das Wegekonzept leiden könnte.

Um die Beweggründe ging es am Freitagabend allerdings weniger. Im Zentrum standen die Formalitäten, die zur Vereinsgründung notwendig sind, allen voran die Vereinssatzung, die Zielsetzung des neuen Vereins und die Wahlen von Vorstand und Ausschuss. Neben zahlreichen Vereinsmitgliedern war auch Epfendorfs Bürgermeister Mark Prielipp gekommen. Er leitete später die Wahlen.

„Wir wollen unabhängig sein“

In seiner bisherigen achtjährigen Amtszeit habe er erst zwei Vereinsgründungen erlebt. Dies sei nun die dritte, sagte Prielipp. Es sei „kein einfacher Schritt heute“. Doch er habe Respekt vor der Entscheidung, denn die Beteiligten würden ja weiterhin ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten ausüben, so Prielipp. Von diesem Engagement lebe eine Gemeinde.

In die Unterschriftenliste hatten sich am Ende 54 Personen eingetragen. Lowinski stellte die neue Satzung vor. Unter dem Punkt „Vorstellung der Ziele und Aufgaben des Vereins“ wurden im Wesentlichen drei Punkte genannt: „Die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege“, die „Förderung des Sports“ und die „Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde“. Weiter hieß es: „Wir wollen unabhängig sein und streben einen eigenen Verein mit voller Kostenkontrolle über Beiträge und Finanzen sowie eine demokratische Entscheidungsfindung an.“

Wanderungen, Homepage und Jahresprogramm

Außerdem glauben die Organisatoren, dass die Motivation der Mitglieder höher ist, wenn man seinen eigenen Verein mitgestalten kann, hieß es weiter. Die (offenen) Abstimmungen zur Gründung des Vereins und zur Satzung verliefen jeweils mit 52 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen. Ein weiterer Tagesordnungspunkt betraf die Mitgliedsbeiträge. Diese sollten niedriger sein als bisher, so der Wunsch.

Gewählt wird per offener Abstimmung. Foto: Stöhr

Die vorgeschlagenen 15 Euro für eine Einzelmitgliedschaft und 20 Euro für Familien waren den Anwesenden dann aber doch etwas zu wenig. Man einigte sich per Abstimmung auf 20 (Einzelmitgliedschaft) beziehungsweise 25 Euro (Familienmitgliedschaft). Geplant sind im neuen Jahr zahlreiche Wanderangebote, der Aufbau einer Homepage und die Erstellung eines Jahresprogramms. Als nächster Schritt stehen die Anmeldung beim Finanzamt sowie die Eintragung in das Vereinsregister an. 14 Gründungsmitglieder unterzeichneten die Satzung.

Die Wahlen

Vorstand
Ein „gleich- und vertretungsberechtigtes Dreiergestirn“ bestehend aus Bettina Kaltenbach, Florian Lowinski und Hermann Merz bildet den neuen Vorstand. Die Amtszeit betrage zwei Jahre.

Hauptausschuss
In den Hauptausschuss gewählt wurden Benjamin Diechle, Marcus Maier, Martin Kammerer, Michael Röhrle, Fanny Kobel und Uwe Kaltenbach. Rechnungsprüfer sind Frank Kobel und Dietmar Schwarzer. Bürgermeister Prielipp wünschte den neu Gewählten „viel Kraft und Ausdauer und Spaß bei der Sache.“

 

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels stand fälschlicherweise, dass die Epfendorfer Albverein-Ortsgruppe mit der Gründung der "Natur- und Wanderfreunde Epfendorf" Geschichte sei. Richtig ist: Die Ortsgruppe Epfendorf im Schwäbischen Albverein bleibt weiterhin bestehen, allerdings ab 2026 mit einem neuen Vorstand.