In der 79. Minute in der Partie in Luxemburg eingewechselt, ist Jamie Leweling der einzige VfB-Profi gewesen, der Länderspielminuten gesammelt hat. Foto: IMAGO/Nico Herbertz

Bis zu sechs Profis hat der VfB schon für das DFB-Team abgestellt. Jetzt waren es nur noch zwei, was sich aber wieder ändern kann. Wir blicken auf die WM-Perspektiven der Stuttgarter.

Der VfB Deutschland scheint erst einmal passé. Bis zu sechs Nationalspieler stellte der Stuttgarter Bundesligist in den vergangenen Monaten. Ein ungeahnter Aufschwung, der viel mit dem Formhoch der Mannschaft von Sebastian Hoeneß in der jüngeren Vergangenheit zu tun hatte. Denn der Bundestrainer Julian Nagelsmann vertraut der Arbeit seines Kollegen – und blickt weiter ins Schwabenland. Auch wenn zuletzt nur Jamie Leweling und Alexander Nübel im Kader des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) standen und dabei nur Nebenrollen einnahmen.

 

Wie steht es nach der gesicherten Qualifikation um die WM-Aussichten der VfB-Spieler für den nächsten Sommer? Ein Überblick.

Angelo Stiller Über den Mittelfeldspieler wurde in den vergangenen Tagen viel geredet. Seine Nichtberücksichtigung überraschte Fachleute und Fans – und sie verärgerte die Macher beim VfB. Klärende Gespräche haben mittlerweile stattgefunden – und Julian Nagelsmann sagt: „Er macht sich berechtigte Hoffnungen auf die WM. Für Angelo ist die Tür garantiert nicht zu. Er ist ein toller Spieler, der in Stuttgart eine tragende Rolle spielt.“ Entschieden hat sich der Bundestrainer aber noch lange nicht, da gerade auf der Doppelsechs die Fragen groß sind. Nagelsmann sucht nach der passenden Lösung.

Maximilian Mittelstädt Der Linksverteidiger war nun zum zweiten Mal nicht dabei. „Wir dürfen ihn aber nicht vergessen“, sagt Julian Nagelsmann zur Aufzählung der Kandidaten für die Abwehr. David Raum hat sich jedoch vorerst den Stammplatz erkämpft. Dahinter sieht der Bundestrainer im Augenblick Frankfurts Nathaniel Brown, der beim 6:0 gegen die Slowakei Einsatzminuten erhielt – und von Kapitän Joshau Kimmich ein Lob. Mittelstädt muss sich demnach ranhalten und wieder auf konstant hohem Niveau spielen, um erneut in den DFB-Kader zu rücken. Mit seinem guten Gesamtpaket bleibt der Stuttgarter auf jeden Fall ein WM-Kandidat. Wie Angelo Stiller greift er mit neuem Schwung an.

War zuletzt zweimal nicht dabei, hat aber weiter WM-Chancen: Maximilian Mittelstädt (Mitte). Foto: IMAGO/Nico Herbertz

Deniz Undav Nach einer Verletzungspause kommt der Offensivspieler wieder in Schuss. Und wer Deniz Undav nur ein wenig kennt, der weiß, dass er die Nationalmannschaft stets im Blick behält. Zu gerne trägt er das Trikot mit dem Bundesadler, um eine WM-Teilnahme bereits jetzt abzuhaken. Auch auf den EM-Zug sprang der 29-Jährige erst spät auf. Doch in der Offensive hat der VfB-Angreifer mächtig Konkurrenz. Zumindest, wenn alle Stars fit sind. Dennoch: Undav verfügt mit seinem Instinktfußball über Fähigkeiten, die es in bestimmten WM-Momenten braucht. Um sich in Erinnerung zu bringen, muss er weiter wie zuletzt mit vier Toren treffen.

Jamie Leweling Der Außenstürmer war diesmal dabei und kam beim 2:0 in Luxemburg in der Schlussphase zum Einsatz. Gegen die Slowakei blieb er in Leipzig auf der Bank. Mit seinem Profil bietet Jamie Leweling dem Bundestrainer jedoch eine gute Alternative zu den vielen feinen Füßen im Kader. Denn den Stuttgarter kann Julian Nagelsmann dank seiner Wucht und Defensivarbeit auch als Schienenspieler in einer Fünferkette auflaufen lassen. Leweling bleibt aber vor allem ein Mann für die Offensive. Schnell und kraftvoll. Allerdings gibt es auf der Rennbahn einige Rivalen.

Alexander Nübel Auf die Torhüterfrage geht Julian Nagelsmann ständig ein – und wartet dabei weiter ab. Geduldig schaut der Bundestrainer auf Marc-André ter Stegen. „Wir hoffen, dass er sich nach seiner Verletzung beim FC Barcelona durchsetzt oder einen Club findet, bei dem er spielt“, sagt Nagelsmann. Das muss kein Topverein sein. Spielen muss der 33-Jährige aber schon, um wieder die Nummer eins zu werden. Dahinter sieht der Bundestrainer Oliver Baumann mit seiner Verlässlichkeit. Der Stuttgarter Alexander Nübel wäre die Nummer drei. Doch Vorsicht. Der Augsburger Finn Dahmen, aber vor allem der junge Noah Atubolu aus Freiburg, sind Nübels aufstrebende WM-Konkurrenten.