Auf dem ANV-Gelände in Eyach legten die Weitinger Firmlinge zusammen mit Harald Dold (links) und Norbert Benesch einen Steinriegel für verschiedene Tierarten an.Foto: Nesch Foto: Schwarzwälder Bote

Kirche: Putze, Bau einer Sitzmöglichkeit und eines Steinriegels: Firmlinge der Seelsorgeeinheit Eutingen im Gäu bringen sich ein

Die Firmlinge der Seelsorgeeinheit Eutingen im Gäu waren am vergangenen Samstag in vielfältiger Weise für ihre Gemeinden und die Natur aktiv.

Eutingen. "Lass dich entzünden vom Feuer des Glaubens", so heißt das Motto für die diesjährige Firmung, die am 6. November in der Seelsorgeeinheit Eutingen im Gäu die Firmung ansteht. Nach dem Kompakttag am 19. Juni, bei dem Thema das erarbeitet wurde, folgte in der Vorbereitung nun der nächste Schritt mit einem Aktionstag "Jugend in der Gemeinde", bei dem der Umgang mit der "Natur und Schöpfung" im Vordergrund stand. In den vier Kirchengemeinden wurden dabei eigene Schwerpunkte gesetzt, wobei die Jugendlichen überall mit Feuereifer dabei waren. Die Eutinger Firmlinge waren mit Revierförster Josef Dennochweiler im Eutinger Kirchenwald unterwegs (wir berichten).

Göttelfingen

Die sieben Göttelfinger Firmlinge unternahmen in und um ihre Ortschaft eine Dorf- und Landschaftsputzete. Bei den Bushaltestellen und am Ortsrand auf dem großen Spielplatz sowie rund den Sportplatz und die Korntalhalle sammelten sie Abfälle ein, die ihre Zeitgenossinnen und Zeitgenossen achtlos und verantwortungslos gegenüber der Natur und Schöpfung zurückgelassen hatten.

Rohrdorf

Die vier Rohrdorfer Firmlinge entschieden sich, vor der Kirche beim Kriegerdenkmal eine Sitzmöglichkeit als "Gabionen-Variante" zu bauen. Das hieß, zuerst die Gabionen aufbauen, das Fundament dafür vorbereiten, die Terrassenplatten in Splitt legen, die Gabionen mit Steinen befüllen und zum Schluss die Holzdielen anbringen.

Federführend unterstützt wurden sie von Patrik Molitor und Erich Braun. Zudem wurde noch rund um das Kriegerdenkmal das Unkraut entfernt und mit Heike Molitor der Bereich der Bereich neu bepflanzt. Als weitere Idee, sich für ihr Dorf einzubringen, sammelten bereits Ideen, wurde bereits an eine Feuerschale für das Osterfeuer gedacht.

Weitingen

Die Weitinger Firmlinge waren beim Angel- und Naturschutzverein bei der Weitinger Mühle zu Gast. Dort hieß sie zunächst ANV-Vorsitzender Harald Dold willkommen, der die Jugendlichen über die vielfältige und nachhaltige Arbeit des Vereins für den Natur-, Arten und Umweltschutz informierte. Bisher kannten die Jungen und Mädchen das Gelände, über das sie Dold führte, hauptsächlich vom Besuch der Hocketen mit ihren Eltern.

Mit ihrer Aktion lernten sie es, beim Bau eines Steinriegels an einem praktischen Beispiel und eigenem Handanlagen nun auch selbst kennen. Unter Anleitung von Harald Dold wurde ein alter und erneuerungsbedürftiger Vorgängerbau zunächst abgetragen und dann neu aufgebaut. Wie Dold betonte, schufen die Jugendlichen damit einen "kleinen Lebensraum von großer Bedeutung".

Die Steinriegel bieten mit ihren unterschiedlich großen Hohlräumen und Ritzen sowie mit seiner Wärmespeicherung nämlich einen wertvollen Lebensraum und Schutz für viele Tiere. Vom ANV-Vorsitzenden und seinem Stellvertreter Norbert Benesch bekamen die Jugendlichen daher großes Lob für ihren engagierten Einsatz und auch Tipps und Ratschläge mit auf den Weg, wie sie auch zuhause sinnvoll etwas für den Natur- und Artenschutz tun können.

Abschluss

Zum abendlichen Abschluss trafen sich dann alle Firmlinge und der Firmausschuss der Seelsorgeeinheit zu einem Gottesdienst, dem Anliegen des Tages entsprechend im Grünen auf dem idyllisch gelegenen ANV-Gelände. Pfarrer Bernhard Tschullik sprach in seiner Begrüßung von einem "besonderen Gottesdienst an einem schönen Ort in einer harmonischen Umgebung". Mit ihrem Einsatz hätten die Jugendlichen das wichtige und nötige Thema auch in der Gemeinschaft sehr intensiv erlebt. Er wünschte sich, dass dieses Gemeinsame auch innerhalb der Kirchengemeinden nachhaltig wirken möge. Schwester Jelena Sonntag knüpfte bei ihrer Ansprache an das Gleichnis von der wunderbaren Brotvermehrung (Matthäus 14,13-21) an und leitete über zum Brot als wichtigstes Grundnahrungsmittel.

Dass das Brotteilen auch Frieden stiften und aus der Todesnot retten kann, belegte die Gemeindereferentin mit der Kriegsgeschichte "Das geteilte Brot" von Rüdiger Maschwitz. Die Jugendlichen wirkten ebenfalls aktiv am Gottesdienst mit und gestalteten frei formulierte und passende Fürbitten. Der Liedgesang, angestimmt jeweils von Maritha Schmitt, wurde von Armin Schwab auf der Gitarre begleitet.

Tschullik bedankte sich für das große Interesse und Engagement der Jugendlichen, einschließlich ihrer Betreuerinnen im Firmausschuss und den unterstützenden Eltern. Mitglieder des Firmausschusses sind Rosetta Akermann und Judith Hermann (Eutingen), Helga Wolf und Christina Wally (Göttelfingen), Kerstin Schweizer (Rohrdorf) sowie Maritha Schmitt, Michaela Kalbacher und Annette Brezing (Weitingen).

Zum Abschluss gab es in der von Pfarrer Tschullik eingangs beschriebenen "communio" (Gemeinschaft) Heiße Rote vom großen Holzgrill des ANV und Getränke, bis doch noch Regen einsetzte, der den Tag bis zuletzt verschont hatte. Essen war aber genug vorhanden und es war, wie im Evangelium, am Ende noch etwas übrig – ohne das Wunder einer Vermehrung.

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