Über „Chefbehandlung“ freute sich Bürgermeister Frank Schroft im Gemeinderat: Christian Beck, der Leiter des Forstamts Balingen, stellte den Forstbetriebsplan 2026 vor.
In Zeiten knapper Kassen ist ihr Stadtwald für die Meßstetter eine Konstante, die Einnahmen abwirft. Zumal der Hiebsatz – außerplanmäßig – von vormals geplanten 11 550 auf 12 500 Festmeter erhöht wird. Allerdings, darauf legen Forstamtsleiter Christian Beck und Bürgermeister Frank Schroft Wert, bleibt der Hiebsatz in der Zehn-Jahres-Planung der Forsteinrichtung konstant.
An Erlösen aus der Holzernte erwartet die Stadt 885 000 Euro – 52 000 Euro mehr als 2025. Die geplanten Erträge übersteigen mit 1,12 Millionen Euro die Aufwendungen von 850 000 Euro um satte 270 000 Euro.
30 000 Euro für neue Grundstücke
Investieren will die Stadt rund 30 000 Euro für den Kauf von Grundstücken, 20 000 Euro für den Bau von Maschinenwegen und 10 000 Euro für Ersatzbeschaffungen.
Die höchsten Ausgaben im Ergebnishaushalt sind die Lohnkosten der Waldarbeiter mit 197 840 Euro, gefolgt von den Verwaltungskosten mit 187 300 Euro. An Jagdpacht erwartet die Stadt 17 300 Euro, an Bundeszuschüssen 120 000 Euro, an Leistungsentgelten 60 000 Euro, an Erstattungen vom Land 29 712 Euro und an Verrechnungserlösen durch den Einsatz von Waldarbeitern im Bauhof 7700 Euro – dieser Betrag kommt freilich dann von der Stadt. Hier gilt das Prinzip: Linke Tasche, rechte Tasche. Unter den Ausgaben, die sich auf besagte 850 000 Euro summieren, sind drei sechsstellige Beträge: 187 300 Euro für Erstattungen an andere Gemeinden und den Landkreis, 239 520 Euro für die Holzfällung und 147 300 Euro für Dienstaufwendungen für Beschäftigte.
Die Maßnahmen sind „sehr überschaubar“
Hoch zu Buche schlagen außerdem die 78 400 Euro für einen Rückeschlepper, 33 000 Euro für Sozialversicherungsbeiträge für Beschäftigte, 63 960 Euro für Unterhaltung der Wege, Erholungsfunktionen und der Landschaft, 15 016 Euro für bewegliches Vermögen wie etwa Motorsägen und 13 470 Euro für die Bestandspflege. Hinzu kommen 11 500 Euro für Steuern, Versicherungen und Schadensfälle sowie 13 200 Euro für die Versorgungskasse der Beschäftigten. Die im Jahr 2026 geplanten Maßnahmen bezeichnete Christian Beck als „sehr überschaubar“: Die Aufgabenliste sei deutlich länger – aber die Beträge seien geringer.
Günstiger als andere im Zollernalbkreis
Was die Meßstetter Gemeinderäte gerne hörten: Im kreisweiten Vergleich sei die Stadt Meßstetten „doch etwas günstiger unterwegs als andere“.
Thematisch in den selben Bereich – Natur – fällt die Biotopverbundplanung, für die der Gemeinderat einstimmig den Auftrag an das Balinger Büro „Fritz & Grossmann Umweltplanung“ vergeben hat, das dafür 125 566 Euro verlangt.
Damit Populationen wandern können
Die Biotopverbundplanung dient dem Artenschutz und soll Lebensräume – unter anderem im Wald – sichern und weiterentwickeln. Konkret sollen Möglichkeiten bewahrt respektive geschaffen werden, dass sich Populationen untereinander austauschen können: Sogenannte „Trittsteine“ sollen sicherstellen, dass Tiere und Pflanzen keine zu breiten, für sie nicht nutzbaren Bereiche finden, so dass sie von Biotop zu Biotop gelangen können.
Eine Pflicht besteht noch nicht
Aktuell besteht noch keine konkrete Verpflichtung zur Biotopverbundplanung. Nusplingen und Obernheim haben der Beauftragung ebenfalls schon zugestimmt. Meßstetten wird unter den drei Verbandsgemeinden die Federführung übernehmen. Sein Kostenanteil liegt bei 91 218, der Nusplinger bei 18 401 und der Obernheimer bei 15 946 Euro.