Bernhard Glück hat sich seine „Sommerresidenz“ errichtet. Foto: Schatz

Speziell geformte Wasserleitungsrohre sorgen in der „Sommerresidenz“ von Bernhard Glück für ein ideales Kletterpflanzen-Gerüst. Neben einer herrlichen Blütenpracht im Frühjahr bilden die farbenfrohen Glyzinien einen effektiven Schutz gegen Sommerschauer.

Wenn er am Geländer seiner Terrasse an der Roßgartenstraße in Dornhan, steht, kann er das Treiben an der Kreuzung zur Neuhäuser Straße betrachten.

 

Ihn selbst sieht eher niemand, denn kaum ein Blick verirrt sich nach oben. Dort genießt Bernhard Glück seine „Sommerresidenz“ auf den Garagen zwischen den Gebäuden der Apotheke und dem sich anschließenden Haus.

Viel Eigenleistung und Fantasie

Eine Oase der Ruhe. Eine Treppe höher beginnt der Wohnbereich des ehemaligen Architekten, der sich über drei Etagen in die Höhe windet.

Wie mit wenig Mitteln, Eigenleistung und Fantasie ein Rückzugsort geschaffen werden kann, will Bernhard Glück gerne weitergeben.

20 Jahre Leidenschaft

Wichtig wie in allen seinen unzähligen Gebäudeplanungen war dem Naturfreund und Hobbyhistoriker die Nachhaltigkeit für die Gestaltung der Terrasse.

Mit Leidenschaft widmete er sich vor mehr als 20 Jahren zuerst dem Aufbau der Überdachung, einem Tonnendach. Entsprechend geformte Wasserleitungsrohre bilden den Grundstock und die Stabilität.

Zwei Jahre Pflanzenwuchs

Sie sind mit Holzlatten versehen ein ideales Gerüst für Kletterpflanzen. Nach mehreren Experimenten mit verschiedenen Kletterpflanzen entschied sich Glück für Glyzinien, Blauregen.

Je eine Pflanze nach Vorgaben in die Erde einen Stock tiefer eingegraben, reichten aus, um das Tonnendach zu begrünen.

Das Dach ist dicht begrünt. Foto: Schatz

Innerhalb von zwei Jahren strebte die Glyzinie in die Höhe, trafen sich ihre Ausläufer in der Mitte des Dachs, streckten ihre Äste immer weiter aus, bis sie die Fläche des Tonnendachs vollständig eingenommen hatten.

Auch die Amseln kommen

Ein filigranes Gebilde und ein grüner Baldachin mit faszinierenden Licht- und Schattenelementen. Im Frühjahr erfreuen die Glyzinien mit einer herrlichen Blütenpracht, das dichte Blätterdach hält im Sommer sogar den Regen ab.

Zweimal im Jahr wird der Blauregen geschnitten, um einen optimalen Wuchs zu erhalten. Erstmals hat sich in diesem Jahr zur Freude des Naturliebhabers ein Amselpaar in der Hauswand eingenistet. Davor verhinderte das eine Katze aus der Nachbarschaft.

Nachhaltigkeit ist sein Thema

Im rückwärtigen Bereich der Terrasse ergänzt ein sakrales Wandbild mit einer geschnitzten Gottesmutter die meditative Idylle.

Die Sakralwand ergänzt die meditative Idylle. Foto: Schatz

Bleibt noch zu ergänzen, dass Bernhard Glück, der mit Begeisterung von der Entstehung seines kleinen Paradieses erzählt, in diesen Tagen sein 91. Lebensjahr vollendet.

Unzählige Projekte plante der Architekt mit Büro in Dornhan und Niederlassung in Stuttgart während seines Berufslebens.

Die heute geforderte Nachhaltigkeit war schon vor Jahrzehnten sein Leitfaden. Nun hat er sie auf kleinstem Raum mit seiner Sommerresidenz verwirklicht.