Ein neues Buch – auch mit Beiträgen über Rottweil – lädt zu eigenen Entdeckungen ein. Die Vorstellung findet am Mittwoch, 28. Januar, um 19 Uhr statt.
In Gedenkstätten, in Orts- und Kreisarchiven, in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen gibt es Menschen, die sich oft seit vielen Jahren mit der jüngeren deutschen Geschichte beschäftigen.
Diese Kenntnisse für einen Wegweiser zu ganz unterschiedlichen Orten und Personen zu nutzen, hatte sich der Gedenkstättenverbund Gäu-Neckar-Alb vor einiger Zeit als Aufgabe gestellt. Jetzt liegt das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit vor und beeindruckt durch seine Vielfalt, seine moderne Aufmachung und sein ansprechendes Layout.
Die jüdische Geschichte Rottweils
Von Gäufelden im Norden bis Spaichingen im Süden, von Burladingen im Osten bis zur Schwarzwaldhochstraße im Westen werden Geschichtsorte vorgestellt, die die Zeit der NS-Diktatur und deren Behandlung in der Nachkriegszeit beschreiben. Vier einleitende Artikel geben grundlegende Informationen zu den Themen NS-„Volksgemeinschaft“, Widerstand gegen den Nationalsozialismus, die Jüdischen Gemeinden in der Region und das Unternehmen „Wüste“ und seine KZ-Außenlager, mit denen der NS-Staat kurz vor Kriegsende noch Öl aus Ölschiefer gewinnen wollte und Tausende Häftlinge in den Tod trieb.
Gerhard Lempp und Angelika Braun stellen in ihren Beiträgen die Jüdische Geschichte Rottweils vor, zudem gibt es Beiträge über das Schramberger Lichtspielhaus und die Majolika von Carsten Kohlmann, Artikel über die jüdische Familie Eppstein in Oberndorf und den Gedenkort für Zwangsarbeiter aus ganz Europa von Andreas Kussmann-Hochhalter.
Anfahrtskarte und Literatur
Klaus Schätzle hat einen Beitrag über die Erinnerung an ermordete polnische Zwangsarbeiter in Sulz verfasst. Mit dem Wegweiser kann man mehrere Orte finden, an denen ermordete Zwangsarbeiter begraben wurden, wo es ehemalige Synagogen und jüdische Friedhöfe gibt und vieles mehr.
Alle Artikel sind reich bebildert, haben einen kurzen Überblickstext, eine Zusammenfassung, was man besichtigen und eine Anfahrtskarte, wie man den jeweiligen Ort erreichen kann. Die meisten Artikel geben auch Literaturhinweise zur vertiefenden Beschäftigung.
Im Buchhandel erhältlich
Besonders hilfreich ist eine ausklappbare Karte im Umschlag des Buches, die einen Überblick über alle Orte mit Kapitelnummern gibt. Der handliche Band ist fadengeheftet und dadurch auch für den Gebrauch unterwegs gut gerüstet. Das 264 Seiten starke Werk wird am Mittwoch, 28. Januar, um 19 Uhr in der Buchhandlung Klein präsentiert.
Das Buch: „Verbrechen. Volksgemeinschaft. Widerstand. Ein Wegweiser zu Spuren des Nationalsozialismus in der Region Gäu-Neckar-Alb.“ 264 Seiten. Vierfarbig, fadengeheftet. 16 Euro. ISBN 978-3-7801-1030-5. Im Buchhandel und in den Gedenkstätten der Region erhältlich.