Wohl gefüllt präsentiert sich Neuweilers Langecksee als Erholungsziel für den Menschen und als Lebensraum für Tier und Pflanze in diesen Tagen.Fotos: Schabert Foto: Schwarzwälder Bote

Lebensraum: Im Vorjahr war der Weiher nahezu ausgetrocknet / Jetzt tummeln sich wieder Fische darin

Der Langecksee in Neuweiler war im Vorjahr fast gänzlich ausgetrocknet – von einer Pfütze in der Mitte einmal abgesehen. Jetzt hat sich der kleine See im Neuweiler Wald wieder gefüllt. Nicht nur mit Wasser, sondern auch mit viel Leben.

Neuweiler. Gerade noch eine etwa 30 Quadratmeter große Pfütze an der tiefsten Stelle war übrig, als vor einem knappen Jahr in unserer Zeitung über den Langecksee im Gemeindewald auf Gemarkung Neuweiler berichtet wurde. Ganz anders ist es nun in diesen Tagen: Jetzt ist das Gewässer wieder Tummelplatz für Tiere, welche die aus Quell- und Regenwasser gespeiste Wasserfläche beleben.

Dennoch: Die Überraschung bleibt für den aufmerksamen Beobachter nicht aus. Er entdeckt nämlich nicht nur Enten, die zum Flug hierher wahrscheinlich ihr Instinkt gelenkt hat. Auch über die bunten Libellen und Insekten wundert sich niemand groß. Dass aber zwei Fischarten zu entdecken sind kommt doch unerwartet, denn in der Pfütze des Vorjahres haben sie sicher nicht überlebt. Diese Fische, die in Gruppen durch den See schwimmen, sind zwar nicht sehr groß, aber trotzdem deutlich zu sehen.

Es gibt eine grauschwarze Art, die fast das Gefühl erweckt, dass sie für die Aufnahme posiert. Weniger ist dies bei der rötlich oder orange durchs Wasser glänzenden Sorte der Fall. Denn diese Gruppe taucht doch recht schnell wieder in unsichtbare Tiefen ab. Es könnte sich um Goldfische handeln. Ob hier wohl jemand den Inhalt seines Aquariums in den Langecksee entsorgt hat, kann man nur vermuten. Zu hoffen ist außerdem, dass auch die "Seerosenkolonie" die Trockenzeit dank des kleinen Restes Wasser im Vorjahr überstanden hat. Immerhin schwimmen auf der Wasseroberfläche schon einige Blätter. Ihre große Zeit steht vielleicht erst in einigen Wochen bevor. Sie entwickeln ihre Blüten normalerweise – laut einem Ratgeber zum Thema – irgendwann zwischen Juni und September, mögen ruhiges Wasser und mindestens sechs Stunden Sonne am Tag.

Der Teich ist fast gleichermaßen künstliches wie natürliches Gewässer. Das große Wasserbecken füllte sich 1983 durch einen von oberhalb kommenden, namenlosen Wasserlauf und umgebendes Einzugsgebiet erstmals von selber und hielt über Jahre den Wasserspiegel ganzjährig. Mit einem Damm, über den ein Waldweg führt und an dessen Rand bald Bänke zum Verweilen einluden, wurde er – nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen – unter Regie des längst den Ruhestand genießenden Forst-Revierleiters Eugen Burkhardt im Gemeindewald angelegt. Den etwas durchlässig gewordenen Wall hat später der amtierende Nachfolger, Stephan Rückert, mit seinen Helfern mit einer Lehmpackung abgedichtet.

Jeder Ort hat seinen Bach

Schon in manchem Sommer erreichte das Wasser den Auslass nicht, blieb aber immer auf einem Stand, der den von 2020 weit übertraf. Im August 2010 hieß es in einem Bericht: "Auch wenn der Regen zur Zeit auf die Gemüter schlägt und die Schulkinder sehnsuchtsvoll nach der Sonne Ausschau halten, sorgt der Niederschlag dafür, dass der Langecksee an Wasserstand gewinnt und sich so eine schöne Flora und Fauna entwickeln kann." Natürliche Seen gibt es auf der mehr als 51 Quadratkilometer großen Markung der Gemeinde Neuweiler nicht. Aber viele Besucher werden immer wieder von den stattlichen Fischweihern der Forellenzucht Kleinenztal der Familie Vollmer in Agenbach angelockt. Dort gibt es nicht nur geräucherte Fischspezialitäten zu kaufen. Aus den Seen kann ganz frisch der eigene Fang für die nächste Mahlzeit geangelt werden.

Alle zu Neuweiler gehörenden Ortschaften haben überdies "ihren" Bach. Oberhalb der Falchenwiesen, fast am nördlichen Ortsrand Neuweilers hat die Teinach aus einem Sicker-Quellgebiet hervorgehend ihren Ursprung. Das Enzlensbächle sucht sich von Agenbach aus den Weg zur Kleinenz. Oberkollwangen durchzieht entlang dem oberhalb entspringenden Angelbach mitten durchs Dorf die einst bedeutende Grenze zwischen dem Gebiet der Alemannen und Franken sowie den Bistümern Speyer und Konstanz. Eitelsbach und Niederer Brunnen suchen von Breitenberg aus ihren ganz unterschiedlichen Weg zur Teinach. Von Zwerenberg her speisen mehrere Quellen den Zwerchbach, der sich bei der Baiermühle mit dem Köllbach vereinigt. Mitten in Gaugenwald entspringt der Bruderbach. Quellen vom auf der Wasserscheide liegenden Hofstett geben ihr Wasser in Richtung Kleinenztal und Teinach ab.