Es war ein Stuttgarter Abend im bosnischen Zenica – einige VfB-Profis prägten den Auftritt der DFB-Elf beim 2:1-Erfolg. Am Ende aber gab es einen Wermutstropfen.
Die VfB-Familie war groß im bosnischen Zenica. Klar, da waren die sechs für das Nations-League-Spiel nominierten Stuttgarter Profis aufseiten der DFB-Elf– und, na klar, der war auch noch der siebte im Bunde: Bosniens Stürmer Ermedin Demirovic. Der Fußballabend im kleinen, rustikalen Stadion war also weiß-rot angehaucht. Auch, weil der VfB-Keeper Alexander Nübel bei seiner Länderspielpremiere einen speziellen Unterstützer auf der Tribüne hatte: Sein Torwarttrainer Steffen Krebs reiste eigens an, um die Nübel-Premiere im DFB-Dress live zu beobachten. So etwas nennt man wohl Zusammenhalt.
„Wir haben schon gesprochen“, sagte Nübel am späten Freitagabend eine knappe Dreiviertelstunde nach dem Abpfiff: „Steffen war sehr zufrieden, wir haben gewonnen – also bin ich auch zufrieden.“
Zufrieden: das trifft die Stuttgarter Länderspielgemengelage an diesem Abend rund um den deutschen 2:1-Sieg wohl ganz gut. Wobei man sagen muss, dass das zumindest beim Doppeltorschützen Deniz Undav arg untertrieben ist. Einziger nicht kleiner Wermutstropfen war aus VfB-Sicht am Ende die Verletzung beim nach 82 Minuten eingewechselten Offensivmann Chris Führich. Der 26-Jährige fällt mit einen kleineren Muskelfaserriss im Adduktorenbereich für die Partie an diesem Montag gegen die Niederlande (20.45 Uhr/ZDF) aus – und wird dem VfB zwei bis drei Wochen fehlen.
Ansonsten aber herrschte im weiß-roten Kosmos nur gute Laune (Demirovic, der auf der Verliererseite war und beim Stand von 0:1 nur die Latte getroffen hatte, mal ausgenommen).
Allen voran Deniz Undav strahlte nach dem Abpfiff. Mit seinem Doppelpack von Zenica kommt er nun auf drei Tore in den vergangenen beiden Länderspielen (er traf zuletzt auch beim 2:2 in Amsterdam gegen die Niederlande).
In der Sturm-Hierarchie des deutschen Teams hat der 28-Jährige inzwischen dem verletzten Niclas Füllkrug den Rang abgelaufen. Bei der Heim-EM allerdings ließ Nagelsmann in allen fünf Begegnungen Kai Havertz vorne spielen. Wenn Undav seine jüngste Quote aufrechterhält, dürfte an ihm in der deutschen Startelf auf Sicht aber kein Weg vorbeiführen. Zumal er ja wie nun in Bosnien auch hinter dem zentralen Angreifer – der in diesem Falle der Debütant Tim Kleindienst war – spielen kann.
Nagelsmanns Lob
Julian Nagelsmann äußerte sich nach dem Sieg in Bosnien wenig überraschend begeistert über seinen VfB-Angreifer: „Deniz Undav ist für die Nationalmannschaft ein doppelter Gewinn – spielerisch und als Typ. „Er ist schon ein richtig cooler Fetzen“, sagte der Bundestrainer weiter, „ein positiver, lebensbejahender Kerl, der uns guttut, auf und neben dem Platz. Ihn nicht zu haben, wäre schlecht.“
Das sehen bekanntlich auch alle Beteiligten des VfB so, auch im Alltag in Stuttgart. Am Ende ging Keeper Alexander Nübel in Zenica noch auf die Vorzüge des nominierten VfB-Sextetts im Kreise der DFB-Elf ein (Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt spielte stark und bereitete das 2:0 durch Undav vor, Mittelfeldmann Angelo Stiller wurde in Bosnien nach 67 Minuten eingewechselt, Jamie Leweling saß auf der Bank und verpasste so sein DFB-Debüt.
Der spezielle Lieferservice
„Diese Eingespieltheit“, sagte Nübel also „ist extrem wichtig – man fühlt sich einfach gut auf dem Platz.“ Und weiter: „Den Spirit, den wir in der vergangenen Saison beim VfB aufgebaut haben, den wollten wir hierher transportieren, und den haben wir glaube ich auch mitgebracht.“
Auch an diesem Montag, bei der Partie in München gegen die Niederlande, wollen die speziellen Stuttgarter Servicekräfte wieder liefern bei der DFB-Elf.