Die Stadt Albstadt legt mit dem Naturschutzbund und dem Land Baden-Württemberg Flächen mit Wildpflanzen an für mehr biologische Vielfalt und gegen das Insektensterben.
Erfolgreich beworben: Im Förderprojekt „Natur nah dran“ konnte sich Albstadt einen der begehrten 15 Plätze für 2026 sichern. Die Stadt wird nun, zusammen mit dem NABU und gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, einen Teil ihrer Grünflächen in artenreiche Lebensräume für Tiere und Pflanzen verwandeln. „Die Bewerbung von Albstadt hat uns mit ihrer motivierten Vision überzeugt: Hier soll unter anderem die naturnahe Entwicklung ein ‚selbstverständlicher Teil der Planung und des Alltags‘ werden. Außerdem will die Stadt die Bevölkerung aktiv beispielsweise über Mitmachaktionen in die Umsetzung von ‚Natur nah dran‘ einbeziehen“, berichtet Projektleiter Martin Klatt vom NABU Baden-Württemberg. „Wir gratulieren und freuen uns darauf, die Vorschläge gemeinsam umzusetzen.“
„Die Teilnahme ermöglicht uns, öffentliche Grünflächen ökologisch aufzuwerten und gleichzeitig effizient zu bewirtschaften. Ein sinnvoller Ansatz, der Umwelt und Haushalt gleichermaßen berücksichtigt.“ sagt Roland Schmidt, erster Bürgermeister Albstadts. In Albstadt ist die Umwandlung von Flächen an insgesamt acht Standorten geplant, unter anderem an der Lautlinger Ortsdurchfahrt, im Wohngebiet Stiegel und in Ebingen an der Verkehrsachse Langwatte. Los geht es Ende April, wenn Mitarbeitende der Stadt an der ersten Schulung in der erfahrenen „Natur nah dran“-Kommune Durmersheim teilnehmen. Anschließend erhält Albstadt Besuch von Naturgartenfachleuten und dem NABU-Projektteam: Gemeinsam werden die Flächen vor Ort besichtigt und überlegt, welche Maßnahmen sich für den jeweiligen Standort eignen.
Die Umgestaltung der Flächen findet im Herbst statt. Das nötige Fachwissen erhalten die Mitarbeitenden des kommunalen Betriebsamts und Stadtplanungsamts in drei weiteren Schulungen bis zum Sommer nächsten Jahres. Dort lernen sie verschiedene Methoden für das Anlegen und Pflegen naturnaher Wildpflanzenflächen kennen.
Insekten benötigen dringend mehr Lebensraum
Insekten wie Scherenbienen oder der Schwalbenschwanz-Falter benötigen dringend mehr Lebensräume. Der fortschreitende Rückgang ihrer Bestände rückt immer mehr in den Blick der Öffentlichkeit. Auch kommunale Flächen bieten großes Potenzial, um sie zu unterstützen: Grünstreifen, Verkehrsinseln oder Brachflächen werden mit den passenden Wildpflanzen zu blühenden Biotopen. Die im Rahmen des Projekts umgestalteten Flächen sollen als Beispiel dienen und zur Nachahmung anregen.
Seit 2016 wurden bei „Natur nah dran“ mehr als zehn Prozent aller Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg gefördert. Für die diesjährige Förderrunde hat die Jury aus Umweltministerium, NABU, Städtetag und Gemeindetag Baden-Württemberg folgende Kommunen ausgewählt: Abstatt, Albstadt, Altensteig, Bad Säckingen, Breisach am Rhein, Igersheim, Ilvesheim, Jagstzell, Külsheim, Marxzell, Mauer, Neuenbürg, Nußloch, Weil am Rhein, Weinheim.
Das Kooperationsprojekt „Natur nah dran“ von NABU und dem Land Baden-Württemberg wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel ist es, Städte und Gemeinden dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Bis 2027 werden jährlich 15 Städte und Gemeinden gefördert. Seit 2016 wandelten 121 Kommunen bereits fast 300 000 Quadratmeter naturnah um.