Förster Matthias Berger (rechts) erläuterte den Teilnehmern der Waldbegehung viel Wissenswertes über den Wald allgemein und über den Bad Dürrheimer Stadtwald. Foto: Kaletta

"Mit Hinblick auf den Klimawandel stellt uns der Wald vor wichtigen Aufgaben." Dies vermittelte Förster Matthias Berger den Teilnehmern der thematischen Waldführung.

Bad Dürrheim - Die Teilnehmer der Waldführung bekamen von Förster Matthias Berger einen Einblick in den Bad Dürrheimer Stadtwald. Auch machte er auf die blühende Vegetation aufmerksam.

Eingeladen hatten dazu die beiden Projektgruppen "Bad Dürrheim blüht auf" und "Bad Dürrheim Klimaaktiv". Die Waldführung begann am Wanderparkplatz am Unkenweg und führte durch das Wittmannstal. Der Wald, so erklärte Berger, biete die Möglichkeit, den CO Gehalt zu senken und einzusparen. Allerdings, das machte er den Teilnehmern klar, sei in dieser Hinsicht noch lange nicht alles in Ordnung.

Wald gleicht nun einer Parklandschaft

Berger blickte einige Jahrhunderte zurück. Noch im 18. Jahrhundert habe der Wald gedient, um den Menschen das Brennholz zu liefern, das Laub wurde als Einstreu für die Viehställe benutzt. Das Vieh sei in den Wald getrieben worden, wo es sich sattfressen konnte und daher nicht nachgefüttert werden musste. Immer mehr sei der Wald einer Parklandschaft ähnlich geworden und so sei ein Umdenken nötig geworden. Für jeden gefällten Baum musste ein anderer nachgepflanzt worden und somit sei zum ersten Mal das Nachhaltigkeitsgefühl entstanden,

Der Stadtwald verfüge über eine Fläche von 850 Hektar. Zu 50 Prozent aus Fichten, zehn Prozent Tannen. In einem Drittel des Waldes sei Laubwald, wie Esche, Ahorn und Douglasie. Die Bäume seien zwischen 40 und 50 Jahre alt. Dieser Bestand sei nicht mit dem Bestand in der Ostbaar zu vergleichen. Jährlich würden im Stadtwald rund 450 Festmeter Holz geschlagen.

Die Bäume müssen stabil gehalten werden

Die Funktionen des Waldes sind vielfältig: ökonomisch, schützend, wirtschaftlich, er ist Lebensraum für Tiere und Insekten und nicht zuletzt habe der Wald der Kurstadt einen hohen Erholungswert. Es sei das Ziel, alle diese Funktionen zu erhalten. Vermieden werden solle, dass Freiflächen entstehen. Deshalb sollten möglichst viele Baumarten gepflanzt werden. In früheren Jahren sei es wichtig gewesen, einen Zukunftsbaum zu haben. Diesen brauche man heute nicht mehr, vielmehr gehe es darum, den Wald stabil zu halten, gesunde Bäume sollen auswachsen können. Für den Abstand der Bäume müsse gesorgt werden: Dafür sei es essenziell, den Baumkronen genügend Platz zu geben.

Ein Problem, so Berger, bereite der Wildverbiss. Durch Einzäunen könne der Wildverbiss verringert werden, das würde jedoch pro Hektar bis zu 25 000 Euro kosten.

Totholz gäbe es in den Wäldern reichlich, es soll nicht entfernt werden, denn es biete wichtige Lebensgrundlagen für Tiere. Stehe es jedoch an den Wegen, müsse es aus Sicherheitsgründen beseitigt werden. Mit Eingriffen in den Wald sollte mäßig, aber regelmäßig verfahren werden, so der Forstexperte.