Christine Romer (rechts vor dem Zelt) begrüßt die Teilnehmer auf dem Gründle. Foto: Ziechaus

Bei einem „kleinen Grünlandtag“ im Gründle in Sulzbach stellten das Landratsamt mit den Landschaftsentwicklungsverbänden Rottweil und mittlerer Schwarzwald die Kennarten für artenreiches Grünland vor.

In noch nicht gemähten Wiesenflächen stellten Mitarbeiter der Ämter die Kennarten und ihre Erfassungsmethoden für die Ökoregelung 5 vor. Den zahlreich erschienen Bewirtschaftern von Dauergrünland wurden in kleinen Gruppen die Kennarten von artenreichen Wiesen und ihre Dokumentation für den Förderantrag erklärt.

Kennarten in der Wiese werden gezeigt. Foto: Ziechaus

Durch eine standortangepasste extensive Bewirtschaftung hat sich eine bestimmte Mischung von Nutzpflanzen aus Gräsern, Kräutern und Blumen entwickelt, die wichtigen Insekten Lebensraum und Nahrung bietet. Als typische Kennarten auf den Magerwiesen im Sulzbachtal wurden Zittergras, weiße Margeriten, gelbe Kleearten und blaue Glockenblumen vorgestellt. Diese vor dem ersten Schnitt gefundenen typischen Pflanzen sollten in einer Liste angekreuzt und ihr Standort auf einer Schlagskizze dokumentiert werden, möglichst auch mit Fotos.

Schnellaufnahme der Arten in FFH-Wiese

Für artenreiche Wiesen eines geschützten Flora-Fauna-Habitats (FFH) sollten in einer „Schnellaufnahme“ in gezielter Beobachtung von zehn Minuten Dauer auf einer typischen Stelle von fünf auf fünf Metern von außen 20 Arten festgestellt werden, meist Gräser, wie Ruchgras oder andere Pflanzen, wie Sauerampfer, Schafgarbe und Rotklee.

Habichtskraut (gelb) in Rotklee zwischen vielen Gräsern Foto: Ziechaus

Diese aufwändige Erfassung muss von jedem Schlag in einer Begehung gemacht werden, für den eine Förderung nach der Ökoregelung 5 und für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT II) beantragt wird. Diese Aufzeichnungen und Schlagskizzen müssen im Betrieb aufgehoben werden und können für Kontrollen der Flächen angefordert werden.

Flurstückdaten im GIS abrufen

Zusätzlich wird im Rahmen der Biotopkartierung vor Ort der Zustand von artenreichem Grünland immer wieder aufgenommen, weil es durch die Bewirtschaftung keine Verschlechterung in den Beständen geben darf. Dies gilt auch für Bestandsweiden, die durch längere Ruhezeiten geschont werden sollten.

Rotklee und Blätter von Löwenzahn Foto: Ziechaus

Ihre Flurstückdaten können die Bewirtschafter aus dem Geo-Informationssystem (GIS) im Internet abfragen und für die Begehung und Bewertung der Flächen sowie für den gemeinsamen Antrag nutzen. Vom Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg (LAZBW) gibt es dazu Informationen, wie eine Broschüre über die Kennarten des artenreichen Grünlands mit Beschreibungen und Fotos.