Das Ökomobil ist zu Gast in Epfendorf. Foto: Bantle

Das Ökomobil macht auf Einladung des Albvereins Station in Epfendorf. Und da hat die Schlichem nicht nur für die Teilnehmer der Erkundung einiges zu bieten.

Das Regierungspräsidium Freiburg (RP) bietet die Möglichkeit, mit dem Ökomobil faszinierende Einblicke zu gewinnen. In Epfendorf bietet das Schlichemtal die optimalen Rahmenbedingungen dafür: ein stilles Seitental des Neckartals mit ziemlich einzigartigen Alleinstellungsmerkmalen – und es ist das größte Naturschutzgebiet (NSG) im Landkreis Rottweil.

 

Das RP als oberste Naturschutzbehörde und das Landratsamt als untere Naturschutzbehörde sind verantwortlich für dieses NSG. Der Albverein unterstützt die Naturschutzarbeit und betreut die beiden Wanderwege durch das Gebiet: den Schlichem-Wanderweg und die Schlichem-Paradiestour.

Um den Menschen die Natur zu erläutern und weitere Begeisterung zu entfachen, war jetzt das Ökomobil – ein komfortabel ausgebauter Lkw – vor Ort. Der Standort war die „Furt“ durch die Schlichem, umgeben von geschützten Blumenwiesen und bewaldeten Hängen.

Biber ist am Werk

Hier ist seit ein paar Jahren auch der Biber wieder aktiv. Ein paar hundert Meter flussaufwärts entsteht eine beeindruckende Au-Waldlandschaft. Durch Biberdämme wird der Seitenarm der Schlichem gestaut. Die Flächen werden wieder dauerhaft feucht und artenreicher.

Bei der Diskussion vor Ort wurden auch kritische Stimmen von Waldbesitzern laut, denn außerhalb des NSG fällt der Biber auch waldwirtschaftlich wichtige und neu aufgeforstete Bäume. Er ernährt sich rein pflanzlich und benötigt die Rinde, Blätter und Knospen der Bäume als Nahrung.

Top-Wasserqualität

Zurück im Ökomobil ging es jetzt um die Klein-Lebewesen im Wasser. Der Leiter des Ökomobils, Sebastian Demtröder, und der Leiter des Referats Naturschutz und Landschaftspflege, Oliver Schmidle, entfachten mit ihrer Fachkenntnis und dank der Hilfe hoch auflösender Kameras und Mikroskope Begeisterung. Und die hohe Wasserqualität der Schlichem erstaunte selbst die beiden Fachleute!

Die Indikatoren für gute Wasserqualität konnten schon mit den ersten Wasserproben aus dem Wasser geschöpft werden. Für die meiste Begeisterung sorgte die Köcherfliege. Sie fertigt aus den vorhandenen Sedimenten im Wasser einen kunstvollen „Köcher“ als Schutz um ihren Körper. Nur Kopf, Augen, Fühler und Vorderbeine ragen aus dem Köcher raus.

Natürlicher Flusslauf

Auch die Larven von Eintagsfliegen und Libellen konnten bestaunt werden. Danach nahmen die Teilnehmer auch noch Blumen und Pflanzen unter die Lupe. Hier wurde besonders der Bestäubungsmechanismus des Wiesensalbei bewundert. Jedem Teilnehmer wurde klar, warum der Storchenschnabel seinen Namen trägt: Im verblühten Zustand gleich die Form einem Storchenkopf mit langem Schnabel.

Auf dem Rückweg zur Mündung wurden noch die wiederentstehenden Mäander der Schlichem erläutert: Die Schlichem wird nicht mehr mit Flussbausteinen in Zaum gezwängt, sondern darf wieder ihren natürlichen Lauf finden und bilden. In den frischen und steilen Abbrüchen findet der Eisvogel ideale Bedingungen um sein Nest zu bauen.

Köstliche Stärkung

Abschließend gab es für die Teilnehmer noch andere Köstlichkeiten aus der Natur: frisch geschleuderter Blütenhonig auf hausgemachtem Hefezopf.

Das Ziel, die Menschen für die Natur zu begeistern und mit der Natur zu verbinden wurde erreicht: Verständnis und Akzeptanz, die Natur zu schützen und zu erhalten. Dies ist die Basis, die Lebensqualität und das Klima zu schützen. Die Veranstaltung wurde vom Albverein Epfendorf und vom RP Freiburg organisiert und durchgeführt.