Oberbürgermeister Adrian Sonder (Zweiter von rechts) und Forstbereichsleiter Stadtwald, Björn Waidelich (rechts), mit der Forstmannschaft, die derzeit im Bereich „Springbrunnen“ im Einsatz ist. Foto: Rath/Stadtverwaltung

Am 21. März ist der internationale Tag des Waldes. Für Freudenstadt spielt das Thema aus verschiedenen Gründen eine sehr große Rolle.

Passen Waldnutzung und Klimaschutz zusammen? Sehr gut sogar, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Freudenstadt. Denn das eine gehe nicht ohne das andere. Freudenstadt komme beim Umbau ihres Forsts hin zum klimaresistenten und stabilen Mischwald gut voran.

 

„Achtung. Achtung. Baum fällt“, hallt es durch das Unterholz. Eine Motorsäge heult kurz auf, für den finalen Schnitt. Es folgt ein leises Knacken, das schnell in ein Rauschen übergeht. Dann donnert die 35 Meter hohe Fichte punktgenau auf den Schotterweg. Ein rund 100 Jahre langes Baumleben ist soeben zu Ende gegangen. Das muss in einem altersgemischten Wald allerdings so sein. Jetzt bekommen Jungbäume rund um den frischen Baumstumpf Licht und Platz, den sie zum Wachsen brauchen.

Holz wird geerntet

Die Szenerie spielt sich ab im Bereich des „Springbrunnens“ bei Wittlensweiler. Dort ist die Mannschaft des städtischen Forstbetriebs derzeit mit der Holzernte beschäftigt. Anlässlich des internationalen Tags des Waldes am Samstag, 21. März, informierte sich Oberbürgermeister Adrian Sonder über den Fortgang der Arbeiten. Das Motto des Waldtags lautet dieses Jahr „Wald und Wirtschaft“.

Für Sonder passt das Thema sehr gut: „Waldwirtschaft ist aus vielerlei Sicht sehr sinnvoll. Er dient der regionalen Wirtschaft, ist praktizierter Naturschutz und bringt uns als Stadt die notwendigen Mittel ein, um den Umbau hin zu einem klimaresistenten Wald finanzieren zu können“, wird er in der Mitteilung zitiert.

Regionale Wertschöpfung

Björn Waidelich, Forstbetriebsleiter Stadtwald, bestätigt: „Durchforstungen wie diese sind notwendig, um einen gesunden Wald zu schaffen.“ Holz sei nicht nur ein nachhaltiger Rohstoff. Es schaffe auch regionale Wertschöpfung. „90 Prozent des Holzes, das wir einschlagen, geht an regionale Sägewerke im Umkreis von 60 Kilometern. Die Transportwege bleiben dadurch sehr kurz“, so Waidelich.

Die soeben gefällte Fichte eigne sich hervorragend als Baumaterial für einen Dachstuhl. Der Forstbereichsleiter weist auf eine benachbarte Fichte, die mit einem roten Strich gekennzeichnet ist. Die Markierung zeigt den Forstarbeitern, welche Bäume geerntet werden sollen. Die Auswahl erfolgt nicht zufällig. „Bei diesem Baum ist die Krone eher schlecht ausgebildet. Der schwarze Strich am Stamm zeigt, dass sie beschädigt ist. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Fichte von Fäulepilzen befallen wird.“

Eine der größten kommunalen Waldbesitzerinnen in Baden-Württemberg

Das Prinzip der Durchforstung mache sich für die Stadt Freudenstadt, eine der größten kommunalen Waldbesitzerinnen in Baden-Württemberg, doppelt bezahlt. Die Naturverjüngung funktioniere, es müssen kaum noch Jungbäume angepflanzt werden. Solche Einsätze konzentrieren sich auf Zonen, in denen gezielt weitere Baumarten angesiedelt werden sollen.

Die Strategie dafür lautet: Jede Baumart muss zum jeweiligen Standort passen. Bodenbeschaffenheit, Lage, Durchschnittstemperatur, Lichtverhältnisse und Feuchtigkeit spielen dabei eine Rolle.

Spuren an den Waldwegen

Rund 500 Festmeter Holz werden im „Springbrunnen“ aktuell geerntet. Am Waldrand liegen große Polder. Der Einsatz der Holzrückemaschinen hat Spuren an den Waldwegen hinterlassen, die schlimmer aussähen als sie seien. „Das ist nur oberflächlich“, so Waidelich. Nach Abschluss der Einschlag- und Aufräumarbeiten werden sie instandgesetzt, damit Spaziergänger sie wieder gut begehen können.