Die Besucherzahlen im Nationalpark steigen. Foto: Müller

Der Nationalpark Schwarzwald verzeichnet eine stetige Steigerung bei den Besucherzahlen. Inzwischen beläuft sich die Schätzung für das Gesamtaufkommen auf mehr als eine Million Besuche pro Jahr.

Baiersbronn/Region - Über die Ergebnisse der jüngsten Zählung informiert der Nationalpark in einer Mitteilung. Gezählt wurde an einem sonnigen Sonntag im Herbst, auf der Höhe blauer Himmel, Nebel im Tal, also gute Voraussetzungen für einen Besuch im Nationalpark. Die Gelegenheit nahmen denn auch zahlreiche Menschen wahr, wie die Ergebnisse der jüngsten Zählung nun zeigen: Insgesamt wurden am 17. Oktober rund 8 600 Besuche gezählt – die Schätzung des Gesamtaufkommens beläuft sich mittlerweile auf mehr als eine Million Besuche pro Jahr.

Gute Bedingungen

"Wir hatten wirklich gute Bedingungen für unsere Herbstzählung", wird Dominik Rüede, der im Nationalpark für das Besuchermonitoring zuständig ist, in der Mitteilung zitiert. "Wir konnten dank der Rekrutierung und Unterstützung durch den Freundeskreis Nationalpark Schwarzwald 68 Zählpunkte mit Helferinnen und Helfern besetzen. Und die haben sechs Stunden lang sorgfältig alle vorbeikommenden Gäste gezählt." Was nicht immer einfach war, denn sie sollten verschiedene Dinge notieren: ob Personen einzeln oder als Gruppe unterwegs waren, mit dem Fahrrad oder wandernd, ob Hunde angeleint waren und – natürlich – von wo nach wo Besucher jeweils unterwegs waren.

Zählungen als Ergänzung

"Bei einer einfachen Weggabelung ist das überschaubar – wenn mehrere Wege aufeinandertreffen, ergeben sich aber auch mal 20 Möglichkeiten, wie sich Gäste über eine Kreuzung bewegen können." Für Rüede lohnt sich dieser Aufwand: "Wir können mit den manuellen Zählungen, die wir in verschiedenen Jahreszeiten alle paar Jahre durchführen, die Genauigkeit unseres fest installierten Zählschrankennetzes prüfen. So können wir uns das Jahr über auf die Daten aus den Zählschranken verlassen und das Besuchsaufkommen auf das Gesamtjahr abschätzen."

Aus den Daten des Zählschrankennetzes konnte Rüede eine deutliche Zunahme der Besuchszahlen im Nationalpark Schwarzwald ableiten: Das Jahresbesuchsaufkommen von Juli 2020 bis Juni 2021 liegt seinen aktuellen Schätzungen zufolge bei rund 1 064 000 Besuchen; im gleichen Vorjahreszeitraum (Juli 2019 bis Juni 2020) waren es rund 834 000 Besuche, im ersten Erhebungsjahr (Juli 2018 bis Juni 2019) noch 778 000 Besuche.

Aussagekräftige Grundlage

"Dabei entfällt ein Großteil des Anstiegs auf die sowieso schon bestbesuchten Wochentage Samstag und Sonntag", so Rüede – und am beliebtesten seien nach wie vor der Lotharpfad und Allerheiligen. "Für uns sind die Erhebungen enorm wichtig, da wir mit den erfassten Daten eine gute und aussagekräftige Grundlage für unser geplantes Besucherlenkungskonzept erhalten", erklärt Britta Böhr, stellvertretende Leiterin des Nationalparks. Beliebte Wege können attraktiv gehalten und beworben werden, andere Bereiche dafür ruhiger bleiben – wichtig für das Miteinander von Mensch und Natur. Und auch die Ranger können ihre Führungen und ihre Rundgänge darauf abstimmen, wenn sie wissen, wann wo wie viele Besucher zu erwarten sind.

Hunde meist angeleint

Besonders positiv war für das Rangerteam laut der Pressemitteilung auch die Erkenntnis, dass sich die meisten Besucher an die Regeln zum Schutz der Natur halten. Nicht nur nutzten sie die ausgewiesenen Wege – auch die Leinenpflicht nahmen Hundebesitzer überwiegend ernst: "Dass mittlerweile die allermeisten Hunde im Nationalpark angeleint unterwegs sind, freut uns sehr. Das zeigt, dass unsere Hinweise zur Empfindsamkeit ungestörter Natur offensichtlich angenommen werden", wird der Leitende Ranger Urs Reif zitiert.

Zahlen, Daten, Fakten

Hochgerechnet auf den ganzen Tag waren rund 8600 Besucher unterwegs. Damit gehörte dieser Tag zu den sehr gut besuchten Tagen 2021.

Im Vergleich zur Herbstzählung vor drei Jahren ist eine Verschiebung rund um das Seibelseckle mit den Zugängen zum Dreifürstenstein und zur Hornisgrinde erkennbar – hier war das Besuchsaufkommen deutlich höher als noch im Jahr 2018.

 Von den mitgeführten Hunden waren rund 85 Prozent angeleint.

Zusätzlich gab es eine Erhebung der Ortskennung von rund 900 Autos an neun Parkplätzen: Ungefähr 50 Prozent der dort parkenden Autos führten Kennzeichen aus der Nationalparkregion, 30 Prozent aus dem restlichen Baden-Württemberg, um die 15 Prozent aus anderen Bundesländern und rund fünf Prozent aus dem Ausland.

Die meistbesuchten Wege bleiben der Wasserfallsteig Allerheiligen und der Lotharpfad: mit nicht mehr nur je rund 100 000 Besuchen pro Jahr wie noch vor drei Jahren, sondern mit aktuell sogar jeweils um die 130 000 Besuchen pro Jahr.