Als VfB-Quartett sind sie zur Nationalmannschaft gezogen, aber kommen Maximilian Mittelstädt, Chris Führich, Deniz Undav und Waldemar Anton (von links) als Stuttgarter von der EM zurück? Foto: IMAGO/Nico Herbertz/IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz

Maximilian Mittelstädt, Waldemar Anton, Chris Führich und Deniz Undav stehen unmittelbar vor ihrem ersten großen Turnier. Dabei geht es für die Stuttgarter nicht nur um Tore und den Titel.

Die Zeit des Vorgeplänkels ist vorbei. Diese Phase, wenn sich die Nationalspieler beim Aufwärmtraining lässig geben, sich nichts anmerken lassen wollen von der Anspannung, die sie spüren und die sie vor einem großen Turnier auch umgibt. Da bildet das Quartett des VfB Stuttgart im Kreis des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) keine Ausnahme. Maximilian Mittelstädt, Waldemar Anton, Chris Führich und Deniz Undav sind bestens integriert. Sie geben sich locker und haben ihren Spaß bei den Übungsspielchen.

 

Doch jetzt richtet sich der Fokus für alle auf die Heim-EM. Die Nationalmannschaft ist bereits vom Teamquartier in Herzogenaurach nach München zum Spielort gefahren – und mit dem Eröffnungsspiel an diesem Freitag (21 Uhr/ZDF) gegen Schottland rücken die VfB-Profis nicht nur in Stuttgart in das Blickfeld. Denn erstmals in ihren Karrieren stehen sie auf der größten Bühne des Kontinents, drei von ihnen unter speziellen Vorzeichen.

Anton, Führich und Undav sind zwar als starker Teil der VfB-Musketiere zur Nationalmannschaft gekommen, ob sie nach der Euro 2024 aber noch zum Kader des Bundesligisten gehören, ist offen. Die Spieler sind bei anderen Clubs begehrt. Auch, weil der Marktwert sich nicht steigern wird, da Anton und Führich über Ausstiegsklauseln in ihren zu Jahresbeginn verlängerten Verträgen verfügen.

Für etwa 22 Millionen und 26 Millionen Euro sind Neu-Nationalspieler zu haben, unabhängig von ihren Leistungen beim Heimturnier. Das macht sie interessant für deutsche Spitzenvereine. Anton wird – trotz Treuebekenntnis – mit Doublegewinner Bayer Leverkusen und dem Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund in Verbindung gebracht. Führich soll mit dem Rekordmeister FC Bayern München liebäugeln.

Bei Undav ist dagegen der VfB am Zug, um die Leihgabe aus Brighton fest zu verpflichten. Die Verhandlungen mit dem Premier-League-Club ziehen sich jedoch, obwohl Undav mehrfach seinen Wunsch hinterlegt hat, in Stuttgart bleiben zu wollen. Ein schwieriger Transfersommer steht dem Sportvorstand Fabian Wohlgemuth demnach bevor. Das böse Wort des Ausverkaufs macht rund um den Wasen bereits die Runde, da der schwäbische Champions-League-Teilnehmer zwar Anfang September mit reichlich Geld dastehen könnte, aber ohne eine Reihe von wichtigen Spielern.

Doch Wohlgemuth wäre nicht Wohlgemuth, wenn er erstens nicht die finanziellen Grenzen ausloten würde und zweitens nicht schon einen Plan B parat hätte. Im vergangenen Sommer gelang es, Wataru Endo, Konstantinos Mavropanos und Borna Sosa zu ersetzen. Im Vertrauen in die eigene Arbeit wägt der Berliner jetzt ab, ob für Undav tatsächlich 20 Millionen Euro an Ablöse sowie ein üppiges Gehaltspaket (vier bis fünf Millionen Euro pro Jahr) zu schnüren sind. Ansonsten heißt es: abwarten.

Bei Führich stehen die Zeichen nun auf Abschied und Antons Wechsel wäre besonders bitter. Nur um Mittelstädt ranken sich aus dem Kreis der VfB-Nationalspieler keine Transfergerüchte. Dabei steht der Linksverteidiger voraussichtlich als erster im EM-Schaufenster. Denn Mittelstädt wird in der DFB-Startelf gegen Schottland erwartet, die anderen hoffen auf Einwechslungen, um im Fokus zu bleiben.