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Nationalmannschaft Joachim Löw zieht die Zügel straff

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Er lebe hoch: Ohne Schweinsteiger geht die DFB-Elf nun in der WM-Qualifikation auf Höhenflug. Foto: Getty

Mönchengladbach - Am Ende war es noch einmal so schön, dass jeder sich wünschte, es möge nie enden. Manuel Neuer und Thomas Müller trugen Bastian Schweinsteiger (32) auf den Schultern, die Mitspieler warfen den Helden des Abends vor der Fankurve in die Höhe, und als nach der Ehrenrunde alles vorbei schien, klatschte Schweinsteiger mit erhobenen Armen ins Publikum – immer und immer wieder, als könne er damit den Lauf der Zeit anhalten. Basti badete mit den Fans, mit seinen Fans, in einem Meer von Emotionen, das Loslassen fiel ihm sichtlich schwer: „Ich hatte nicht gedacht, dass es mich so sehr berührt. Es ist aus dem Herzen gekommen“, sagte er hinterher über die vielen Tränen, die ihn vor seinem Abschiedsspiel übermannt hatten – aus gutem Grund: „Zusammen mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft in Rio gehört dieser Tag sicherlich zu den emotionalsten. Rio war sehr, sehr emotional. Aber auch dieser Abend hat mich berührt.“

Alle hatte er berührt, auch Joachim Löw, der aber dann rasch in die Realität zurückfand und die Zügel straff zog. Schließlich war er nicht als Fan da, sondern als Trainer des Weltmeisters, der den Titel in zwei Jahren in Russland erfolgreich zu verteidigen gedenkt. Davor steht ein Qualifikationsmarathon an, der für die deutsche Elf an diesem Sonntag (20.45 Uhr/RTL) in Oslo gegen Norwegen beginnt und gegen Tschechien, Nordirland, San Marino und Aserbaidschan weitergeht. Nach der Party ist also vor der Pflicht, und die erfordert Ernsthaftigkeit und eine Mannschaft, die absolut fokussiert ist. Einen Reinfall wie vor zwei Jahren will Löw jedenfalls nicht wieder erleben, als das erste Spiel in der EM-Qualifikation mit 0:2 gegen Polen verloren ging: „Damit waren wir schon in Zugzwang. Das soll uns diesmal nicht passieren.“

Die Mannschaft müsse in Oslo wegen des frühen Termins „ein bisschen aus der kalten Hose“ spielen, aber: „Wir werden eine starke Mannschaft haben. Und wir werden gewinnen“, versprach der Bundestrainer. Diese Mannschaft wird mit der aus dem Spiel gegen Finnland (2:0) nicht viel gemein haben, nicht nur, weil Schweinsteiger fehlt. „Mats Hummels, Sami Khedira, Toni Kroos, Thomas Müller, Benedikt Höwedes und Mesut Özil werden spielen“, kündigte er an. Und natürlich Torhüter Manuel Neuer, Schweinsteigers Nachfolger im Kapitänsamt. Die Weltmeisterelf, soweit noch verfügbar, soll den erfolgreichen Grundstein legen, für Experimente ist erst einmal keine Zeit.

Mario Götze hat sich die Rückennummer „10“ von Lukas Podolski gesichert

Ein paar Probleme muss Löw dennoch moderieren. Kevin Volland hat sich am Mittwochabend die Mittelhand gebrochen und muss operiert werden. So bleibt Mario Götze, der sich nach dem Rücktritt von Lukas Podolski dessen Rückennummer „10“ gesichert hat, einzige Option im Sturm. Der Dortmunder bereitete zwar die Treffer durch den starken Max Meyer (55.) und Özil (77.) vor, ließ aber selbst beste Torchancen liegen. „Er ist nicht bei 100 Prozent, da fehlen Dynamik, Spritzigkeit und Bewegung“, urteilte Löw.

Da Julian Draxler (Grippe) angeschlagen ist und Emre Can sowie André Schürrle verletzt ausfallen, beließ Löw – anders als geplant – die Olympioniken Meyer und Julian Brandt im Kader. Mit Volland reiste nur der Hoffenheimer Debütant Niklas Süle (20) ab, der aber wie alle Jungspunde wiederkommen darf: Mit seinen 121 Länderspielen hatte Schweinsteiger mehr Einsätze als seine zehn Mitspieler in der Startelf zusammen. „Die Jungen haben ihre Sache sehr gut gemacht“, lobte Joachim Löw. Allen voran Max Meyer (20), der in seinem zweiten Länderspiel nicht nur wegen seines Tores bester Deutscher war. „Er ist technisch sehr, sehr gut“, sagte Löw, „er macht als Mittelfeldspieler die Wege in die Tiefe, das hat er auch bei Olympia sehr gut gemacht.“

Am Sonntag muss er sich dennoch hinten anstellen. „Mit einem Auswärtsspiel in Norwegen zu starten ist nicht das Angenehmste“, mahnte Thomas Müller zu einer konzentrierten Vorbereitung. Dafür sind Löw die besten Spieler gerade gut genug.

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